Interviews

Daniela Kortmann fährt zur Amateur-WM der IMMAF

Foto: Daniela Kortmann

Die 26-jährige Daniela Kortmann wird die deutschen Farben bei der Amateur-WM der IMMAF auf der UFC Fan Expo im Juli 2014 vertreten.

Kortmann, die auch in der Judo-Bundesliga aktiv ist, ist Trägerin des 3. Dan im Judo und des 2. Dan im Jiu-Jitsu-Budokai. Außerdem wurde Kortmann 2014 Vize-Europameisterin im BJJ der IBJJF in Rom. Dazu ist sie mehrfache Deutsche Meisterin im Allkampf. Ihre MMA-Bilanz liegt bei 2:0. Jetzt erfolgt der Start bei der Amateur-WM.

Groundandpound.de: Hallo Daniela, du wirst als einzige Frau das deutsche Team bei der Amateur-WM in den USA vertreten. Wie ist deine derzeitige Form?
Daniela Kortmann: Hallo! Form, na ja, kurz vorher denkt wohl jeder Athlet, dass er hätte mehr machen können. Aber ist schon ok, ich bin FIT!

Ich habe gesehen, dass die WM in Las Vegas vom 30.6. bis 06.07. dauert. Wie soll das laufen?
Jeder Athlet hat einen Kampf pro Tag, bis er einen verliert. Das wird spannend. Ich hab natürlich schon oft an Turnieren teilgenommen, bei denen ich mehrere Kämpfe an einem Tag hatte, aber wenn man jetzt am zweiten Tag einen harten Treffer einstecken muss, macht der dritte und vierte usw. weniger Spaß, glaube ich. Ich freu mich drauf!

Was für Chancen rechnest du dir in deiner Gewichtsklasse (-52,2 Kilo) aus?
Na, mit dem Ziel, Zweite zu werden, fliege ich nicht nach Las Vegas!

Du kommst aus dem klassischen Judo. Ist das MMA für dich die Abrundung in Verbindung mit deinen Fähigkeiten?
Aus dem Judo komme ich eigentlich nicht. Ich würde sagen, ich komme aus dem Jiu-Jitsu-Budokai und habe zeitgleich Judo trainiert und gekämpft.

Jiu-Jitsu-Budokai, ist das ein klassisches Selbstverteidigungssystem?
Na ja, Selbstverteidigung ist schon das Ziel. Aber trainiert werden hauptsächlich Faust- und Fußtechniken, Würfe und Bodenkampf. Erst wenn das alles stimmt, kann Selbstverteidigung klappen. Und wir kämpfen überall mit.

Du bist ja auch im Allkampf schon sehr erfolgreich gewesen. Konntest du hier deine Leistungen mit in das MMA hinübernehmen?
Ich hoffe doch! Ich habe im Allkampf über 40 Kämpfe gemacht und davon nur einen verloren, und da hatte die Gegnerin 15 Kilo mehr und gewann nur nach Punkten.

Wie möchtest du bei den Meisterschaften auftreten bzw. was können die Zuschauer und die Fans von dir erwarten?
Ich will schon versuchen, mit der Faust oder dem Fuß einen K.o. zu erzeugen, aber wenn ich am Boden bin, fühle ich mich sicher.

Du bist durch das Judo bodenkampflastig vorgeprägt. Wirst du den Kampf auch versuchen, am Boden zu entscheiden?
Durch das Judo könnte es ein paar harte Würfe geben! Aber wir haben jetzt einen neuen kompetenten BJJ-Trainer, Ralf Warneking, und das macht den Bodenkampf für meine Gegnerinnen noch unberechenbarer.

Wie wichtig ist dir dein Team?
Ohne mein Team und meinen Trainer, Lutz Heyden, wäre ich nicht da, wo ich bin. Ich würde das Team niemals verlassen! Ich freue mich auch sehr, dass Lutz sich für die GEMMAF entschieden hat! Wenn er in einen regionalen MMA-Verband gegangen wäre, hätte ich von der WM wahrscheinlich nur hier bei euch, also in der GroundandPound, gelesen, dann wäre an ein solches Erlebnis nicht zu denken.

Welche Gegebenheit hat dich zu dem gemacht, was du heute bist?
Ich habe mit sechs angefangen zu trainieren, gehöre seitdem zur Randori-Pro-Familie. Durch das Jiu-Jitsu-Budokai-Training wurde es mir ermöglicht, neben Judo und Allkampf auch im Kickboxen und Kyokushin und Allroundfighting zu kämpfen. Ich habe quasi keine Gelegenheit zu kämpfen ausgelassen, auch wenn zum Beispiel bei einem der Grappling-Turniere außer mir nur Männer teilgenommen haben. Es sind über 600 Kämpfe auf Turnieren gewesen und ich hoffe, es werden noch viele!

Viele Sportler haben ein oder mehrere Vorbilder. Sie versuchen, diesen nachzueifern. Hast du auch solche Vor- oder Leitbilder?
Na ja, das ist wohl klar: Wenn man den Hintergrund von Ronda Rousey und ihren Erfolg sieht, sie gibt den Weg vor.

Was ist im aktuellen Kalenderjahr 2014 noch alles bei dir geplant?
Die Planung macht mein Trainer, Lutz Heyden, aber jetzt erst mal die WM in Las Vegas.

Vielen Dank für das Interview, der letzte Satz ist deiner!
Natürlich will ich mich bei allen bedanken, die das alles möglich gemacht haben: Eltern, Trainer, Trainingspartner, Chef, aber auch Reportern und Prominenten, wie Jürgen Vogel, die mich unterstützen und dafür sorgen, dass unser super Wettkampfsport irgendwann die öffentliche Akzeptanz bekommt, die er verdient!