Interviews

Anthony Smith: Ich will alte Aggressivität mit neuem Können kombinieren!

Anthony Smith (Foto: Alexander Petzel-Gligorea/GNP1.de)

Ereignisreiche zwei Jahre liegen hinter Anthony Smith. Sechs Kämpfe, darunter der Titelkampf gegen Jon Jones liegen hinter dem Amerikaner. Nun ist die Zeit gekommen, sich eine kleine Auszeit zu nehmen, doch davor will er den bitteren Nachgeschmack der letzten Niederlage mit einem Erfolg gegen Alexander Gustafsson loswerden. Auf Kampfansagen und Mätzchen vor dem Kampf hat der Amerikaner keine Lust, das verriet er in Stockholm.

„Der Staredown war witzig. Wir nehmen es einfach nicht so ernst“, sagte Smith nach einem Staredown am Media Day vor der Fight Night. „Was soll ich tun? Soll ich Alexander Gustafsson auf der Bühne einschüchtern? Ich denke nicht. Und er weiß auch, dass er mich nicht einschüchtern kann. Es gibt kein böses Blut, ich habe kein Problem mit ihm.“

Ganz im Gegenteil, denn Smith geht mit großem Respekt an seinen Gegner, bezeichnet sich selbst sogar als Fan des Schweden: „Er ist ein guter Typ. Er kümmert sich gut um seine Familie, ist bescheiden und behandelt die Menschen gut. Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, dass ich ein Fan seines Stils und von ihm als Person bin.“

Smith hatte in den letzten Wochen wiederholt konstatiert, dass Gustafsson mental in Kämpfen einbreche und dass das auch seine Strategie für das Duell sei. Dabei soll eine Rückkehr zur alten Kampfweise helfen, sagte Smith.

„Man kann die gleiche Aggressivität erwarten, die ich damals hatte, aber mit einem höheren Skill-Level. Ich glaube, die Leute missverstehen mich dabei. Ich meinte, dass ich wieder so aggressiv wie früher kämpfen will. Ich bin heute natürlich viel besser und technischer als damals, aber ich freue mich jetzt darauf, mein neues Können mit meiner alten Aggressivität zu kombinieren.“

Dabei weiß Smith auch schon genau, wie er das tun will. Also ganz ohne Taktik geht der Amerikaner nicht in den Kampf: „Man muss ihn anboxen und den Käfig so klein wie möglich machen. Die Frage ist, ob er mir 25 Minuten lang aus dem Weg gehen kann, oder ob ich ihn erwische. Das ist kein Geheimnis.“

Dass er sich dabei wieder im Ausland beweisen muss, stört Smith ebenfalls nicht. Der Amerikaner genießt es, auswärts zu kämpfen und freut sich immer wieder, in Europa anzutreten.

„Ich habe damals als Auswärtskämpfer begonnen und deswegen fühle ich mich auch so wohl hier. Ich kämpfe auswärts gut und ich kämpfe auf dem Terrain meiner Gegner gut. Sowas spielt aber auch keine große Rolle, ich mag einfach Europa sehr, weil ich denke, das die Mentalität der Leute meiner eigenen entspricht. Ich mache keine großen fiesen Ansagen, ich bin sehr respektvoll und ruhig und ich denke, das passt ganz gut zur europäischen Mentalität.“

Mit einem Sieg über Gustafsson will sich Smith dann in eine längere Auszeit gönnen und um die Familie kümmern. Daher konzentriert sich der Amerikaner auch nur auf sich und seine Leistung: „Ich gebe in diesem Fight nichts auf Rankings oder den Titel. Mir ist egal, wohin mich das führt und wer mein nächster Gegner sein wird. Ich will einfach nur eine Leistung abliefern, auf die ich stolz sein kann und so dieses Problem loswerden, das mich belastet, bevor ich mir eine Pause nehme.“

Das komplette Interview mit Smith findet ihr hier: