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David Zawada: "Deutschland braucht Mischung aus Nick Hein und mir!"

David Zawada im Schlagwort Podcast.

In den USA verhalf die Reality-Serie The Ultimate Fighter der UFC zum großen Durchbruch. In Polen war Strongman-Star Mariusz Pudzianowski für den Erfolg von KSW verantwortlich. In Irland sorgte Conor McGregor für einen regelrechten MMA-Boom, in Schweden schaffte dies Alexander Gustafson, in Kanada Georges St-Pierre. Was könnte in Deutschland einen solchen Boom auslösen? UFC-Kämpfer David Zawada hat da eine Idee...

"Wir brauchen jemanden wie die Klitschkos im MMA", so der Düsseldorfer Weltergewichtler, der gerade an einer Schulterverletzung laboriert, im aktuellen Schlagwort Podcast auf die Zuschauerfrage, ob MMA den Boxsport hierzulande eines Tages überholen wird. "Irgendwann wird es soweit sein. Ob ich das als aktiver Kämpfer noch miterleben werde, weiß ich nicht. Vielleicht bin ich dann auch schon in Rente. Aber ich hoffe, dass MMA dann ganz oben steht.“

Auf die Frage hin, ob er und sein Bruder Martin Zawada, der diesen Samstag bei KSW 49 in Danzig (Polen) auf UFC-Veteran Thiago Silva treffen wird, diese MMA-Klitschkos sein könnten, erklärte der jüngere der Zawada-Brüder, Deutschland brauche einen Kämpfer, der polarisiert.

„Nick Hein war ja gut, aber der polarisiert nicht", so Zawada. "Nick Hein – super Typ, ich mag den auch, aber der polarisiert nicht mit seinen Kämpfen. Er gewinnt, alles gut, top, soll er auch weitermachen. Aber für die Zuschauer? Die gucken und [finden das] boring. Daran hapert’s: An so einem Typen wie Nick, der aber fightet wie wir, bisschen Ballerei, dass er vielleicht auch mal runtergeht und wiederkommt. Gegen den Damir [Hadzovic] hat er damals gut gekämpft. Da hat er zwar verloren, in Hamburg, aber hat im Stand bewiesen, dass er Zeug zu noch mehr hat. So einen Typen brauchen wir!"

Auch PR-Stunts wie Promi-Kämpfe von Ex-Fußballern oder YouTube-Stars, die von Hardcore-Fans teils massiv kritisiert werden, hält Zawada in diesem Zusammenhang für sinnvoll und verweist auf die enorme Strahlkraft von Mariusz Pudzianowski in Polen. 

"Der Flying Uwe hat sich ja gut präsentiert [bei GMC]“, so Zawada. „Wenn sowas öfter kommt, bringt das mehr Aufmerksamkeit für den Sport. Der ist YouTuber und bringt viele Zuschauer mit. [...] Fürs Marketing kann man das machen. Aber ein realer Fight ist das natürlich nie. Ich persönlich, als Kämpfer, bin kein Fan von solchen Freak-Fights, aber es bringt Zuschauer. Und davon profitieren ja auch die anderen Kämpfer."

Dawid Zawada kämpft seit 2018 in der UFC und bestritt seitdem zwei Kämpfe für die Organisation, die er beide kurzfristig annahm und beide verlor. Für seinen spektakulären Auftritt in Hamburg, gegen den erfahrenen Danny Roberts, erhielt er den Bonus für den Kampf des Abends. Anfang des Jahres verletzte er sich bei einem Verkehrsunfall die Schulter, wurde dreimal operiert. Eine Octagon-Rückkehr peilt er im Herbst an.

Die komplette Folge des Schlagwort Podcast, in der Zawada über den Unfall, seine Anfänge im MMA-Sport, den Kampf seines Bruders und seine Skills auf der Tanzfläche spricht, findest du hier: