Kolumnen

Was wird aus Josh Barnett?

Er war einst der UFC Schwergewichtschampion und wurde später als gefährlichster Gegner für den immer noch unantastbaren Fedor Emelianenko gehandelt. Barnett zählte zu einem der besten Kämpfer im MMA und hätte mit Sicherheit viel Anerkennung und Respekt geerntet, wären da nicht die Steroide gewesen, welche seiner Karriere wieder und wieder einen gehörigen Strich durch die Rechnung machten. Somit wurde er berühmt als die Person, die einen Jahrhundertkampf zerstörte und somit zum Sagnagel der Affliction-Events wurde. Barnett mutierte in kürzester Zeit zur absoluten Hassfigur und das aus Sicht von vielen MMA-Fans sicher zu recht.

Es wurde sehr still um Barnett. Selbst die japanischen Organisationen, welche Barnett immer wieder mit offenen Armen empfingen, ließen bislang jegliches Interesse an dem doppelten Dopingsünder vermissen. Ein gutes Jahr ist nun seit seinem letzten Kampf gegen Gilbert Yvel vergangen.

Bleibt die Frage: Was wird nun aus Josh Barnett?

Hat er es überhaupt verdient je wieder für eine größere Organisation zu kämpfen? Ist jemand der zweimal ganz offensichtlich versucht hat, sich mit Hilfe von Steroiden einen Vorteil zu verschaffen, für den Sport noch tragbar?

Barnett selbst ließ verlauten, dass er bereits auf der Suche nach neuen Gegnern, als auch einer neuen Organisation sei, aber bislang keine Organisation den Mut gehabt hätte ihn zu verpflichten. Nach Barnetts eigener Aussage dürfe er überall, außer in Kalifornien kämpfen und dies schon bereits seit dem ersten Tag seiner Sperre.

Es scheint nicht sehr gut für den gebürtigen Amerikaner auszusehen. Abgesehen von seiner Dopingsperre dürften alleine seine persönlichen Differenzen mit UFC Präsident Dana White ausreichen, um eine Verpflichtung bei der weltgrößten MMA-Organisation unmöglich zu machen. STRIKEFORCE würde wohl aus Barnetts Sicht eine verlockende Möglichkeit darstellen, aber ob sich Scott Coker mit solch einer Verpflichtung einen gefallen tun würde?

Bleibt lediglich Japan oder eine kleinere Organisation. Aber diese scheinen bislang ebenfalls vorsichtig zu sein oder haben nicht das nötige Kleingeld.

Fakt ist, dass Barnett ein talentierter und begabter Kampfer ist, der leider nach seinem ersten Fehlverhalten nicht dazu gelernt hat. Ob er diesmal zur Vernunft gekommen ist, weiß nur er selbst. Hat er überhaupt noch einmal eine Chance verdient im MMA Fuß zu fassen? Diese Frage muss wohl ein jeder für sich selbst beantworten.