Interviews

Als Kickboxer im MMA-Käfig

Neil Natasadu

Es gibt verschiedene Wege um ein MMA-Kämpfer zu werden. Viele Kämpfer wechseln aus einer anderen Kampfsportart wie dem Judo, Ringen oder Kickboxen zum MMA-Sport und versuchen dort ihr Glück. Auch Neil Natasadu wagte als Kickboxer den Sprung zu den MMA, als er bei der Debütveranstaltung der Super Fight League sein MMA-Debüt gab.

„Einer der SFL-Kämpfe ist ein Freund von mir“, erklärte uns der gebürtige Inder, der heute in Deutschland lebt darüber, wie er zu seinem ersten MMA-Kampf gekommen ist. „Er wollte mich schon als Kickboxer dabei haben und versuchte mich zum MMA zu überreden. Er rief mich an und sagte, er hätte einen großen Kampf für mich. Ich hatte drei Monate Zeit um den Bodenkampf zu lernen.“ 

„Ich hatte schon immer Bock auf MMA und sehr großes Interesse für Bodenkampf“, erklärte er weiter. „Ich trainierte Oliver Schmitz, der mit mir Luta Livre trainierte und mich ein bisschen darauf vorbereitete.“

Bei der Debütveranstaltung der Super Fight League traf Natasadu auf den Amerikaner Travis Bell, dem er sich in der zweiten Runde geschlagen geben musste. „Travis Bell ist halt ein Ringer und gegen so jemanden zu kämpfen war nicht so gut. War eine schlechte Paarung leider, aber ich hatte ihn auch fast ausgeknocked Anfand der zweiten Runde“, berichtet der indisch-deutsche Kämpfer. „Er konnte mich halt die ganze Zeit auf dem Boden kontrollieren und ich hatte wenige Chancen, da raus zu kommen. Es war aber auch mein erster MMA-Kampf. Ein paar gute Dinger habe ich ihm aber trotzdem verpasst.“

Um zu verdeutlichen, was falsch lief, erklärt Natasadu weiter: „Ich hatte viel trainiert, um vom Boden wieder hoch zu kommen, aber es fehlte mir die Erfahrung im MMA, dies auch im Kampf umzusetzen. MMA ist einfach der Hammer aber es ist halt eine ganz andere Sportart für mich. Ich sage immer, es ist wie Tennis und Tischtennis.“

Trotz der Niederlage blickt der Kickboxer positiv auf die Erfahrung zurück. „Für mich ist es einfach nur genial als Kickboxer, der vor vier Jahren angefangen hat, einen MMA-Profikampf in meinem Heimatland zu bestreiten. Es hat mir und meiner Familie sehr viel bedeutet. Ich will aber nicht, dass ihr denkt, ich bin blauäugig und hätte einfach mal so einen MMA-Kampf gemacht. Ich wusste genau, was ich tue und dass MMA was ganz anderes ist. “

Einen weiteren MMA-Kampf schließt Natasadu ebenfalls nicht aus: „Ich soll wieder runter kommen und auch wieder kämpfen. Es ist in Planung aber ich habe noch nicht zugesagt. Ich bin auch dabei mich aufs K-1 zu konzentrieren und habe wenige Zeit mich da noch um den Bodenkampf zu kümmern. Aber mal sehen, Interesse ist da.“