Interviews

Asrih: „Die deutsche MMA-Szene ist langweilig ohne mich!“

Nordin Asrih (Foto: Valentino Kerkhof/GNP1.de)

Erst im April dieses Jahres gab Nordin Asrih bekannt, sich als aktiver MMA-Sportler zurückziehen zu wollen (GNP1.de berichtete). Eine Entscheidung, die der 36-Jährige vor kurzem dann doch revidierte. Jüngst ließ der deutsche TUF-Veteran wissen, dass er noch immer nicht genug hat und sich noch in diesem Jahr die Handschuhe weitere Male überstreifen wird (GNP1.de berichtete). Vor seinem Rücktritt vom Rücktritt sprachen wir mit dem Düsseldorfer Urgestein über seine drei anstehenden Duelle.

GNP1.de: Du hattest angekündigt, deine Karriere bei Respect.FC 12 im April dieses Jahres zu beenden. Jetzt kämpfst du doch wieder. Was hat dich dazu bewogen?
Nordin Asrih: Ja, es gab einige Probleme, die geklärt werden mussten, und wo der Sport erst mal zweitrangig wurde. Schwere gesundheitliche Probleme – vor allem in der Familie. Was mich dazu bewegt hat, ist die Tatsache, dass sich alles gelegt hat, so dass ich wieder mehr Zeit für meinen Sport finden konnte. Außerdem ist es in der MMA-Szene in Deutschland viel zu leise ohne mich (lacht).

Wie hast du den Kampf gegen Abner Lloveras erlebt?
Der Fight gegen Abner war sehr intensiv. Zumal ich mich auch zwei Wochen vorher zum dritten Mal auf einen neuen Gegner einstellen musste. Von den Bewertungen her bin ich nicht ganz zufrieden, aber das ist eine andere Geschichte. Wir haben jedem bewiesen, dass wir zu Recht zu den besten Leichtgewichten Europas gehören.

Willst du eine Revanche?
Es gibt einige, gegen die ich in meiner Karriere gern noch mal kämpfen will. Dazu gehört auch Abner.

Du trittst demnächst bei der 8. Merseburger Fightnight auf. Was weißt du über deinen Gegner Ali Hassan?
Ali Hassan ist ein Schwarzgurt in Karate und hat einen solides Stand Up. Dementsprechend wird ein passender Gameplan erstellt.

Die Begegnung gegen Hassan ist ein Reservekampf im 4-Mann-Turnier, bei dem es um 5000 Euro geht. Wie schätzt du deine Chancen ein, bei einem Sieg ins Turnier zu springen?
Das werden wir am 3. Oktober erleben. This is MMA and everything can happen.

Wie hart wäre es mehrere Kämpfe an einem Abend zu bestreiten?
Turniere sind immer hart zu fighten. Da ich in der Vergangenheit schon Erfahrungen gemacht habe, wird es eine mentale Sache sein.

Reizt dich das Turnier, oder geht es alleinig um den Kampf?
Aber natürlich reizt mich das Turnier. Um da hinzukommen muss ich erstmal den ersten Kampf gewinnen.

Ein nächster Kampf steht bereits fest. Du wirst bei UGC gegen Uwe Göbkes kämpfen. Wie kam es dazu?
Der Matchmaker hat sich mit mir in Verbindung gesetzt und fragte nach, ob ich Interesse habe bei UGC zu kämpfen. Nach einem Gespräch mit dem Team und meiner Familie habe ich nicht lange gewartet und zugesagt.

Was hältst du vom bekannten Trainer und welche Chancen gibst du ihm gegen dich?
Was soll ich von ihm halten? Uwe hat nicht umsonst mehrere Weltmeister herausgebracht. Der wird schon wissen, was der da macht. Ich komme nicht um zu verlieren - so viel steht fest.

Er ist an sich kein MMA-Kämpfer, wenn er auch jahrelange Erfahrung besitzt. Was gibt es für dich zu gewinnen in diesem Duell, in das du als klarer Favorit ziehen wirst?
Dass ich als Favorit gehandelt werde, höre ich das erste Mal. Jeder Trainer, der drei Weltmeister herausbringt, hat was zu sagen. Oder ist schon mal ein meister vom Himmel gefallen? (lach)

Wie kam es zum Duell mit Karl Stahl –  quasi wieder ein Duell der alten Garde?
Die Paarung sollte schon vor ein paar Jahren stattfinden, es hat sich aber nie ergeben. Die Leute im Ruhrpott haben schon lange drauf gewartet. Als GMC dann mit der Idee kam, habe ich mich sehr gefreut. Das wird ein interessanter Fight. Ich habe spontan zugesagt, denn ich bin niemand, der sich Fights aussucht und vor allem kämpfe ich gerne. Nach eurem Artikel zur Kampfankündigung gab es ein riesiges, positives Feedback durch die Community - das fand ich toll.

Wird der Verlierer seine Karriere beenden müssen? Ihr habt ja beide schon einmal (oder sogar mehrfach) angekündigt aufzuhören.
Das würde ich so nicht sagen. Die letzten drei Jahre waren eine Achterbahn – es ging hoch und runter. Beruflich, familiär – es gab viele Baustellen. Das war einer der Hauptgründe, warum der Sport nicht mehr die Hauptrolle bei mir spielte. Und das wiederum war einer der Gründe, weshalb ich vom Aufhören sprach. Verletzungen habe ich auch auskuriert. Aktuell denke ich nicht mehr daran aufzuhören. Jetzt habe ich drei Kämpfe, die erstmal anstehen, und da bleibt keine Zeit groß zu überlegen. Ich freue mich drauf und gucke wohin mich die Reise hinführt. Ich fühle ich super wohl und denke nicht so weit. Aller guten Dinge sind drei: Ich werde versuchen drei Siege zu holen. Gegen Karl werden im Ruhrpott viele meiner Fans anwesend sein. Darauf freue ich mich.

Wann hört Nordin Asrih auf – oder heißt es aktuell erstmal: Ende offen?
Ich habe keine bestimmte Zeit festgelegt. Ich habe Spaß an der Sache und so lange mische ich mit - insofern die Gesundheit mitspielt. Außerdem: Wenn ich mir MMA-Szene in Deutschland die letzten Monate mal so angucke, ist es doch recht langweilig ohne mich! (lacht)