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Christian Eckerlin Exklusiv-Interview

Christian Eckerlin (4-0 MMA)

Seit Beginn seiner Karrriere wird der im MMA-Sport unbesiegte Frankfurter Christian Eckerlin schon als einer der kommenden Stars der deutschen Szene gefeiert. Bei Respect.4 wird sich der Schüler von Daniel Weichel erstmalig mit einem etablierten Veteran messen. Im Kampf gegen den deutlich erfahreneren Sebastian Baron aus Wuppertal geht es für ihn um alles.

GroundandPound: Hallo Christian, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast. Wie läuft die Vorbereitung auf Deinen Kampf am 11. September?

Christian Eckerlin: Jederzeit gerne. Meine Vorbereitung läuft optimal, und ich kann es kaum erwarten, wieder in den Ring zu steigen. Die heiße Phase ist erreicht, und ich mache sehr viel Sparring und ein extrem hartes Konditionsprogramm. Ich bin vollkommen auf den Kampf fokussiert und behalte ihn bei jeder Einheit im Kopf - ich weiß wofür ich trainiere und werde alles geben.

Christian Eckerlin (l.) mit seinem Mentor Daniel Weichel. (Foto via Sebastian Kappes/GnP)

Den Kampf gegen Sebastian Baron kann man getrost als deine MMA-Feuerprobe bezeichnen. Spürst Du im Gegensatz zu Deinen bisherigen Kämpfen mehr Druck auf Deinen Schultern?

Ich liebe es zu kämpfen und freue mich sehr auf diesen Kampf, der sicherlich der härteste in meiner jungen Karriere wird. Um ehrlich zu sein, fühle ich keinen zusätzlichen Druck, denn ich will jeden Kampf gewinnen - egal wer vor mir steht. Da schon mein erster Kampf vor großem Publikum stattgefunden hat, wird auch der Ring bei „Respect 4“ sich nicht anders anfühlen. Wenn der Kampf beginnt, läuft sowieso alles automatisch.

Baron selbst hat im Interview gesagt, dass ihr beiden euch vom Kampfstil her ziemlich ähnelt. Wie schätzt Du ihn ein, und in welchem Aspekt siehst Du die größten Chancen für Dich?

Sebastian Baron hat eine Menge Erfahrung im MMA und mehr als doppelt so viele Kämpfe wie ich. Er ist ein Allrounder, genau wie ich - deswegen gilt es in jedem Bereich besser zu sein als er, und genau darauf bereite ich mich vor. Ich möchte ihn überall schlagen: im Stand, Clinch und am Boden.

Denkst Du, dass die Begegnung richtungsweisend für Deine Karriere sein wird? Entweder hast Du den ersten „Namen“ auf Deinem Kerbholz, oder Du giltst weiterhin nur als „Talent“.

Ich denke, dass jeder Kampf richtungsweisend ist. Mein Ziel ist es, so lange es geht ungeschlagen zu bleiben. Und das gilt auch für diesen Kampf. Ich habe nur den Sieg im Hinterkopf und möchte mich weiterentwickeln. Natürlich eröffnet mir ein Sieg andere Möglichkeiten, aber ich möchte nicht zu weit in die Zukunft blicken - nach dem Kampf können wir uns ja wieder zusammensetzen.

Christian Eckerlin in der Full Mount bei seinem Kampf gegen Tobias Pokutta. (Foto via Sebastian Kappes/GnP)

Wie zufrieden bist Du mit Deinem letzten Kampf, dem Submissionsieg gegen den Bochumer Tobias Pokutta bei GMC 1?

Ich bin lediglich mit dem Ergebnis zufrieden, denn eigentlich wollte ich den Kampf vor allem im Stand führen. Dadurch war ich aber ein wenig verkrampft, bis mir meine Ecke gesagt hat, dass ich es nicht erzwingen soll. Denn nachdem wir in der ersten Runde schon am Boden waren, bin ich ja wieder aufgestanden. Auf jeden Fall würde ich mich freuen, mal eine reine Schlacht im Stand zu führen - aber das ist MMA und im Endeffekt kämpfe ich in jeder Position.

Schon während Deiner ersten Kämpfe standest Du mehr im Fokus des Interesses als andere Newcomer, da Du als talentierter Schüler von Daniel Weichel angetreten bist. Inwiefern konntest Du von seiner immensen Erfahrung profitieren, und was unterscheidet Dich von ihm?

Das Training mit Daniel ist weltklasse, und ich lerne immer wieder neues von ihm. Da wir rein alterstechnisch nicht sehr weit auseinander liegen, verstehen wir uns auch außerhalb des Sports sehr gut, und seine beeindruckende Kampfbilanz und die vielen Kämpfe im Ausland waren schon immer ein Ansporn für mich, hart zu trainieren. Ich möchte noch sehr viel in diesem Sport erreichen und dazu braucht man ein starkes Team.

Impressionen des branndneuen Team MMA Spirit Gyms. (Fotos via Nils Schlägel)

Bis vor kurzem das schmucke MMA Spirit Gym in Frankfurt am Main eröffnet wurde, war die Szene in der Metropole eher von Trainingsgruppen geprägt. Was hat sich seit der Neueröffnung für Dich in puncto Trainingsmöglichkeiten geändert?

Es ist einfach nur der Hammer, hier zu trainieren, und ich bin froh, ein Teil davon zu sein. Wir können hier alles unter einem Dach trainieren und bauen hoffentlich noch viele weitere aktive Kämpfer auf. Das Jiu Jitsu-Training mit Victor Bomfim, einem Gordo Schwarzgurt, und das Thaiboxtraining mit dem thailändischen Startrainer „Watcharachai“ hat meine Technik weit voran gebracht.

Zudem sind auch schon einige andere sehr gute MMA Kämpfer hier bei uns gewesen - darunter Alan Omer, Ismail Cetinkaya, Kamil Lipinski, Dawid Baziak und noch einige mehr. Hoffentlich klappt es jetzt endlich mal, dass in Deutschland mehr zusammen trainiert wird. Auf jeden Fall freuen wir uns hier über jeden Kämpfer. Im Übrigen wird auch Dennis Siver in Zukunft regelmäßig bei und mit uns trainieren, was mir persönlich - nach einigen Einheiten in Mannheim - einen Schub gibt!

Was können die Fans von Dir am 11. September in Herne erwarten? Was wirst Du tun, um Deine weiße Weste im MMA-Sport zu behalten?

Einen spannenden Kampf! Ich werde alles tun, was nötig ist, um zu gewinnen - dafür reise ich an!

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen Dir viel Erfolg bei Deinem anstehenden Kampf.

Vielen Dank und bis spätestens nach dem Kampf. Danke natürlich auch meinem Team MMA Spirit und allen meinen Trainingspartnern - vor allem Daniel Weichel, Dennis Siver, Watcharachai und Victor Bomfim!