Kolumnen

Tyson vs. Holyfield III?

Foto via innthebasement.com

Werden die beiden Boxlegenden „Iron“ Mike Tyson (50-6, 44 KO, 2 NC) und Evander Holyfield (43-10-2, 28 KO) ein drittes Mal gegeneinander in den Ring steigen? Der renommierte amerikanische Sportjournalist Kevin Iole meint jedenfalls, Gespräche zu einem weiteren Kampf der beiden alternden Boxer würden bereits geführt.

Die entscheidende Frage eines jeden Fans, egal ob von Tyson, Holyfield oder dem Boxsport im Allgemeinen, sollte jedoch sein: Muss es wirklich sein, dass die beiden Boxlegenden „Iron“ Mike Tyson und Evander Holyfield ein drittes Mal gegeneinander in den Ring steigen?

Mike Tyson ist seit fünf Jahren im Ruhestand. Der 43-Jährige ist weit entfernt von einer Form, die einen professionellen und sehenswerten Boxkampf erlauben würde. Holyfield ist nach wie vor aktiver Berufsboxer, doch ist er mittlerweile 47 Jahre alt und weit über seinen Zenit hinaus. Beide Tyson vs. Holfield-Fights sind legendär, doch liegen sie bereits 13, bzw. 14 Jahre zurück. Keiner der beiden Boxer ist nur ansatzweise in der Lage, einen attraktiven Kampf für zahlende Zuschauer zu bieten.

Während Evander Holyfield seinen letzten Fight gegen den ebenso abgehalfterten Francois Botha gewinnen konnte und auch gegen den Riesen Nikolai Valuev recht agil aussah, wurde Tyson in seinen letzten beiden Kämpfen von Fallobst wie Kevin McBride und Danny Williams KO geschlagen.

Das Problem ist, dass dieser Fight – so sinnlos wie er hier selbst auf dem Papier erscheint – wohl sehr wahrscheinlich stattfinden könnte. Geld regiert die Welt. Nirgendwo hat dieses Sprichwort mehr Bedeutung als im Boxmekka USA. Ein windiger Promoter findet sich sicher, ebenso ein williger Pay-Per-View-Anbieter. Die notorischen Geldprobleme von Tyson und Holyfield sind bekannt. Dem Kampf steht also de facto nichts mehr im Weg.

Ich kann nur hoffen, dass keiner der beiden Boxer sich auf ein solches Spektakel einlässt. Ich mag Holyfield und ich liebe Tyson. Zu sehen, wie sich die Beiden für so etwas hingeben, sich letzten Endes mit ziemlicher Sicherheit unglaublich blamieren, dass möchte ich wirklich nicht sehen. Weder als Fan, noch als Journalist.

Von einer Fortführung seiner aktiven Karriere wird Evander Holyfield wohl nicht abzubringen sein, schließlich befindet er sich nach eigener Aussage erneut auf dem Weg zu einem der großen Weltmeistertitel. Das ist okay, gegen mehr oder minder unbedeutende Fights, wie den gegen Botha, habe ich im Grunde nicht viel einzuwenden. Die tun keinem Weh.

Bei Tyson ist es jedoch etwas Anderes. Am vergangenen Wochenende fand die diesjährige Einführung in die Hall of Fame des Boxsports statt. Unter anderem wurde dort der deutsche Boxpromoter Wilfried Sauerland in der Ruhmeshalle Willkommen geheißen. Das Aufnahmekriterium für ehemalige Boxer, ist eine mindestens fünfjährige Abstinenz vom aktiven Wettkampfsport. Diese Zeit ist für „Iron“ Mike in diesem Jahr verstrichen, ab dem nächsten Jahr kann er also für die Hall of Fame benannt werden. Dass ein ein Platz unter den größten Namen des Sports für Mike Tyson so gut wie sicher ist, muss ich hier wohl nicht weiter ausführen.

Nach meiner Ansicht, sollte er sich diesen Moment nicht für ein paar schmutzige Dollar aus einem schrecklichen Boxkampf ruinieren lassen – sein nächster Termin wäre dann schließlich frühestens 2015. Durch Werbespots, diverse TV-Auftritte und sogar Nebenrollen in Kinofilmen, müsste sich Tyson momentan bequem über Wasser halten können. Ein weiterer Kampf gegen Holyfield, der eine Schande für den Boxsport und Tyson im Besonderen wäre, muss sich der einstmals „Böseste Mann auf dem Planeten“ also bitte nicht mehr hergeben. Bitte.