Interviews

Daniel Dörrer äußert sich zu Stuttgarter Punkturteil

Daniel Dörrer (r.) und Nicolas Djurdjevic. (Foto: Control Master Management)

Am Samstag stieg der mehrfache Kickbox-Weltmeister Daniel Dörrer in Stuttgart zu seinem dritten MMA-Fight in den Ring. Das Ergebnis: erst ein T.K.o.-Sieg und dann eine Punktniederlage. Nun äußert sich Dörrer selbst zu den Vorfällen der Fight Night Stuttgart.

Mit Punktrichtern ist es so eine Sache. Sie müssen stets konzentriert und objektiv den Kampfverlauf verfolgen und am Ende auch noch die Punkte der einzelnen Runden addieren. Und dabei kam es am vergangenen Samstag offenbar zu erheblichen Problemen.

Nach zwei Runden MMA-Action zwischen Daniel Dörrer und Nicolas Djurdjevic verkündeten die Punktrichter ein Unentschieden und forderten eine Zusatzrunde. Zu der konnte Djurdjevic jedoch nicht antreten, seine Ecke warf das Handtuch. Dörrer wurde zum Sieger durch T.K.o. erklärt.

Wenig später jedoch der Schock: Offenbar hatten sich die Punktrichter beim Auszählen der Punktzettel verrechnet. Zwei Judges hatten Djurdjevic vorn gesehen, eine Zusatzrunde wäre somit niemals nötig gewesen. Dörrer wurde der Sieg prompt wieder aberkannt. Nun äußert er sich exklusiv auf Groundandpound.de.

Mehrfach betont Dörrer dabei, wie viel Respekt er für Gegner Djurdjevic übrig hat, wie gut das Verhältnis beider Kämpfer auch nach dem Kampf noch ist. „Entspannt“ sei er nun, trotz des seltsamen Urteils. Und sagt: 

„Ich würde den Kampf jederzeit wieder machen, auch wenn es nun hinterher ein paar Unklarheiten gibt.“

Sein Plan sei es gewesen, den Kampf im Stand zu halten und zu „ballern“, die Takedownversuche Djurdjevics zu verhindern. Das klappte zum Teil, weshalb Dörrer trotz Punkt-Schlappe eine positive Bilanz zieht:

„Meine Takedowndefense war ganz okay, ich konnte einige Takedownversuche von Nico stoppen“, so Dörrer. „Als es dann trotzdem ein paarmal auf den Boden ging, konnte ich einigermaßen mit seinem BJJ mithalten und verhindern, dass ich abklopfen muss. Einmal habe ich ihn sogar gesweept, darauf bin ich besonders stolz!“

Auf das Ergebnis möchte Dörrer nach eigner Aussage „gar nicht eingehen“, Respekt und Achtung vor dem Gegner sowie der „Spirit der Martial Arts“ seien viel wichtiger als bloße Resultate. 

„Mein letzter neutraler Satz zum Kampfablauf: Nach dem Ende der zweiten Runde lag Nico über 15 Minuten komplett platt auf dem Boden und ist dann nicht mehr zum Kampf angetreten, während ich in der Ringmitte auf die dritte Runde gewartet habe. Die Franzosen haben dann das Handtuch in den Ring geworfen."

Dörrer verweist mehrfach auf das Video zum Kampf, das es hier zu sehen gibt: 



„Ich liebe Kampfsport über alles und bin so froh, dass ich gesund bin und trainieren kann und meinen Traum leben darf!", was wohl so viel heißen soll wie: Schwamm drüber. Mund abputzen, weitermachen.

Für den Kickbox-Champion geht es nun erst einmal nach Thailand, zum, Trainieren und zum Kämpfen, wie er sagt. Nicht jedoch, ohne den Lesern von Groundandpound.de vorher noch frohe Weihnachten zu wünschen.