Interviews

Eine große Herausforderung

Martin Zawada will bei der 5. Merseburger Fight Night den Turniersieg. (Foto: Archiv)

Im September werden die Augen von MMA-Deutschland auf dem beschaulichen Städtchen Merseburg, in Mitteldeutschland, ruhen. Dort nämlich wird bei der 5. Ausgabe der Merseburger Fight Night ein prestigeträchtiges Mittelgewichtsturnier ausgetragen. Turnierfavorit ist Martin Zawada – und der sieht in dem Vier-Mann-Wettkampf eine große Herausforderung.

Es wird nämlich bereits das vierte Turnier sein, das Zawada in seiner Karriere bestreitet. Bislang ist er jedes Mal im Finale ausgeschieden, dies will der 28-jährige Düsseldorfer nun ändern. Mit 35 Kämpfen ist er der erfahrenste Kämpfer des Turniers, neben den Ringern Steve Mensing und Sandro Zanke, sowie dem georgischen Grappler Nodar Kuduxashvili, ist er zudem der einzige Standkämpfer.

Ob das ein Vor- oder Nachteil sein wird und ob er Angst um seinen Platz in den German Topp Five hat, verriet der "King Kong" uns im exklusiven Interview.

GroundandPound: Martin, hast du die Niederlage gegen Abu Azaitar von der letzten Respect-Show inzwischen verdaut?
Martin Zawada: Ja, ich konzentriere mich inzwischen auf meine Vorbereitung für die nächsten Aufgaben. Ich habe einiges von diesem Fight mitnehmen können und werde das auf jeden Fall verbessern.

Am 08. September geht es für dich zurück in den Ring, bei der 5. Merseburger Fight Night partizipierst du in einem Vier-Mann-Turnier – und giltst als Favorit. Siehst du das ähnlich?
Ich sehe mich nie als Favorit. Wenn die Leute das so sehen, dann bestimmt, weil ich schon viele Kämpfe und einige Turniere hinter mir, und auch gegen europäische Top-Leute gefightet habe. Aber persönlich betrachte ich mich nie als Favorit. Es ist ein Tournament - und das hat eigene Regeln. Es kann alles passieren.

Ursprünglich war geplant, auch Azaitar in das Turnier zu bringen. Hätte dich das gefreut?
Ja, das hätte mich sehr gefreut, denn ich würde gerne noch einmal gegen ihn antreten, um zu beweisen, dass ich besser kämpfen kann als ich das im letzten Kampf gezeigt habe. Ich habe ihn ja auch schon einige Male zum Rückkampf herausgefordert, aber er und sein Team scheinen dem aus dem Weg zu gehen.

Die Turnierpaarungen sind noch nicht offiziell bekannt, es scheint jedoch so, als könntest du zuerst auf den Georgier Nodar Kuduxashvili treffen. Über den ist nicht viel bekannt, was erwartest du von dieser Paarung?
Die deutschen Fighter in diesem Turnier kenne ich persönlich, daher wäre es mir lieber, gegen den georgischen Kämpfer zum Auftakt zu kämpfen. Ich weiß bislang nur, dass er ungeschlagen und am Boden fit ist. Aber ich werde mich auf alles vorbereiten und versuchen, ihm meinen Kampfstil aufzuzwingen. Man weiß zwar noch nicht, wer gegen wen als erstes kämpfen wird, ich hoffe aber, ich treffe zuerst auf ihn.

Im Finale würdest du dann entweder auf Sandro Zanke oder Steve Mensing treffen – beide starke Ringer. Wer wäre dir denn lieber?
Darüber denke ich nicht nach, denn man muss sich erst einmal auf den ersten Kampf konzentrieren. Ich kenne Steve schon lange von Veranstaltungen, er hat schon sehr viel Erfahrung gesammelt und auch gegen Top-Fighter gekämpft. Mit ihm, in einer guten Verfassung, ist auch zu rechnen. Sandro kenne ich vom Training bei Andreas (Schmidt). Er bewegt sich sehr gut am Boden und hat auch ein sehr starkes Ringen. Ich respektiere und schätze beide Kämpfer daher sehr und wenn sie aufeinandertreffen, dann möge der Bessere gewinnen.

Du hast in deiner Karriere bereits drei Turniere bestritten, jedes Mal hast du das Finale erreicht, bist dort aber gescheitert. Steckt das im Hinterkopf?
Ja, das ist auch der Grund warum mich dieses Turnier motiviert hat. Als erstes möchte ich natürlich eine bessere Leistung als im letzten Kampf zeigen, ich war damit sehr unzufrieden und will es mir jetzt beweisen. Und vor allem ist es an der Zeit, auch mal ins Finale zu kommen und dieses zu gewinnen, denn wenn man im Finale knapp nach Punkten verliert, ist das schlimmer, als wenn man vorher ausscheidet.

Wie bereitest du dich auf ein Turnier vor? Im schlimmsten Fall erwarten dich zwei Schlachten, die beide über die volle Distanz gehen.
Ich bereite mich so vor, als würde ich drei Kämpfe an einem Abend bestreiten. Natürlich ist das eine härtere Vorbereitung, als auf einen Kampf. Aber ich werde alles geben, um auf einem hohen Level zu sein.

Du bist der einzige wahre Standspezialist im Turnier – ein Vor- oder Nachteil?
Ich denke, das kann ein Vorteil sein, aber ich werde niemanden im Stand unterschätzen. Jeder wird sich komplett vorbereiten – und ich auch.

Der Sieger erhält 3.000 US-Dollar, ist das Geld schon verplant?
Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Wenn ich gewinnen sollte, werde ich mir damit einen Plan machen. (grinst)

Du bist der einzige der vier Beteiligten, der einen Platz in den German Top Five belegt. Hast du Angst, dass dieser Platz wackeln könnte – wie du selbst sagst, ist in einem Turnier ja alles möglich.
Ich bin ein Kämpfer der Herausforderungen annimmt und sich so misst. Statistiken machen andere Leute . Wenn ich mir darüber einen Kopf machen würde, dann würde ich mehr international kämpfen, aber ich will mich so auch den Leuten aus Deutschland präsentieren und wenn ich hier im Turnier die Möglichkeit dazu habe, ist das natürlich praktisch. Statistiken bedeuten auch nicht viel. Das ist MMA und da kann alles passieren. Ein schlechter Tag, ein Fehler, eine Unaufmerksamkeit und man verliert auch einmal. Ich weiß auch, dass die Leute in diesem Turnier ihr bestes geben werden und jeder versuchen wird, es zu gewinnen, deswegen wird das keine einfache Aufgabe. Es ist eine große Herausforderung für mich.

Die 5. Merseburger Fight Night wird präsentiert von Top League Germany und findet am 08. September in der Rischmühlenhalle Merseburg statt. Weitere Informationen zur Show, Tickets und eine aktuelle Fightcard, findet sich unter www.merseburger-fight-night.de.

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