Interviews

Die junge Garde

Tobias Voss im Interview vor der IV. la familia Fightnight. (Foto: twist Photography)

Mit gerade einmal 21 Jahren gehört der Deutsche Meister der WKN und IKBA, Tobias Voss, zu den vielversprechendsten jungen Talenten im deutschen Kickboxen. Am 11. Mai trifft der Dorstener bei der IV. la familia Fightnight in Halle/Saale auf „Machine Gun“ Steven Kitzing. Nicht jedoch, ohne vorher mit Groundandpound.de gesprochen zu haben.

Groundandpound.de: Tobias, am 11. Mai geht es in Halle gegen Steven Kitzing, einen klassischen Puncher – wie bereitest du dich auf diesen Kampf vor?
Tobias Voss: Die Vorbereitungen sind zum größten Teil dieselben wie vor jedem Kampf. Zuerst müssen wie immer die Grundfitnessübungen und das normale Standard-Boxtraining eingehalten werden. Dann wird sich natürlich spezifisch auf Stevens Stil eingestellt, das könnte man am Ende als Feinschliff sehen.

Du gehst mit einer beeindruckenden Bilanz in den Kampf – stärkt das die Psyche oder ist so etwas im Ring vergessen?
Ich denke, dass eine vorhergehende Bilanz in einem solchen Kampf irrelevant ist, die Karten werden jedes Mal neu gemischt. Und egal wer der Favorit ist, es können immer unerwartete Dinge passieren, dass macht den Kampfsport gerade so interessant. Nicht zu vergessen ist, dass man keinen Gegner unterschätzen darf. Von meiner Seite aus erhält jeder Kämpfer den größten Respekt, alleine für die Tatsache, dass die Kämpfer den Mut aufweisen, in den Ring zu steigen. Wer am Ende gewinnt ist egal, beide können nur an Erfahrung und Ehre dazu gewinnen.

Die la familia Fightnight war die Kickboxveranstaltung des vergangenen Jahres – erhöht das eher den Druck oder die Vorfreude auf den Kampf?
Ich fühle mich sehr geehrt, dass die Promoter mich zu diesem Event eingeladen haben. Auf den Kampf freue ich mich schon sehr lange, gerade weil dort eine so tolle Atmosphäre herrschen wird. Steven wird jede Menge Unterstützer vor Ort haben, aber gerade das spornt einen zur Höchstleistung an. Außerdem werde ich mich auch nicht alleine auf den Weg machen, diejenigen die mir besonders am Herzen liegen, werden am Ring sein.

Ihr habt einen gemeinsamen Gegner, Romano Romasco. Du hast ihn knapp nach Punkten geschlagen, Kitzing hatte ihn am Boden. Ist ein solcher Vergleich eine Milchmädchenrechnung?
Diese Milchmädchenrechnung könnte man direkt weiter Ausdehnen, denn Kitzing hat zu Hause gegen Patrick Kolbe nach Punkten verloren, drei Wochen später trat ich gegen Kolbe an und hatte ihn bereits am Boden. Zudem kämpfte ich gegen Romasco mit einer starken Nasennebenhöhlenentzündung, aber da musste ich durch, um den Titel zu gewinnen.

Kitzing prognostizierte, dass er konditionell nicht mithalten können wird und daher „Akzente setzen“ will, die dich bremsen. Ist es eher deine Strategie, diese „Akzente“ zu vermeiden und über die Runden zu gehen?
Wer meinen Kampfstil kennt, der weiß, ich suche immer die Möglichkeit, einen Kampf frühzeitig zu beenden. Ob Steven konditionell mithalten kann oder nicht, wird sich zeigen, vielleicht ist es ja auch nur eine Täuschung seinerseits.

Du hast deutliche Reichweitenvorteile. Die hatte Romasco auch und wurde dennoch zu Boden geschickt. Wie hältst du Kitzing effektiver auf Distanz?
Wenn ich meine Mittel vor dem Kampf verraten würde, gäbe ich Kitzing eine Chance, sich darauf einzustellen. Von daher bleibt der Überraschungseffekt auf meiner Seite.

Kitzing meinte bereits, dass ihr sehr respektvoll miteinander umgeht. Hast du dennoch eine Botschaft für ihn?
Ein Sprichwort sagt: „Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch heraus“. Da Steven ein sehr sympathischer und respektvoller Mensch ist, denke ich, kommen wir sehr gut miteinander aus. Wir hatten sogar schon das Vergnügen, ein paar Mal miteinander zu schreiben. Ich freue mich, ihn kennenzulernen, vielleicht gehen wir nach dem Kampf ja zusammen eine Cola trinken.

Du bist nicht nur im Kickboxen aktiv, sondern „nebenher“ auch Box-Profi. Dein letzter Kampf liegt schon eine Weile zurück – ist hier künftig noch etwas geplant?
Ja klar, hier ist noch jede Menge geplant! In diesem Jahr werde ich mindestens noch einen Profi-Boxkampf absolvieren.

Egal ob Sieg oder Niederlage am 11. Mai – wie wird es danach für dich weitergehen?
Aufgeben liegt auf keinen Fall in meiner Natur, es wird also solange weitergehen bis ich alles erreicht habe was ich mir vorgenommen habe oder ich irgendwann zu alt bin.

Vielen Dank Tobias, der letzte Satz gehört dir.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich immer so fleißig unterstützen, egal ob im Internet oder am Ring. Jeder Support bringt einen Stück für Stück weiter nach oben. Des weiteren bedanke ich mich bei meiner Familie, meinem Trainerteam in der Workers Hall, bei meinen Sponsor AMU – Automobile Dorsten und bei Groundandpound.de für eure tolle Arbeit.

Die IV. la familia Fightnight wird am 11. Mai in der Hallenser Volksbank Arena stattfinden. Mehr Informationen zum Event gibt es unter www.la-familia-fightclub.de.