Kolumnen

Ursache-Wirkungs-Prinzip

Dana White mit dem ersten UFC Federgewichtschampion Jose Aldo. (Foto via MMAWeekly)

Im Oktober entschieden sich die Köpfe hinter der UFC bzw. Zuffa dafür, die WEC in die UFC einfließen zu lassen und damit ihr eigenes Gewichtsklassensortiment um eine Bantamgewichts- und eine Federgewichtsdivision zu erweitern. Durch die Adaption der beiden Gewichtklassen werden die Gehälter der Kämpfer in den unteren Gewichtsklassen weiter steigen, womit auch der Kampfsport für leichtere Athleten immer attraktiver werden wird. Diese Entwicklung könnte jedoch nicht nur auf den amerikanischen Markt Auswirkungen mit sich bringen, ebenso kann der japanische Markt dadurch beeinflusst werden.

Angesehene japanische Kämpfer wie Takanori Gomi oder Yosihiro Akiyama haben sich bereits von der Herausforderung bzw. den Dollarnoten in der UFC ködern lassen. Für Feder- und Bantamgewichte bot die Organisation in dieser Form bisher keine Plattform. In der WEC versuchten sich zwar bereits einige japanische Federgewichte, wie Hiroyuki Takaya oder Akitoshi Tamura, suchten nach mäßigen Erfolgen jedoch den Weg zurück nach Japan.

Tritt der erwartete Gehaltsanstieg in den unteren Gewichtsklassen wirklich ein, könnten jedoch auch weitere japanische Kämpfer dem Pfad in den Westen folgen. Besonders angesichts anhaltender Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten der führenden japanischen Organisationen könnte sich die Situation für diese zu einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale entwickeln.

Da die Federgewichtsklassen von Sengoku und vor allem von DREAM zu den wichtigsten Aushängeschildern der jeweiligen Veranstalter gehören, würde eine entsprechende Entwicklung spürbare Probleme für die japanischen Organisationen mit sich bringen. Verlieren die Organisationen einige ihrer Top-Kämpfer an die UFC, wird sich die Herausforderung, einen Abwärtstrend abzuwehren, weiter erschweren.

Das ehemalige UFC-Leichtgewicht Michihiro Omigawa, derzeit einer der erfolgreichsten Federgewichte im DREAM-Ring, lies bereits anklingen, eine Rückkehr in die UFC in Betracht zu ziehen, sollte er keinen angemessenen Kampf bei Dynamite!! 2010 bekommen. Seinem Vorbild folgen könnten auch Takaya und Tamura, wenn sie sich entscheiden, ihre bereits aufgebauten Verbindungen zu Zuffa zu nutzen.

Neben den japanischen Kämpfern, auf denen derzeit sicherlich der größte Fokus im Land der aufgehenden Sonne liegt, könnten sich aber auch Federgewichte wie der Sengoku-Champion Marlon Sandro oder der DREAM-Champion Bibiano Fernandes für den neuen potenziellen Arbeitgeber interessieren. Letzterer musste sich ohnehin schon mehrmals über die Zahlungsbereitschaft von DREAM beschweren.

Die alleinige Erweiterung der UFC-Gewichtsklassen bedeutet nicht gezwungenermaßen eine Korrosion auf dem japanischen Markt, da es erfolgreiche japanische Kämpfer wie Hayato Sakurai, Tatsuya Kawajiri oder Shinya Aoki ebenfalls nie darauf anlegten, in der UFC zu kämpfen. Finanzielle Probleme bei den japanischen Veranstaltern könnten jedoch dazu führen, dass sich auch diese und Federgewichte wie Norifumi Yamamoto, Mitsuhiro Ishida oder Miyata Kazuyuki dazu entscheiden, die Seiten zu wechseln. Durch diese Kausalbeziehung könnten sich negative Entwicklungen im japanischen MMA verstärken und zu einer weiteren Degeneration führen.