Kolumnen

UFC-Debütanten im Juni: Sajewski, Mustafaev und Bossé in Aktion

Lukasz Sajewski debütiert gegen Nick Hein (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Die UFC - für die meisten MMA-Kämpfer stehen diese drei Buchstaben für das große Ziel. Wer es in die UFC geschafft hat, darf sich auf der ganz großen Bühne des MMA beweisen und kann vielleicht irgendwann auf den Spuren von Cain Velasquez, Georges St. Pierre und Co. wandeln. Für diese vier Kämpfer kommt es im Juni zum ersten UFC-Kampf:

Andrew Todhunter (7-0)

Neun Tage Vorbereitung auf den ersten UFC-Kampf? Kein Problem für Andrew Todhunter. Der "Sniper" betritt die UFC kurzfristig und mit der Erfahrung aus insgesamt 14 erfolgreichen Profi- und Amateurkämpfen. Der frühere Scharfschütze des US-Militärs musste in seiner Profizeit nicht ein einziges Mal in die dritte Runde und überzeugte bisher durch starkes Ringen und Submission-Defense. Hat der 26-Jährige eine gute Position am Boden eingenommen, ist der Kampf schon so gut wie vorbei. Harte Schläge sorgen entweder für einen Kampfabbruch oder bereiten einen Würgegriff, meist den Rear-Naked Choke, vor. Im Stand darf man noch keine Wunderdinge von Todhunter erwarten. Hier ist der Kämpfer der Clinch Martial Arts Academy in Oklahoma noch sehr roh, bringt aber bereits ein gutes Boxverständnis und eine lange Reichweite mit in den Käfig. Andrew Todhunter trifft in seinem UFC-Debüt bei UFC 188 auf Albert Tumenov.

Magomed Mustafaev (11-1)

Mit Magomed Mustafaev betritt ein weiterer russischer Kämpfer die UFC. Der 26-Jährige vom Fight Club Berkut hat mittlerweile den Schritt in die USA gewagt und trainiert seitdem beim American Top Team. Mustafaev verdiente sich die UFC-Berufung durch elf Siege aus zwölf Kämpfen in Russland, bei denen er sich zuletzt gegen die hoch eingeschätzten Talente Amirkhan Adaev und Abubakr Nurmagomedov, Khabibs Bruder, vorzeitig durchsetzte. Das Leichtgewicht ist ein starker und aggressiver Grappler auf der Matte, der auch im Stand nicht zu unterschätzen ist, dabei aber gerne etwas wild mit langen Kicks oder Spinning Back Fists agiert. Mustafaev ist bisher nur ein durchschnittlicher Ringer, sowohl offensiv als auch defensiv. Er kann seinen Gegner auf die Matte bringen, dabei aber genauso gut selbst auf dem Rücken landen. Magomed Mustafaev stellt sich am 20. Juni in Berlin Piotr Hallmann.

Lukasz Sajewski (13-0)

Zwar schon einige Monate unter Vertrag, gibt Hallmanns Teamkollege Lukasz Sajewski erst am 20. Juni in Berlin sein offizielles UFC-Debüt, nachdem sich ein Kampf letzten September gegen Leonardo Santos aufgrund einer Verletzung zerschlug. Der "Wookie" macht, obwohl erst 24 Jahre alt, bereits seit sieben Jahren die polnische MMA-Szene unsicher und betritt bei der UFC Fight Night in Berlin kein Neuland, schließlich sahen ihn deutsche Fans bereits bei der sechsten Fight Night Merseburg vor anderthalb Jahren. In seiner Vita finden sich Erfolge über Kämpfer wie Kamil Gniadek, Igor Egorov oder Bellator-Leichtgewicht Marcin Held. Im Stand verlässt sich der Pole vornehmlich auf seine Fäuste und dabei insbesondere auf seine Defensive und den Jab. Dabei ist Sajewski manchmal zu passiv und zögerlich. Geht es doch auf die Matte, hat man einen aggressiven Grappler gegen sich, der die Hälfte seiner Siege durch Submission erreicht hat. Sajewski debütiert in Berlin gegen Nick Hein.

Steve Bossé (10-1)

Aller guten Dinge sind drei. Im dritten Anlauf soll es für Steve "The Boss" Bossé endlich mit dem ersten UFC-Kampf klappen. Der frühere Eishockeyspieler hätte bereits im April letzten Jahres sein Debüt gegen Ryan Jimmo geben sollen, verletzte sich aber an der Schulter und beendete seine Karriere. Als ein Gericht Quinton Jacksons Auftritt gegen Fabio Maldonado bei UFC 186 verhindern sollte, warf Bossé den Rücktritt über Bord und stand gegen den Brasilianer zur Verfügung. Nun, nachdem Jackson doch antreten durfte, soll es Ende Juni in Brasilien soweit sein. Bossé ist dabei alles andere als ein Allrounder. Der 33-Jährige beschränkt sich, soweit es möglich ist, auf seinen Standkampf. Die Offensive und das Clinchen sind dabei auf einem soliden Niveau, der Rest seines Arsenals ist ausbaufähig. Die einzige Stärke auf der Matte sind Schläge aus der Oberlage, ansonsten wird Bossé versuchen, schnellstmöglich zurück in den Stand zu kommen. Hier überzeugt er durch präzise und schnelle Schläge und Kombinationen. Wenn keine weitere Verletzung dazwischen kommt, trifft Steve Bossé am 27. Juni in Brasilien auf Thiago Santos.

Bilanz der UFC-Debütanten im Mai: 6 Siege, 4 Niederlagen
Siege: Ben Nguyen (gg. Alptekin Ozkilic), Levan Makashvili (gg. Mark Eddiva), Islam Makhachev (gg. Leo Kuntz), Darren Till (gg. Wendell Oliveira), Nicolas Dalby (gg. Elizeu Zaleski), Tom Breese (gg. Luiz Dutra Jr.)

Niederlagen:  Jonavin Webb (gg. Kyle Noke), Leo Kuntz (gg. Islam Makhachev), Elizeu Zaleski (gg. Nicolas Dalby), Ericka Almeida (gg. Julianna Lima)