Interviews

Ardalan Sheikholeslami vor Comeback: „Ich gehöre nicht zur Norm!“

Hochkonzentriert: Ardalan Sheikholeslami (r.) im Duell gegen Andy Souwer. (Foto: Job IJlstra / Jobs)

Ardalan Sheikholeslami eroberte 2012 den Europatitel der WFCA in den Niederlanden. Ein Traum für viele Kämpfer, da K-1 in Holland nahezu als Nationalsport gilt, doch damit nicht genug. Der Hamburger krönte sich in seiner weiteren Karriere auch zum Weltmeister. Der 36-Jährige will es nun wieder wissen und wird am 23. Juni ins umseilte Viereck zurückkehren. Nach dreieinhalbjähriger Pause wird Sheikholeslami bei Enfusion in Groningen gegen Jonay Risco an den Start gehen. Wir haben uns mit ihm vor seinem großen Comeback unterhalten.

GNP1.de: Hallo Ardalan, du hast bereits vorgehabt die Handschuhe an den Nagel zu hängen. Was hat dich dazu gebracht nochmal in den Ring zu steigen?
Ardalan Sheikholeslami: Es war zu viel Staub auf meinen Handschuhen, dass gefiel mir nicht.

Wird es eine einmalige Sache oder anders gefragt, wie soll es nach dem Kampf im Juni weitergehen?
Wenn ich gesund bleibe und keine Verletzungen davon trage, ist das gesamte Jahr durchgeplant. Am 29. September steige ich gegen Tayfun Oczan auf der Enfusion in Hamburg, um den -72,5kg-Titel, in den Ring. Weiterhin ist geplant im November erneut in Holland zu kämpfen, gegen einen namhaften Gegner und im Dezember soll es in Abu Dhabi weitergehen.

Du wirst gegen einen sehr gefährlichen Athleten antreten. Was weißt du über deinen Gegner, Jonay Risco?
Er ist Spanier, ein guter Mann. Konditionell sehr stark, hat gerade in der letzten Zeit gegen die namhaftesten Sportler auf diesem Planeten gekämpft und meist auch gewonnen. Den aktuellsten Sieg errang er gegen Buakaw Banchamek in Abu Dhabi.

Wie wird der Kampf verlaufen? Was ist dein Ziel?
Ich gewinne den Kampf durch Knock-out. Das ist mein Kampfstil. Jeder Gegner, der bis jetzt vor mir stand ist zumindest einmal am Boden gewesen. Ob man sie angezählt hat oder nicht ist eine andere Geschichte.

Wie hat sich der Auftritt bei Enfusion in Groningen ergeben?
Die Holländer mögen genau den, eben angesprochenen Kampfstil.

Zum Thema „Kampfstil“. Weshalb hast du während deines Duells gegen Andy Souwer einfach die Hände heruntergenommen und ihn so zum Kampf herausgefordert?
Ich gehöre eben nicht zur Norm.

Ardalan Sheikholeslami beim Einmarsch. (Foto: Job IJlstra / Jobs)

Dass du ohne Frage deinen eigenen Stil hast und ein großes Kämpferherz hast, wissen deine Fans. Lass uns vorne anfangen – wie kam es überhaupt dazu? Mit 11 Jahren kamst du nach Deutschland und lebst seither in Hamburg. Warum bist du in Hamburg geblieben?
Ich bin mit 11 Jahren nach Deutschland gekommen, weil mein Großvater es so entschieden hat und wenn man nicht so viele Optionen hat, hält man an dieser einen fest. Deswegen bin ich in Hamburg geblieben. Ich wünschte mir, es wäre wie eine Heimat…

Du bist gebürtiger Perser, hast auch heute noch dort Familie. Wie hat dich das geprägt?
Wie gesagt, elf Jahre habe ich im Iran gelebt und die ersten sieben Lebensjahre prägen einen Menschen sehr und sind entscheidende Jahre für die Glaubenssätze, die man in sich trägt und formen den Charakter. Da fällt dann der Begriff Migrationshintergrund. Migration bedeutet dazu gekommen, aber längst nicht angekommen.

Hamburg kann manchmal ein hartes Pflaster sein. Wie bist du zum Kampfsport gekommen?
Die ersten Kämpfe habe ich mit sechs Jahren mit meiner Tante ausgetragen, als sie mich Abends zu früh ins Bett stecken wollte. Da habe ich gemerkt, dass ich rebellisch und kämpferisch bin (lacht). Ich musste mich zwar am Ende geschlagen geben, aber da wusste ich, dass ich nicht zur Norm gehören würde.

Wann wusstest du: Ich werde mein Leben dem Kampfsport widmen. Als Kämpfer sowie als Trainer?
Ich wusste auf jeden Fall immer, dass ich mein Leben dem widmen werde, was ich liebe. Kampfsport gehört wohl auch dazu.

Sheikholeslami (r.) im Vorwärtsgang. (Foto: Job IJlstra / Jobs)

Du bist als sehr aggressiver, aber auch als taktischer Kämpfer bekannt. Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Mein Stil ist bedacht.

Was lehrst du deine Schüler in erster Linie?
Respekt.

Am 29. September veranstaltest du selbst „Enfusion“ und das erstmalig in Hamburg. Gib uns ein paar Infos dazu.
Ich empfehle nur jedem, es sich nicht entgehen zu lassen. The Fight Card is coming soon on GNP1 (lacht)!

Was wird die Zuschauer erwarten? Was kannst du uns schon verraten?
Action pur!

Wie können sich Kämpfer/Fans bei dir melden - kann man schon Tickets bekommen?
Die Tickets wird es ab Mitte Mai auf deineTickets.de zu erwerben geben und der VIP-Verkauf startet ab sofort, unter dieser Handynummer: 0162-8326680.

Besten Dank für deine Zeit und besonders viel Erfolg in deinem Comeback. Hast du noch etwas auf dem Herzen?
Ich habe vieles auf dem Herzen, aber vielleicht ist dies nicht der richtige Ort, um über alles zu sprechen. Dieser eine Satz, hat mich aber in letzter Zeit sehr geprägt: „Lieber Gott, verzeih‘ den Menschen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Wir Menschen sind alle geprägt von unserem Unterbewusstsein, deshalb passieren auch so viele ungewollte Fehler. Mein Ziel ist es, mir bewusst zu werden, um mich von bestimmten Ketten zu lösen. Ich möchte mich zu aller erst beim lieben Gott bedanken, dann bei meiner Familie, die immer hinter mir steht, damit ich vorne stehen kann. Ebenso bei meinen Freunden und allen anderen Menschen, die an mich glauben und mir beistehen sowie meinem Partner und Sponsor Stark Athletics.
Vielen Dank auch an euch, für dieses Interview!

Das Interview führte Elias Stefanescu.