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Baker Barakat: „Ich will nichts geschenkt bekommen!“

Baker Barakat auf der Jagd nach dem nächsten Titel.

Wie bereits berichtet, wird Kickbox-Urgestein Baker Barakat am 18. April die MMA-Handschuhe überstreifen. Zum ersten Mal in seiner Karriere, die aus über 400 Kämpfen im Muay Thai, Kickboxen und Boxen besteht, kämpft „Mr. Energy“ nun erstmalig im nach den Regeln der gemischten Kampfkünste. In seinem MMA-Debüt wird er bei GMC 6 gegen Djamil Chan um den vakanten Leichtgewichtstitel der Organisation antreten. Wir sprachen mit dem 33-Jährigen aus Euskirchen.

Groundandpound.de: Du bist sowohl im Boxen als auch im Kickboxen sehr aktiv. Wann kam die Idee, ins MMA einzusteigen?
Baker Barakat: Die Idee, als MMA-Kämpfer in den Ring zu steigen, habe ich seit etwa 1,5 Jahren. Im Kickboxen konnte ich vieles erreichen. Jetzt suche ich nach einer neuen Herausforderung und beim MMA juckt es mich in den Fingern.

Was hast du daraufhin zuerst trainiert? BJJ/Ringen, oder bist du gleich ins komplexe MMA-Training eingesprungen?
Ringen war schon immer ein Bestandteil meines Trainings. Hier trainiert man Fähigkeiten, den Körper ebenfalls als "Waffe" zu benutzen. Im Stand bin ich fit, da kann mir so schnell keiner was vormachen. Mein Fokus liegt beim Bodenkampf im Moment beim BJJ.

Wo absolvierst du dein MMA-Training - und wie lange schon?
Ich trainiere in Köln bei den Cologne Kickboxers und in Düsseldorf bei der University of Fighting -und ich trainiere bei mir im Studio ebenfalls ständig.

Wann kam der Punkt für dich zu sagen: Jetzt will ich endlich ins MMA? Du planst es ja, wie du sagst, schon länger?
Mit dem Gedanken gespielt habe ich immer mal wieder. Aber aufgrund anderer Angebote habe ich dies immer wieder nach hinten geschoben. Letztes Jahr habe ich mir GMC angesehen und seitdem forciere ich den Gedanken mehr, bis jetzt das erste Angebot kam.

Warum wolltest du nicht erst mal einen schwächeren Gegner für deinen Debütkampf nehmen, um dich erst einmal in der neuen Sportart auszuprobieren?
Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne die Herausforderung suche und annehme. Nach Gesprächen mit Trainingspartnern fühle ich mich der Sache gewachsen. Der Bodenkampf ist hier das, was es für mich spannend macht und worauf ich einfach richtig Lust habe. Ich möchte nichts geschenkt haben. Ich will kämpfen. Das will ich immer.

Wie kam es zum Titelkampf-Debüt gegen Chan? Wie war deine Reaktion, als GMC gleich einen Titelkampf angeboten hat?
Es ist mir eine große Ehre als Kämpfer und zeigt mir, dass man meinen Fähigkeiten vertraut. Aber die eigentliche Frage ist, wie das Publikum und Fans das finden, dass ich gleich so einen Kampf angeboten bekomme und bestreiten werde (lacht).

Was hältst du vom niederländischen Champion Djamil Chan?
Wir kennen uns leider nicht persönlich, haben aber der gleichen Background. Seine Präsenz im Ring scheint ziemlich aggressiv, was ich gerne zu meinem Vorteil nutzen möchte. Den Rest verrate ich jetzt noch nicht.

Welche Chancen rechnest du dir aus?
Gute Chancen, sonst würde ich nicht antreten.

Experten sehen dich als klaren Außenseiter gegen einen erfahrenen MMA-Kämpfer. Kannst du das nachvollziehen, oder bist du anderer Meinung?
Ich bin kein Außenseiter, sondern steige in das Kampfgeschehen ein und bin gewillt deutliche Spuren zu hinterlassen.

Warum gewinnst du diesen Kampf?
Ich werde diesen Kampf gewinnen, da ich den Überraschungsmoment auf meiner Seite habe und mich weder mein Gegner, noch seine Trainer einschätzen können. Als MMA-Kämpfer bewege ich mich völlig anders im Ring. Kein Vergleich zum K-1 oder Kickboxen.

Was würde es für dich bedeuten, den GMC-Titel dein Eigen nennen zu können? Welchen Wert hätte der Gürtel im Vergleich zu deinen anderen Erfolgen?
Im Kickboxen, K-1, Thaiboxen und Boxen habe ich fast alles erreicht, was ich mir gewünscht und vorgenommen habe und was mich immer sehr stolz macht. Was mir der GMC-Titel bedeutet, kann ich noch nicht sagen. Ich weiß nicht, was am 18. April in mir vorgehen wird. Im Moment stehen das Training und die Vorbereitung an erster Stelle und vieles wird geopfert. Welchen Wert diese Opfer haben, sehen wir dann im April.

Es gibt seit Jahrzehnten die Fehde zwischen MMA und Boxen/Kickboxen, in dem Athleten dieser Sportarten immer wieder behaupten, besser zu sein. Bringt das mehr Druck für dich am 18. April? Siehst du es als Kampf Kickboxen vs. MMA?
Nein, es bringt für mich überhaupt keinen Druck. Aus solchen Dingen habe ich mich immer rausgehalten. Es geht nicht nur um Kickboxen/Boxen oder nur MMA. Keines von beiden geht ohne das andere. Und damit ist diese Fehde für mich erledigt.

Wird dein Ausflug ins MMA eine einmalige Sache, oder dürfen wir dich daraufhin des Öfteren im Käfig oder Ring begrüßen?
Ich plane durchaus öfter in den Ring bzw. den Cage zu steigen. Aber warten wir ab, was der April bringt.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei deinem MMA-Debüt.
Danke. Es ist für mich eine neue Herausforderung, auf die ich mich wirklich sehr freue. Es ist ein neuer Impuls. Ich hoffe, dass meine Fans mich weiterhin so treu und großartig unterstützen werden wie bisher und freue mich einfach total darauf! Vielen Dank auch an das GnP-Team!