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David Zawada: „Kämpfen ist meine Leidenschaft!“

David Zawada: „Kämpfen ist meine Leidenschaft!“ (Foto: Elias Stefanescu/GNP1.de)

Nach seinem beeindruckenden Sieg beim Gastspiel im montenegrinischen Budva (GNP1.de berichtete), geht es für den Düsseldorfer David Zawada schon bald wieder mächtig zur Sache: Zunächst trifft er im Rahmen der Serbian Battle Championship auf den bislang ungeschlagenen Stefan Sekulic vom Team Family Team, ehe er am 3. Oktober 2015 bei der 8. Merseburger Fightnight als Teilnehmer eines namhaften besetzten 4-Mann-Turniers an den Start geht. Wir hatten die Möglichkeit mit dem 25-Jährigen über die anstehenden Aufgaben zu sprechen.

GNP1.de: Hallo David, wie geht es dir körperlich und mental nach deinem Auslandseinsatz vor wenigen Wochen?
David Zawada: Körperlich habe ich zurzeit, Gott sei Dank, nichts zu beklagen und keine Verletzungen. Auch mental bin ich einsatzbereit für all das, was auf mich zukommt. Nach dem Kampf in Budva bin ich noch hungriger geworden und kann es kaum erwarten wieder loszulegen!

Wie wichtig war es, wieder auf die Siegerstraße zu gelangen?
Ich denke ich bin so weit, um sagen zu können, dass sowohl Sieg als auch Niederlage wichtig sind. Wichtiger ist natürlich der Sieg für den Erfolg und für den Weg auf größere Bühnen. Mir persönlich ist es aber wichtig einfach zu kämpfen und eine gute Leistung zu zeigen. Ich bin leidenschaftlicher MMA-Fighter und keiner, der auf den Fame oder die Statistik geil ist.

War es schwierig mit den vielen Gegnerwechseln im letzten Duell umzugehen?
Ich sollte gegen einen guten Jungen, nämlich Nemanja Uveric kämpfen, der den Kampf gegen mich dann aber eineinhalb Wochen vorher abgesagt hat. Daraufhin fand die Organisation mit Rusmir Jugovic Ersatz, der dann wiederum ein Tag vor der Waage abgesagt hatte. Zum Glück fand man dann Aldin Osmancevic. Nach dem ersten Wechsel war es mir aber schon egal gegen wen ich kämpfen würde, denn ich war so gut vorbereitet, dass ich gegen alle drei an einem Tag hätte kämpfen können. Mir war es nur wichtig zu überhaupt zu kämpfen.

Dein nächster Einsatz findet bei der 8. Merseburger Fightnight statt. Du startest im 4-Mann-Turnier. Wie wichtig ist dieser Auftritt in deiner Karriere?
Ich denke so eine Erfahrung,  mehrere Kämpfe an einem Abend, sollte man auch gehabt haben. Mein Bruder hat öfters bei solchen Turnieren mitgemacht und souverän abgeschnitten, deswegen zwinge ich mich dazu auch eine dementsprechende Leistung abzurufen. Es ist immer ein Risiko mehrmals an einem Abend anzutreten, aber für mich ist kämpfen meine Leidenschaft und von daher „let’s fight“! Ist auf jeden Fall eine gute Erfahrung, sich gegen alle zu behaupten, da muss man natürlich auch etwas Glück haben.

Wie bereitest du dich aktuell vor?
Ganz wie gehabt im Gym University of Fighting in Düsseldorf, zudem habt ihr bestimmt mitbekommen, dass wir uns mit Team Alpha zusammengetan haben, was uns alle nach vorne bringt. Das sind Top-Jungs wie Aziz, Kerim, Onur, Naser, Marcel, Mohammed, Max etc. Dazu kommen unsere Jungs, mein Bruder Martin, Leo, Stefano, Roberto usw.

Was dir/euch die Kooperation zwischen UFD und Team Alpha, jetzt bekannt als „Düsseldorf Top Team“, gebracht?
Auf jeden Fall! Ich kenne die Jungs auch schon länger und respektiere sie auch. Die Erfahrung, die wir uns gegenseitig geben und teilen bringt beiden Parteien etwas. Beide sind wir stark, zusammen sind wir stärker!

Zurück zum Turnier: Wie schätzt du deine drei möglichen Kontrahenten ein?
Ich nehme alles und jeden ernst, denn jeder von denen ist auf einem hohen Level - im Stand sowie auf dem Boden. Ich schrecke davor aber nicht zurück und freue mich einfach auf faire und saubere Kämpfe.

Gibt es jemanden aus der Runde, den du unbedingt vor die Fäuste bekommen willst?
Ruben Crawford! Schöne Grüße an dieser Stelle an ihn (lacht). Aber ich habe keine Rechnung mit ihm offen. Eigentlich bewundere ich den Jungen und seine Leistungen im MMA, denn er prahlt nicht, er glänzt mit Leistung und hat mehr Erfahrung sammeln können als ich. Er hat bei KSW an einem Turnier teilgenommen und Hut ab, er hat es bis ins Finale geschafft. Ich respektiere ihn und würde mich freuen gegen ihn schon zum Auftakt, wo wir beide noch fit sind, kämpfen zu dürfen. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich habe gehört, dass er den Kampf gegen mich auch unbedingt möchte. Wie gesagt: Das habe ich so gehört und möchte nichts Falsches in den Raum stellen.

Was würde es dir bedeuten den Turniersieg und damit die 5000€-Prämie zu gewinnen?
Es bedeutet zwei Siege für mich und 5000 Euro reicher zu sein. Das würde mich auf jeden Fall nach vorne katapultieren. Vor allem mit der Erfahrung zwei erfahrene Gegner geschlagen zu haben - egal wen ich da fighte, das sind alles Top-Jungs! Mal sehen was passiert.

Sofern du gewinnst, was würdest du mit dem Geld machen?
Was ich mit dem Geld machen würde? Ich würde es für meine Karriere einsetzen, was ans Gym abgegeben - das ist klar! Meiner Familie würde ich was geben und dann mal schauen; irgendwo ins Trainingslager einbunkern und weiter marschieren.

Du gewinnst das Turnier, weil…
…ich das beste Team hinter mir stehen habe! Wir stehen zusammen und wir fallen zusammen, ouuusss!

Vor deiner Turnierteilnahme steht ein Auftritt bei SBC an. Bringt es dich womöglich durcheinander bzw. lenkt dich vom Turnier ab?
Ja, ich kämpfe am 19. September in Serbien bei SBC im Hauptkampf gegen Stefan Sekulic, den ungeschlagenen Lokalmatadoren. Ich sehe ihn als einen guten Prüfstein. Ablenken wird es mich aber auf keinen Fall, eher bin ich dadurch noch mehr bereit auf das Turnier. Ich hab das erste halbe Jahr verschenkt, jetzt nehme ich alles was kommt solange ich gesund und unverletzt bin. Die Zeit ist gekommen, in der ich was reißen muss und wie schon gesagt: Ich bin ready und für alles einsatzbereit.

Danke für deine Zeit und viel Erfolg für deine kommenden Aufgaben.
Ich möchte mich auch noch mal bei Ivan Dijakovic bedanken, der mehr als nur ein Freund und Manager für mich ist. Er steckt so viel Kraft und Zeit in uns wie niemand zuvor – ohne hintergedanken. So was schätze ich sehr und das, was er in kurzer Zeit auf die Beine gestellt hat: Hut ab! Dann auch vielen Dank an meinen Bruder Martin, der genauso fest an mich glaubt und mich daran erinnert, nie die Leidenschaft an der Sache zu verlieren und wofür ich das mache. Gilbert Yvel dafür, dass er immer aus Holland anreist, um uns zu trainieren und uns bei den Kämpfen immer die Ruhe vor dem Sturm bringt. Und dem ganzen UFD-Team sowie Aziz Karaoglu und dem Team Alpha. Danke auch an meine Familie, die mir den Rücken stärkt. Ebenso danke ich meinem Arbeitgeber Aala Rafalia, der mich auch in jeder Hinsicht unterstützt – so was ist nicht selbstverständlich. Dankeschön! Und allen anderen, die ich vergessen habe, auch vielen lieben Dank für den Support. Kein Rückzug, kein aufgeben – Sagat! Dankeschön an GNP1.de! Ouuuss!