Interviews

Ein Business Development Manager im MMA-Käfig

Pierre Daguzan (Foto: SFL)

Es gibt verschiedene Wege, die in den Käfig der gemischten Kampfkünste führen. Einen besonders interessanten Weg schildert uns der Franzose Pierre Daguzan, der sein MMA-Debüt im April bei der indischen Super Fight Leage gegen den Lokalmatador Chaitanya Gavali gab.

GroundandPound: Hallo Pierre, du hast im April ein erfolgreiches MMA-Debüt bei der Super Fight League in Indien gegeben. Wie hast du dich nach dem Kampf gefühlt?
Pierre Daguzan: Es war großartig, in meinem ersten Profikampf auf einer so großen Plattform zu kämpfen. Es war wirklich eine sehr gute Art, meine Karriere zu starten, auf einem Programm neben vielen bekannten Kämpfern. Den Kampf zu gewinnen war eines der besten Gefühle, die ich je hatte. Vor allem, weil viele Leute dachten, ich würde verlieren.

Stell dich bitte unseren Lesern kurz vor.
Mein Name ist Pierre Daguzan und ich bin ein 26-jähriger MMA-Kämpfer, der in Shanghai (China) lebt. Ich wurde in Toulouse (Frankreich) geboren und zog nach Versailles als ich sechs Jahre alt war. Ich lebe jetzt seit etwa zwei Jahren in Shanghai, nachdem ich meinen Abschluss an einer Business School in Paris gemacht habe.

Welchen sportlichen Hintergrund hast du und wie bist du zum MMA gekommen?
Einen Kampfsporthintergrund habe ich eigentlich nicht. Ich habe ein bisschen Muay Thai gemacht, hatte aber nicht die Chance, mich ernsthaft darauf zu konzentrieren. Ich hatte aber schon immer Kampfsport um mich, weil mein Vater ein Karate Schwarzgurt fünften Grades ist. Er hat mir oft einige seiner Techniken gezeigt, die ich dann eine Weile trainierte. Aber mein wirklicher Hintergrund ist Rugby, ich habe zehn Jahre in der fünften französischen Liga gespielt.

Auf den MMA-Sport wurde ich aufmerksam, als mir mein Vater vor etwa fünf Jahren einige PRIDE-DVDs mitbrachte. Ich sah sie mir an und mir gefiel, was ich sah. Kurz danach begann ich, die UFC zu verfolgen und daran zu denken, mich selbst in diesem Sport zu versuchen. Seit ich in Shanghai bin, habe ich mit dem MMA-Training begonnen. Vollzeit trainiere ich seit Februar 2012 und hatte meinen ersten Profikampf bei SFL 2 am 7. April 2012.

Pierre Daguzan dominiert Chaitanya Gavali (Foto: SFL)
Wo trainierst du?
Ich trainiere bei Fighter Unite Shanghei unter Silas Maynard und Christopher MacDonald. Valdet Gashi hat mir mit dem Stand-Up-Training geholfen, ist aber jetzt wieder zurück in Deutschland.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Wirklich Vollzeit trainieren. Anfang des Jahres habe ich für eine Kreativ- und Eventplanungsagentur in Shanghei als Business Development Manager gearbeitet, als mein Boss überraschend das Unternehmen schloss und mit dem Geld verschwand. Seither trainiere ich Vollzeit und investierte all meine Energie in den MMA-Sport für meinen SFL-Kampf.

Am Ende konnte ich den Kampf gewinnen, der sogar zum Kampf des Abends gewählt wurde. Nach diesem großen Erfolg hatte ich genug Selbstvertrauen, um das Kämpfen wirklich zu einem Vollzeitjob zu machen. Ich weiß natürlich, dass es extrem schwer ist, aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Ich suche zwar noch immer nach einem Marketingposten in Shanghai, weil es sehr schwer ist, allein von der Kampfbörse zu leben. Also ist mein aktueller Plan, so hart zu trainieren wie ich kann, um weitere Siege feiern zu können und mir einen Namen zu machen.