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Alexander Russ: „Ein Festival für den Sport“

K1-Royal Macher Alexander Russ. (Foto: S. Krapp/K1-Royal KG)

Am 10. Oktober geht mit K1-Royal in der Westfalenhalle von Dortmund eine neue Serie an den Start. Dabei wird sich das Programm über den kompletten Tag erstrecken und neben Workshops mit K-1 Legenden wie Remy Bonjasky, Peter Aerts oder Ernesto Hoost auch eine hochklassige wie auch spannende Fight-Card geboten. Wie es zu dieser Idee kam, was Dortmund als Standort so reizvoll macht und wie man sich für die Zukunft aufgestellt sieht, darüber haben wir uns mit Veranstalter Alexander Russ unterhalten.

GNP1.de: Alex, am 10. Oktober wird es in der Westfalenhalle 1 in Dortmund das Debüt von "K1-Royal: The King Cup" geben. Wie laufen die Vorbereitungen?

Alexander Russ: Die Vorbereitungen für einen derartigen Event laufen natürlich ununterbrochen und sie laufen auf vollen Touren und das auf allen Ebenen, gerade jetzt in den letzten Wochen vor dem Event fährt die Intensität auch noch zusätzlich hoch. Alles in allem laufen die Vorbereitungen sehr gut und ich bin glücklich diesen Schritt gemacht zu haben!
 
Warum habt ihr euch ausgerechnet für die Westfalenhalle in Dortmund entschieden?
Diese Entscheidung war ein Resultat aus zweierlei Gründen. Ursprünglich wollten wir mit diesem Projekt wieder zu Hause in Rostock starten und die Hallengesellschaft hatte sich auch schon riesig gefreut, doch zu diesem Zeitpunkt waren schon andere Events im näheren Umfeld geplant, so dass ein Überangebot entstanden wäre, was für künftige Projekte nicht hilfreich ist. Der zweite Punkt ist der, dass ich bei der Konzeption des K1-ROYAL schon länger den Gedanken hatte, einen zentraleren Standort zu wählen und mit der Nähe zu den Niederlanden und Belgien fiel die Entscheidung letztlich auf „schwarz-gelb“ Dortmund. 

Ist es nicht auch ein großes Risiko? Immerhin wird die Kapazität auf gut 15.000 Zuschauer geschätzt.

Ja, es ist ein großes aber auch ein kalkulierbares Risiko! Die Kapazität am 10. Oktober 2015 wird in der Arena des K1-ROYAL 10.000 Gäste betragen und das ist immer noch eine stattliche Herausforderung! Das Ziel ist es, eine Präsentationsplattform für diese Kampfkunstart in Deutschland zu schaffen, auf der sich diese Ausnahmeathleten standesgemäß präsentieren können. Ich möchte eine Bühne etablieren, auf der sich die Sportler einmal im Jahr verbandsübergreifend miteinander messen können und das vor einem großen Publikum – Im Grunde soll es eine Art Festival für diesen Sport sein, wo sich Kampfsportinteressierte und die, die es noch werden möchten, etwa 12 Stunden tummeln können.

Was macht den Standort Dortmund in deinen Augen so attraktiv?
Wie schon erwähnt ist es zum einen die zentrale Lage in Deutschland, die Nähe zu den Benelux-Ländern, dann ist es die außergewöhnliche Sportakzeptanz in dieser Stadt und natürlich auch die Vielzahl von sehr guten Sportstudios in NRW, die eine hervorragende Trainingsarbeit mit Ihren Schützlingen leisten. Ja, es gibt natürlich auch Wettbewerbsbedingungen untereinander, aber das gehört bei einem sportlichen Wettbewerb grundsätzlich mit dazu – und das macht es auch so attraktiv und wir wollen einen sportlich fairen Wettkampf inszenieren, der allen Freude macht!

Das Programm für den 10. Oktober ist enorm. Worüber darf sich der Zuschauer an diesem Tag noch freuen, über das bisher noch nicht berichtet wurde?
Über was wurde denn noch nicht berichtet? (lacht). Also, der K1-ROYAL ist unser Pilotprojekt und wir starten am 10.10. in die sogenannte Erstaufführung, die natürlich von allen Seiten sehr genau beäugt wird, da es einen derartigen Event so in Deutschland noch nicht gegeben hat. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Sport an sich und die Attribute die er mit sich bringt: Dynamik – Ehre – Fairness – Stärke – Emotionen – Körperbeherrschung – Durchsetzungsvermögen & der Wille zum Sieg der einzelnen Kämpfer! Wer sich wie und wo noch so zu unserem Debüt am 10.10.2015 in der Westfalenhalle 1 einfinden wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verkünden. Das Interesse ist sehr groß, nur Namen kann ich noch keine bekannt geben.

Das Programm in Dortmund ist wie gerade angesprochen gewaltig. Seminare, riesiges Vorprogramm und nicht zu vergessen das Hauptprogramm am Abend. Was wird dein persönliches Highlight sein?
Mein persönliches Highlight? – Der K1-ROYAL ist im Ganzen mein persönliches und berufliches Highlight und ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen Partnern und Unterstützern schon einmal im Vorfeld für ihren Glauben an das Projekt/Konzept herzlich bedanken. Was das Programm und die Fightcard anbelangt freue ich mich auf jeden Kämpfer bzw. jede Kämpferin und auf jede einzelne Kampfpaarung. Es werden viele große Namen an den Start gehen und es möge immer der bessere des Moments auch gewinnen. Für mich sind alle Athleten, die sich der Herausforderung stellen von vorn herein schon Gewinner, ich bastle ihnen nur die entsprechende Bühne, auf der sie ihr Können zelebrieren werden.

Du bist aus Rostock, wo du auch schon vor Jahren in den German King Cup involviert gewesen bist. Warum hat es hier keine Fortsetzungen mehr gegeben?
Ja, das war ein Abschnitt in meinem Leben, wo ich meine Leidenschaft für diese Kampfsportart und diese Art von Events gefunden habe. Warum es keine Fortsetzungen des GKC nach meinem Abschied aus dem damaligen Unternehmen gab, kann ich nicht beantworten. Ich habe einen neuen Weg beschritten und habe dieses Thema abgehakt. Ich bin dankbar dafür, dass ich diesen Sport kennenlernen durfte und habe viel für mich persönlich und natürlich auch beruflich gelernt – das was meistens am Ende fehlt, ist leider der Dank und die Anerkennung für das, was man geleistet hat, aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen und am Ende auch sehen was davon übrig bleibt – bzw. welche Erinnerungen einen weiterhelfen und welche nicht.

Die K1-Royal Trophy. (Foto: S. Krapp / K1-Royal KG)

Ist dir trotzdem sofort klar gewesen, dass du als Veranstalter definitiv wieder zurückkehren wirst?
Ich war weiterhin in der Eventbranche tätig, es hatte in den letzten fünf Jahren nur eben nichts mit Kampfsport zu tun und ja, ich wusste ganz genau, dass ich wieder an diesen Punkt zurück wollte. Es hatte nur seine Zeit gebraucht, um eben ein derartiges Projekt ins Leben zu rufen.

Ist Dortmund als fester Standort geplant oder wollt ihr erst einmal schauen wie die Veranstaltung am 10. Oktober läuft und dann entscheiden, wo und wie es weitergehen wird?

Die Hallengesellschaft der Westfalenhalle hat am Anfang gleich gefragt, ob es einmalig ist oder sie sich auf mehrere Jahre freuen können und unser Konstrukt ist für den Start bis Ende 2017 geplant. Der Termin für das kommende Jahr ist auch schon geblockt und das ebenfalls wieder in der Westfalenhalle 1 in Dortmund. In dieser Größenordnung wird es von uns, in Deutschland, nur ein Event pro Jahr geben. Es werden für das kommende Jahr Eventkooperationen angestrebt, wo sich Kämpfer für den K1-ROYAL im Oktober 2016 qualifizieren können und wir haben auch bzgl. unseres Konzeptes bereits einige Anfragen aus dem Ausland bekommen. All das sind aber neue Bausteine, die erst gesetzt werden können, wenn der Erste am 10.10. in Dortmund gut gesetzt wird und darum konzentrieren wir uns im Moment nur allein darauf.

Wenn wir einen Blick in die berühmte Kristallkugel werfen, welche Ziele verfolgst du mittel- bzw. langfristig?
Ich war noch nie ein Freund von Kristallkugeln, da sie einem leider nicht wirklich den Weg weisen können, aber unser Ziel mit K1-ROYAL ist es, den Athleten dauerhaft eine große Präsentationsplattform zu ermöglichen, den Zuschauern eine spektakuläre Kampfsportshow zu bieten und gleichzeitig mit unserem Kinderförderprojekt: „VIP’s-4-Kids“ – Kindern aus armen Verhältnissen, vor allem aus Kinderheimen, die Möglichkeit einzuräumen, z.B. diesen Sport in einem Sportverein/Gym in ihrer Nähe wahrzunehmen und auszuüben. Langfristig geht es uns darum, eine Gala zu schaffen, die mit Vorurteilen aufräumt und es in diesem Sport um Regeln, Disziplin, Fairness und vor allem um ein miteinander geht. Allein wenn man sich unsere Fightcard anschaut, wird man sehr schnell feststellen, dass wir ein multinationales Kämpferfeld beheimaten und wir zusammen ein riesiges Potential haben.

Alexander Russ & Danyo Ilunga. (Foto: S. Krapp / K1-Royal KG)

Wäre eine Rückkehr in deine Heimat Rostock vorstellbar oder taucht dieser Gedanke erst gar nicht in deinen Planungen auf?
Ich persönlich bin ja nicht weg aus meiner Heimat, lediglich der Event findet an einem neuen Standort statt und generell ist nichts, nicht vorstellbar, nur im Moment bzgl. dieser Größenordnung kommt es nicht in meinen Planungen vor. Was andere und neue Events betrifft, werde ich natürlich auch in meiner Heimat tätig sein.

Wäre es denkbar das ihr für die Zukunft auch MMA in das Programm aufnehmen werdet oder scheidet das für euch komplett aus?

MMA ist absolut gefragt und populär und wenn man sich anschaut, was rund um den Globus in dieser Sparte passiert, ist es sehr beeindruckend und bewunderungswürdig. Wir haben uns für K1 entschieden, was ja auch unsere Marke K1-ROYAL zum Ausdruck bringt. Wir sehen uns in diesem Nischenbereich als gut aufgestellt und wollen das auch zum Ausdruck bringen. Wie sich Dinge entwickeln, wird die Zeit zeigen und da wären wir dann wieder bei der Kristallkugel

Wie betrachtest du generell das Niveau der Thai- und Kickboxveranstaltungen in Deutschland? Ist es besser oder schlechter geworden?
Ganz ehrlich, ich habe mir in den letzten Jahren keine anderen Veranstaltungen angeschaut und habe meine Infos nur vom Hörensagen und dementsprechend erlaube ich mir dazu auch kein Urteil. Die Qualität der Sportler ist mit den Jahren weiter gewachsen und das soll meines Erachtens mit guten und gefragten Events gewürdigt werden. Was ich mir wünsche würde, wäre einfach etwas mehr miteinander, wenn es um die Umsetzung von Events geht. Am Ende entscheidet eh das Publikum, ob es gut war oder nicht und für die Sportler ist es wichtig, auf Bühnen aufzutreten, wo sie auch vom Mainstream wahrgenommen werden um eben diese noch immer bestehende Anrüchigkeit um diesen Sport endlich ablegen zu können. Diese Sportler verlangen sich selbst Höchstleistungen ab, sind fixiert auf Weiterentwicklung und Erfolge und das gebührt einfach Anerkennung und Respekt.

K1-Royal - Save the Date.

Die letzten Worte in unserem Interview sollen natürlich dem Gast gehören.
An alle da draußen, die sich für Kampfsport, Kickboxen und speziell in unserem Fall für K1 interessieren, wir würden uns freuen, wenn wir euch am 10.10.2015 in der Westfalenhalle 1 in Dortmund begrüßen können. Es wird ein großes und actionreiches Spektakel. Gleichzeitig unterstützen und helfen wir Kinder in Kinderheimen, da 10% unseres Erlöses in unser Förderprojekt fließen. Holt euch eure Tickets für K1-ROYAL: The King Cup und erlebt knapp 10 Stunden Programm mit einer Vielzahl von Ausnahmeathleten. Ein Blick auf die Fightcard unter www.k1-royal.com.

Alex, ich danke Dir für das Interview und wünsche euch viel Erfolg für K1-Royal: The King Cup am 10. Oktober in Dortmund.

Tobi, ich habe mich bei euch zu bedanken und hoffe, dass wir uns am 10.10. in Dortmund wiedersehen! Ich möchte bitte auch die Gelegenheit nutzen und mich an dieser Stelle auch von ganzem Herzen bei meiner Frau für ihren Rückhalt, ihre Liebe und die Kraft, die sie mir schenkt bedanken - Darling – i love you!