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Dib Akil: Ich will die Nummer eins im Halbschwergewicht werden!

Dib Akil sucht die Herausforderung.

Der „Knochenbrecher“ Dib Akil sucht die Herausforderung. Der Vote MMA-Schwergewichtschampion wird bei FFC 19 im österreichischen Linz gegen einen erfahrenen UFC-Veteranen in den Käfig steigen. Am 18. September trifft der Bielefelder auf den Italiener Alessio Sakara. Zuvor wird der Deutsche mit Wurzeln in Libanon am 17. August bei Desert Force in Erscheinung treten (GNP1.de berichtete). Wir sprachen mit dem 28-Jährigen vor seinen Auftritten.

Dib, du hast vorher im Schwergewicht gekämpft, jetzt folgt der Wechsel ins Halbschwergewicht. Was hat dich dazu bewegt?
Ja, richtig. Das war eine Absprache mit meinem Trainer, dass ich die Gewichtsklasse wechsle. Ich fühle mich im Halbschwergewicht wesentlich konditionell besser und auch stabiler.

Wie hast du einen Spitznamen “Knochenbrecher” bekommen?
Der Name „Knochenbrecher“ wurde mir vor vielen Jahren von Freunden und Bekannten gegeben und wurde so auch in den Ring gerufen. Ich habe oft hart zugeschlagen, also Schienbein auf Schienbein war so einer meiner Lieblingsangriffe.  Dann habe ich den Namen übernommen.

Ja, passend zum Namen konntest du in deinen MMA-Profikämpfen durch harte Fäuste überzeugen. Ist dein Ziel immer der Knock-out?
Meine letzten Kämpfe habe ich alle vorzeitig durch K.o. beenden können. Jeder Kämpfer versucht denn vorzeitigen Sieg für sich zur holen, denke ich. Warum auch nicht? Aber ich bin nicht abgeneigt auch mal drei volle Runden zu gehen.

Mit wem trainierst du deinen Standkampf?
Bei Jupps Fight Team bin ich jetzt unter Vertrag. Jupp ist der beste Standtrainer Deutschlands. Yousef hat es nicht leicht mit mir, da er sehr viel an mir zur arbeiten. Ich habe einen ganz anderen Kampfstil, als den, den er lehrt und er muss mich daher umwandeln. Dafür danke ich ihm und weiß, ich bin in guten Händen.

Hat sich dein Standkampf durch das neue Training bei Yousef Yaqoub verbessert?
Wie gesagt, ich lerne vom besten trainier Deutschlands. Er zeigt mir viel Neues, wobei ich mich sehr freue, dass er mich technisch umstellt. Ich weiß aber, dass es nicht leicht ist und es ihn viel Arbeit und Mühe kostet. Ich bin ein sehr aggressiver Kämpfer und das wollen wir beibehalten. Lasst euch überraschen.

Was hat dir das Training mit Manuel Charr gebracht?
Manuel und ich sind gute Freunde. Privat er hat mir viele Tipps gegeben und wir haben viel Kraftausdauer trainiert. Sein Training ist hart. Er hat mir auch viel im Boxen gezeigt. Ihr werdet sehen, was die Tipps mir gebracht haben (lacht).

Was hältst du von Charr als Kämpfer und was hast du von ihm gelernt?
Er ist ein starker Kämpfer mit einem großen Löwenherz und hat es ganz weit nach oben geschafft. Ich respektiere ihn sehr. Wie viele wissen, hat er sich selbst aufgebaut und teilweise ohne Gage gekämpft. Da sieht man bei ihm, dass es nicht ums Geld geht. Er hat mir gezeigt, dass man an erster Stelle seinen Zielen nachgehen, niemals aufgeben soll und nicht aufs Geld fixiert sein.

Mit wem trainierst du deinen Bodenkampf?
Da gibt es zwei starke Trainier, die mich unterstützen. Keine großen Namen im Netz, aber dafür sind sie sehr talentiert und sie feilen viel an mir. Nach meinem Auftritt bei Desert Force werde ich mehr darüber sagen.

Du hast zwei Kämpfe anstehen. Was weißt du über deinen Kontrahenten (Osama Saidi) bei Desert Force am 18. August?
Mein Gegner aus dem Libanon, soll ein sehr starker Bodenkämpfer sein, aber ich bin auf alles vorbereitet. Er hat fünf Kämpfe und fünf Siege, vier davon vorzeitig. Er ist ein gefährlicher Mann. Möge der Bessere gewinnen. Es stehen aber noch weitere Kämpfe an. Ich möchte dieses Jahr so viele Kämpfe annehmen, wie möglich. Das wird über meinen Trainier Yousef laufen.

Was ist genau geplant?
Ich kämpfe viermal. Am 5. September werde ich einen Kampf bei Jupps Hausgala bestreiten. Am 18. September geht es in Linz gegen UFC-Veteran Alessio Sakara und am 20. September geht es in Herne weiter, wenn ich mich nicht verletzen sollte.

Das ist eine ganze Menge, aber erstmal Schritt für Schritt. Dein nächster Kampf (bei Desert Force) findet in deinem Heimatland Libanon statt. Was bedeutet dir das dort anzutreten?
Das bedeutet mir sehr viel in meiner Heimat zu kämpfen. Auch ist es eine große Ehre von Desert Force gebucht zu werden, einer der größten Veranstaltungen der Welt – es wird auch live übertragen auf mehreren arabischen Kanälen an Millionen von Zuschauern. Einen Livestream wird es auch geben, den Link lasse ich euch zukommen.

Der bislang größte Kampf deiner Karriere findet bei FFC 19 gegen Ex-UFC-Fighter Alessio Sakara statt. Wie kam es dazu?
Das wird ein starker Gegner und ich freue mich. Mir wurde der Kampf Angeboten. Wie man mich kennt, nehme ich jede Herausforderung an. Jeder, der sich mit MMA beschäftigt weiß, was Sakara drauf hat. Viele wissen auch, dass ich mich mit den besten der Welt messen will, um an die Spitze zu kommen. Jeder Kampf, der mich nach vorne bringt, den nehme ich an.

Mit welchem Kampfverlauf rechnest du am 18. September?
Sakara ist ein sehr starker Mann mit viel Erfahrung aus der UFC. Ich sage nur: Möge der besser gewinnen. Ich werde alles geben.

Was hast du den Fans und Kritikern zu sagen, die behaupten du wirst nach wenigen Sekunden verlieren?
Die ganzen Hater, die sagen ich werde in den ersten Sekunden K.o. gehen, die machen mich nur noch stärker. Die sollen erstmal selbst so einen Kampf annehmen, bevor sie reden. Danke an meine Hater, ihr macht mich nur hungriger. Ich werde alles geben und in guter Form auftauchen.  Ich freue mich auf den Kampf.

Wie willst du den Kampf beenden? Gib uns deine Prognose.
Wenn es nach mir geht würde ich Sakara gerne direkt finishen, aber ich kann da keine Prognose geben. Er ist ein sehr starker Mann, den man nicht unterschätzen darf, aber mich darf man auch nicht unterschätzen. Warten wir es ab, alles ist möglich. Der bessere wird gewinnen!

Solltest du eine gute Figur machen, welche weiteren Ziele hast du im Halbschwergewicht?
Ich werde immer weiter machen, um nach ganz oben zu kommen, die Nummer eins zu werden. Ich danke allen, die an mich glauben und auch denen, die es nicht tun. Das Ziel, auch wenn es zu früh ist das zu sagen, wie bei jedem Kämpfer, die UFC. Ich gehe Schritt nach Schritt, Kampf nach Kampf.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast und viel Erfolg bei deinen Partien!
In erster Linie danke ich Gott, dass er mich gesund hält, diese Kämpfe anzunehmen. Dann danke ich meiner Familie, meinen Trainern, Sparringspartnern und Supportern und euch natürlich, Groundandpound.de, für die tolle Arbeit für den Sport und die Szene.  Noch ein großes Dankeschön an meine Sponsoren Benlee, Automobile OWL (Automeile), Mogo Mogo und mein neues Zuhause, Jupps Fight Team.