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„Ein guter Kämpfer findet immer einen Weg bis nach oben“

Alan Omer (Foto: Phantom MMA)

Im Sommer entging Alan Omer (15-3) die bislang größte Chance seiner sportlichen Karriere: Die UFC wollte die deutsche Nummer eins im Federgewicht für „The Ultimate Fighter 14“ verpflichten, doch aufgrund den Nachwirkungen einer komplizierten Nasen-Operation musste er seine Teilnahme absagen. Am 5. November gibt der 23 Jahre junge Stuttgarter, der seinen letzten Kampf vor über einem Jahr bestritt, sein Comeback. Im polnischen Stettin trifft Omer bei Iron Fist 4 auf den polnischen BJJ-Braungurt Mariusz Abramiuk (6-1).

GroundandPound: Hallo Alan! Wie geht es Dir wenige Tage vor Deinem großen Comeback? Ist mit Deiner Nase wieder alles in Ordnung?
Alan Omer: Danke, mir geht es hervorragend, und das Training läuft auch gut. Meiner schönen Nase geht es auch schon wieder gut, es ist fast wie vor einem Jahr. Ich freue mich auf mein Comeback.

Wie heiß bist Du darauf nach über einjähriger Auszeit?
Sehr heiß. Ich habe die ersten vier Monate in diesem Jahr wegen meiner Nase nicht trainiert. Aber ich bin wieder im Geschäft und wirklich heiß auf den Kampf. So eine Auszeit tut einem wirklich gut.

Alan Omer gewann seinen letzten Kampf im September 2010 bei Shooto Switzerland 7. (Foto: Shooto Switzerland)Die Leute warten ja gespannt darauf, wie der „neue und verbesserte“ Alan Omer aussehen wird...
Ich will nicht viel verraten, möchte ja schließlich nicht irgendwelche Erwartungen enttäuschen. Die Leute sollen sich selbst ein Bild machen.

Die UFC wollte Dich für „The Ultimate Fighter 14“ verpflichten, aber aufgrund Deiner Nasen-OP musstest Du Deine Teilnahme absagen. Spukt Dir diese verpasste Chance noch im Kopf herum?
Nein, absolut nicht. Die TUF-Crew wusste vor meinem Flug nach Las Vegas zum Interview von meiner Nasen-OP. Ich habe gedacht, dass ich es dennoch schaffen würde, da mitzumachen, aber leider habe ich mich nicht gut dabei gefühlt und habe das Ganze abgesagt. Ich schaue jetzt nach vorne – das was vergangen ist, ist eben vergangen. Daran zu denken ist unnötig. Wenn man ein guter Kämpfer ist, dann findet man immer einen Weg bis nach oben.

Dein Gegner Mariusz Abramiuk ist BJJ-Braungurt unter Mariusz Linke, Polens erstem BJJ-Schwarzgurt. Wie konkurrenzfähig fühlst Du Dich gegen so jemanden auf dem Boden?
Ein MMA-Kampf fängt immer im Stand an. Er muss mich erst mal auf den Boden bringen. Ich muss zugeben, dass ich in letzter Zeit nicht viel BJJ trainiert habe.

Wo lagen dann die Schwerpunkte bei Deiner Vorbereitung?
Ich ringe gerade mehr als üblich. Mein Hauptaugenmerk liegt im Takedown verteidigen. Und seit ein paar Monaten habe ich einen neuen Boxtrainer, der einfach Weltklasse ist.

(Foto: Phantom MMA)Mal abgesehen von seinen Bodenkampffähigkeiten, was weißt Du sonst noch über Abramiuk?
Ich glaube, in den anderen Disziplinen bin ich ihm überlegen. Aber sein letzter Kampf ist, glaube ich, auch ungefähr ein Jahr her, da kann sich bestimmt nicht viel gemacht haben bei ihm.

Abramiuk ist 1,80 Meter groß und kommt aus dem Leichtgewicht runter. Wie wirst Du seinem vermutlich körperlichen Vorteil entgegenwirken?
Durch Schnelligkeit und Agilität. Speed kills.

Am 3. Dezember kämpfst Du vor heimischer Kulisse in Göppingen, am 5. November aber in Stettin, also der Heimatstadt Deines Gegners. Macht es für Dich einen Unterschied, wo Deine Kämpfe stattfinden?
Absolut nicht. Im Endeffekt steht man sich Auge um Auge, Zahn um Zahn im Ring, da hilft das Heimpublikum auch nicht sehr viel. Wenn der Wille da ist, dann kann man Berge versetzen.

Auf welche Art und Weise siehst Du Dich den Kampf gegen Abramiuk gewinnen?
Haha, das ist meine Lieblingsfrage (lacht). Ich weiß es wirklich nicht. Man sollte in einem Kampf nichts erzwingen. Es kommt, wie es kommen soll.

Vielen Dank für das Interview!

Um mehr über Alan Omer zu erfahren, besucht ihn auf seiner Facebookseite (facebook.com/AlanOmerMMA) oder folgt ihm auf Twitter (@AlanOmer)!

(Foto: Shooto Switzerland)