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Brian Al Amin: „Es wird eine Mischung aus Club Atmosphäre & Fight Event“

Brian Al Amin startet durch. (Foto: Brian Al Amin / hansegym.de)

Am 15. Juli startet mit der „One Man Series“ in Hamburg eine neue Event-Reihe. Federführend dafür ist der Hamburger Brian Al Amin, seines Zeichens Chef des Hanse Gym und selbst ein ehemals sehr erfolgreicher Kämpfer. Nach erfolgreichen Veranstaltungen wie der Olimp Trophy oder dem Body Attack Cup wagt sich der Hamburger nun auch „auswärts“. Was man sich unter der One Man Series genau vorzustellen hat, was er selbst davon erwartet und welche Pläne er für die Zukunft schmiedet, das hat uns Al Amin im Interview verraten.

GNP1.de: Brian, am 15. Juli gibt es das Debüt der „One Man Series“. Wie laufen die Vorbereitungen?
Brian Al Amin: Hallo Tobi, die Vorbereitungen laufen recht gut. Wir sind akribisch dabei und versuchen unser Bestes zu geben.

Was genau darf sich der Zuschauer unter der „One Man Series“ denn vorstellen?
Der Zuschauer darf sich unter der One Man Series gute und fair gepaarte Kämpfe vorstellen. Wir versuchen unsere Fightcard immer auf einem starken Level zu halten. Aber das war bei meinen Events schon immer der Fall. Da kann sich jeder auf unserem Hanse-Gym-YouTube-Kanal selbst davon überzeugen. Aber das hat sich ziemlich schnell rumgesprochen, dass das ein oder andere Gym absagte, weil es zu starke Gegner gebe. Ein besseres Lob gibt es nicht! Aber die One Man Series beinhaltet nicht nur gute Kämpfe sondern wir versuchen den Besuchern wirklich ein perfektes Event zu bieten. In einer coolen Location, mit einem tollen Sound und einem perfekten Ablauf im Programm. Es wird eine Mischung aus Club Atmosphäre und Fight-Event. All das zusammen macht meiner Meinung nach ein gutes Fight Event aus. Es gibt bei der OMS nicht nur VIP-Tickets sondern VIP-Tische. Man kann sich auch über private Nachricht ein VIP-Tisch buchen.

Was waren die ausschlaggebenden Gründe, nach erfolgreichen Events wie dem Body-Attack-Cup oder der Olimp Trophy nun „auswärts“ zu veranstalten?
Wir haben uns ja im Gym räumlich verändert. Fitness raus und ein komplettes Cross-Fit-Studio rein. Somit blieb uns gar nichts anderes übrig, als auswärts an den Start zu gehen. Aber wer mich kennt weiß, dass ich, wenn ich was wirklich will und möchte und auch eine Sinn darin sehe, dann mache ich es möglich. Ich habe sehr viel Erfahrung mit meinen kleinen Events sammeln können. Aber jetzt ist es Zeit den nächsten Schritt zu gehen und das mache ich in Form der One Man Series.

Das Hanse Gym im neuen Gewand. (Foto: Brian Al Amin / hansegym.de)

Im Sommer ist ja veranstaltungs-technisch gesehen eher tote Hose. Ist das Risiko, das man als Veranstalter trägt, in einem solchen Sommer-Monat nicht noch um einiges höher?
Welchen Sommer? Hier in Hamburg? Aber jetzt mal im Ernst. Nein, das denke ich nicht, die Sommerferien beginnen auch erst später. Aber meiner Meinung nach ist der Zeitpunkt egal, denn die Leute wollen einfach geile, neue und gute Events haben. Und vor allem hier bei uns in Hamburg.

Schaut man auf das Programm der One Man Series, so entdeckt man eine ganze Menge an Kämpfern von verschiedenen Hamburger Schulen. Das war ja nicht immer der Fall. Wie kommt es dazu?
Ja und das finde ich auch gut und das sollte aber auch immer so sein! Aber da spielt einigen das Ego einen Streich. Ich glaube, das kann man sich so erklären und daran haben die sozialen Medien wie Facebook und Instagram einen großen Anteil. Denn durch sie ist die ganze Szene, vor allem die Sportler viel schneller mit einem vertraut. Früher kannte man seine Gegner nur von den Kampf-Plakaten und Flyern. Heute gehst du ins Netz, schaust dir seine Profile an und schon denkst du, ihn zu kennen und beim nächsten Treffen geht ein „Hallo” schneller von den Lippen. Und schon ist man im Kontakt. Aber ich kenne 99% aller Kämpfer auf der ersten One Man Series persönlich und deswegen ging es eigentlich relativ schnell mit dem verpflichten für die Kämpfe.

Vor zwei Jahren hast du in einem Interview bei GNP-TV gesagt, das keiner mit dem Hanse Gym arbeiten wolle. Wie hat sich das ganze seither entwickelt?
Ja und ich glaube seit diesem Moment haben sich einige Leute ihre Gedanken gemacht. Aber zwischendurch ist es ja auch zu einigen Brüchen bestimmter Partner und Teams in Hamburg gekommen. Somit haben sich plötzlich einige Dinge erübrigt oder wurden begraben. Aber ich denke, da möchte ich gar nicht mehr drauf eingehen. Denn ich arbeite schon seit längerem wieder mit einigen Hamburger Gyms zusammen. Mittlerweile treffen wir uns mit einigen Gyms regelmäßig zum Sparring. Und das ist auch gut so.

Warum ist die Situation in Hamburg so kompliziert?
Warum ist die Situation in Hamburg so? Ich denke Hamburg ist in Sachen Thaiboxen und K-1 schon sehr früh gut aufgestellt gewesen und wir haben in solch einer großen Stadt halt viele Gyms und somit auch viel Trouble untereinander. Aber glaube mir, ich hatte in der Vergangenheit so meine Probleme mit einigen Trainern, aber das habe ich nicht mehr. Denn ich habe mit allen das Gespräch gesucht. Und ich muss sagen es waren gute Gespräche. Mit denen es keines gab, die waren nicht bereit dazu. Da kann ich nur sagen, ich lasse mein Kämpfer auf allen seriösen Events in Hamburg kämpfen, wenn sie uns denn auch einladen. Was ich damit sagen will ist, ich habe kein Ego-Problem mit irgendeinem Coach in Hamburg und wenn, dann höchstens ein Wettbewerb in Sachen Kämpfer-Vergleich im Ring.

Hamburg war nicht immer ein einfaches Pflaster. (Foto: Brian Al Amin / hansegym.de)

Für wie realistisch hältst du es, das man in der Zukunft eine Veranstaltung in Hamburg auf die Beine stellen kann, rein mit Kämpfern und Kämpferinnen aus der eigenen Stadt?
Ich weiß gar nicht, ob das möglich ist. Denn irgendwann ist es ja auch langweilig, wenn immer wieder die gleichen gegeneinander kämpfen. Außerdem muss es ja auch immer alles passen. Gewichtsklasse, Alter, etc. Aber das muss ja auch nicht sein. Aber es sollte doch schon eine starke Mehrheit an Kämpfern eines Events in Hamburg aus Hamburg kommen.

Stichwort Hanse Gym. Dort gab es in den vergangenen Monaten einige Veränderungen zu beobachten. Was hast du verändert bzw. was hat dich zu den Veränderungen veranlasst?
Ich war einfach nicht mehr froh in meinem eigenen Laden. Ich war ausgepowert. Irgendwann kam der Tag, an dem ich mir sagte, jetzt änderst du was oder du hörst auf. Dadurch, dass ich auch einen ziemlich großen Fitness-Bereich hatte, war ich ständig im Gym. Die Buchhaltung hat mich aufgefressen und für eine lange Zeit hatte ich aufgehört Trainer zu sein und saß nur noch im Büro fest. Da kam mir die Idee mit dem Umzug des Box-Gyms in den vorderen Teil, wo sich der Fitness-Bereich befand. Gesagt getan. Ich verkaufte die Fitness-Geräte und trennte mich von allen Mitarbeitern. Und in der hinteren großen Halle betreibt jetzt ein Bekannter von mir das Ahoi-Cross-Fit-Gym. Ich habe die Trainingszeiten geändert und seit dem lebe ich wieder. Mein Bruder unterstützt mich dabei. Ich habe wieder Spaß an dem, was ich liebe und das merken die Leute auch und kommen wieder fleißig zum Training. Weiterhin gibt es einen neuen MMA-Coach bei uns im Team und das ist der Charnel Taylor. Er wird drei Mal die Woche bei uns das MMA-Training leiten. 

Welche Ziele verfolgst du mit deinem Gym mittel- bzw. langfristig?
Jeder, der ein Gym führt, weiß, dass nicht jeder wirklich reich damit wird oder ein Luxusleben führen kann. Deswegen habe ich noch andere Projekte laufen. Das Hanse Gym ist aber meine Leidenschaft, ich möchte langfristig mit meinem Gym weiterhin erfolgreich sein und alles in sichere Bahnen lenken.

Es handelt sich wie eingangs bereits erwähnt um eine Serie. Gibt es daher schon weitere Termine oder sind diese abhängig vom Verlauf des Debüts am 15. Juli?
Wir planen dieses Jahr erst mal ein Event. Aber für die Zukunft sind zwei große Events pro Jahr in Planung. Wir wissen, dass unser erster Termin am 15 Juli ein wenig kurzfristig ist. Aber wir glauben an unser Baby und es wird definitiv eine Serie geben. Ich plane das Baby auf jeden Fall langfristig, denn ich habe Träume und Visionen und das richtige Team an meiner Seite.

Veränderungen die lt. Al Amin nötig waren. (Foto: Brian Al Amin / hansegym.de)

Wie unschwer auf einem Foto in einem sozialen Netzwerk zu sehen war ist deine Freundin Ümmi schwanger. Wann ist es denn soweit und was wird es denn?
Ja, Ümmi ist schwanger und unsere Tochter Leyla soll am 5. September zur Welt kommen. Wir freuen uns unglaublich.

Wird dann der werdende Vater auch selbst die Windeln wechseln?
Aber klar, ich habe bereits eine Tochter und das habe ich bei ihr auch gemacht. Ich denke das gehört einfach dazu.

Die letzten Wort in unserem Gespräch, sie sollen natürlich ganz alleine dir gehören.
Erst mal möchte ich dir für dieses Interview danken. Ich bin einfach nur froh, dass ich die Chance bekomme, so ein Event wie die One Man Series ins Leben rufen zu können. Aber ich allein wäre dazu gar nicht in der Lage. Ein riesen Dank an all die Sponsoren und mein Event Team. We go bigger! Aber ich möchte mich auch bei den Hamburger Gyms, den Trainern und den Kämpfern für ihre Bereitschaft, an unseren Projekt teil zu nehmen, bedanken.  In diesem Sinne: Hamburg Rules!

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