Interviews

Abraham: Wir boten Sturm 2,5 Mio., er hat nicht geantwortet

Arthur Abraham (Foto: Elias Stefanescu)

Im Interview mit Groundandpound-TV spricht WBO-Weltmeister Arthur Abraham über seinen Kampf gegen Robert Stieglitz, ein mögliches Megaduell gegen Felix Sturm, internationale Fights und die Herausforderung seines Teamkollegen Vincent Feigenbutz.

Am 18. Juli wird Arthur Abraham zum vierten Mal gegen Robert Stieglitz in den Ring steigen. Angeordnet hat das Duell der Weltverband WBO. Beim ersten Aufeinandertreffen der beiden 2012 war die Begeisterung bei Fans und Medien noch groß. Heute warten alle auf den langersehnten Kampf zwischen Abraham und Felix Sturm, der seit dem Sat.1-Deal von Abraham-Promoter Sauerland endlich in greifbare Nähe gerückt ist. Ein vierte Begegnung zwischen Abraham und Stieglitz passt da nicht so recht ins Konzept.

Uninteressant findet der aktuelle WBO-Champion im Supermittelgewicht die Begegnung dennoch nicht – trotz bisher zwei Siegen über den Magdeburger:

„Ich bin nicht so ein Mensch, der sagt: Der ist interessant, der ist uninteressant. Ich bin ein Kämpfer. Wenn jemand dreimal geschlagen wird, dann will er nochmal geschlagen werden, dann schlage ich ihn viertes Mal.“

Sollte Stieglitz jedoch ausgleichen und Abraham ein zweites Mal besiegen, könnte er damit die Hoffnungen auf Abraham-Sturm zunichte machen. Dann würde es nämlich vermutlich zum Rückkampf zwischen Sturm und ihm kommen. Beide hatten im vergangenen November einen der Kämpfe des Jahres hingelegt. Abraham beruhigt jedoch: „Das wird nicht 2:2, weil ich werde gewinnen. Ich bin überzeugt.“

Das Thema Felix Sturm ist auch für Arthur Abraham ein „gutes“. „Dieser Kampf muss zustande kommen“, findet er. „Weil deutsche Fans alle warten auf diesen Kampf.“

Ganz ähnlich äußerte sich auch Sturm im GNP-TV-Interview, erklärte, nun gäbe es keine Entschuldigungen mehr, nun, mit einem gemeinsamen TV-Partner, müsse der Fight kommen. Abraham jedoch bleibt skeptisch:

„Von meiner Seite: Ich habe schon mein Ja-Wort gegeben. Mein Management ist auch bereit. Wir haben ihm schon mal ein 2,5-Millionen-Angebot gemacht, er hat noch nicht geantwortet. Ich bin bereit gegen ihn zu kämpfen.“

Mit dem TV-Vertrag auf Sat.1 sollen neben den großen deutsch-deutschen Duelle auch internationale Kämpfe möglich werden. Gegen die Top-Gegner aus den USA und England sah Abraham bisher jedoch eher blass aus, verlor im renommierten Super-Six-Turnier 2010 und 2011 gegen Andre Dirrel, Carl Froch und Andre Ward. Dennoch schließt er künftige internationale Duelle nicht aus, scheint aber seine ganz eigene Definition von „international“ zu besitzen.

„Wenn man Weltmeister ist, dann muss man international kämpfen. Da gibt es nicht national oder international. Es ist nur wichtig, ob du in Deutschland boxt, oder in Amerika und in anderen Ländern. Wenn du Weltmeister bist, bist du automatisch international. Die kommen aber alle zu uns, wir gehen nicht zu denen, weil wir Weltmeister sind (grinst).“

Einen Kampf, den Abraham derzeit überhaupt nicht auf der Uhr hat, ist der gegen Stallkollegen Vincent Feigenbutz. Das K.o.-gefährliche Nachwuchstalent hatte neulich verkündet, gegen jeden bestehen zu können, auch gegen Abraham. „Ich habe dafür keine Meinung, lieber sage ich nichts“, grinste der nur zum Abschluss des Interviews.

Hier das gesamte Video-Interview: