Kolumnen

UFC - Eine beeindruckende Entwicklung

Die UFC hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung gemacht. Seit der ersten Veranstaltung im November 1993 hat die Organisation mit UFC 133: Evans vs. Ortiz bereits 180 Veranstaltungen auf dem Rücken, bis zum Jahresende werden es voraussichtlich noch elf weitere sein. Damit einher ging auch ein radikaler Anstieg an Events, wie er in folgender Grafik zu beobachten ist.

UFC-Events pro Jahr (eigene Abbildung)
Allein im vergangenen Jahr stellte die UFC vierundzwanzig Veranstaltungen auf die Beine. Heuer sind es bisher vierzehn, am Ende des Jahres sollen es fünfundzwanzig sein, womit eine weitere Steigerung im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden kann. Auch die Anzahl der Auslandsevents erfuhr einen Aufwärtstrend in den letzten Jahren.

Von den kleinen Anfängen in Denver, Colorado hat man es heute in die Metropolen der weiten Welt geschafft. Mittlerweile fanden UFC-Events bereits in zehn Ländern, auf fünf Kontinenten statt. In diesem Jahr wurden bereits drei Veranstaltungen außerhalb der Vereinigten Staaten abgehalten, zwei in Kanada und eine in Australien. Noch in diesem Jahr folgen Events in Kanada und England sowie die lange erwartete Rückkehr der Organisation nach Brasilien. Am Ende des Jahres ergibt sich somit folgende länderspezifische Aufteilung an Austragungsorten.

UFC-Events je Land (eigene Abbildung)
Es liegt jedoch auf der Hand, dass dieser Trend nicht endlos in dieser Form weitergehen kann. Irgendwann ist der Markt gesättigt, da sich die Aufmerksamkeit der Fans auf zu viele Veranstaltungen aufteilt. Mit fünfundzwanzig Events am Ende des Jahres, finden je Monat durchschnittlich mehr als zwei Events statt. Diese Entwicklung war zum einen durch die weltweite Expansion möglich sowie durch das Aufkaufen von Konkurrenten. Durch weniger Konkurrenzveranstaltungen war es möglich, die Anzahl der eigenen Events zu erhöhen, ohne den Markt zu übersättigen. Außerdem konnte man durch die Akquisitionen neue Kämpfer unter Vertrag nehmen und erhielt somit eine Basis für weitere Punkte im Veranstaltungskalender. Die Anzahl der Kämpfer auf UFC-Niveau stellt eine weitere Begrenzung für das Wachstum in dieser Hinsicht dar. Je mehr Events, umso schwieriger wird es, diese mit adäquaten Kämpfern zu füllen. Schließlich soll auch ein gewisses Niveau bei den Veranstaltungen gewährleistet werden.

Durch die Übernahme von Strikeforce hat die UFC wieder einmal ihren größten Kontrahenten aus dem Geschäft gezogen und kann sich somit, zum einen weitere Spitzenkämpfer sichern, zum anderen erhält man dadurch Veranstaltungsfreiräume. Dies bietet die Möglichkeit für eine weitere Erhöhung der Eventzahlen. Ein weiterer Schritt, der nicht mehr lange auf sich warten könnte, wäre, die Einführung einer Fliegengewichtsklasse. Mit einer weiteren Gewichtsklasse könnte man neue Kämpfer unter Vertrag nehmen und hätte damit auch dahingehend wieder mehr Spielraum.

Danach wird es jedoch schwierig, den Trend weiterzuführen. Frauenkämpfe ins Programm aufzunehmen scheint derzeit keine Option für die UFC darzustellen. Es wird auch noch Jahre dauern, bis genügend Frauen auf einem Nivea kämpfen, dass sie für die UFC aus sportlicher Sicht attraktiv macht. Auf lange Sicht wird es jedoch mehr qualifizierte Kämpfer in diesem noch jungen Sport geben, was die Anzahl an Kämpfern mit UFC-Niveau erhöhen wird und somit auch die Chance auf weitere Events. Der Anstieg wird jedoch langsamer von statten gehen als bisher, da entsprechende Entwicklungen Zeit benötigen. Die Grenze der Marktübersättigung bleibt jedoch weiterhin aufrechterhalten und wird irgendwann eintreten.

Die Entwicklung der Eventzahlen in den letzten Jahren (ab 2004), weist, wie in der unteren Grafik abgebildet, einen sehr schnellen Anstieg am Beginn auf. Danach ist eine geringere Steigung abzulesen. Dies ermöglicht den Ansatz einer logarithmischen Trendanalyse (grüne Kurve), welche entsprechende Entwicklungen beachtet.

Trendlinie (eigene Abbildung)
Die dargestellte Trendlinie beruht zwar lediglich auf einer Berechnung anhand der bisherigen Daten, könnte sich aber angesichts der angeführten Entwicklungen als durchaus richtig ergeben. Sie zeigt eine Entwicklung, in der die Anzahl der Events in den nächsten Jahren je um einen Event zunehmen, danach verlangsamt sich dieser Trend.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die UFC im letzten Jahrzehnt eine beeindruckende Entwicklung gemacht hat. Diese Entwicklung kann sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen, wird jedoch langsamer und irgendwann aufgrund der Marktsättigung letztlich ein Ende finden.

Daniel Scherhammer ist stellvertretender Chefredakteur von GroundandPound. Er berichtet über Mixed Martial Arts (MMA) und Grappling. Für noch mehr News, Gerüchte und Meinungen, folgt ihm auf Twitter: @DanielS_GnP.