Kolumnen

Top-Kämpfe, Top-Organisationen

Lyoto Machida vs. Mauricio Rua, Jose Aldo vs. Urijah Faber oder Jake Shields vs. Dan Henderson, dass sind die Top-Kämpfe, wie sie die Fans lieben. Ein Blick auf die vergangenen sechs Monate ermöglicht den Vergleich der verschiedenen Organisationen anhand ihrer Top-Kämpfe. Wer stellte die meisten Kämpfe zwischen Top 10-Kämpfern auf die Beine, wer die meisten Kämpfe mit einseitiger Top 10-Beteiligung und wer die meisten potenziellen Top-Kämpfe? Die ersten beiden Kategorien lassen sich leicht anhand der GroundandPound-Rangliste betrachten, letztere bleicht mit einem Hauch an Subjektivität befangen.


Top10vsTop10, eigene DarstellungZuerst sei ein Blick auf die Kategorie „Top 10-Kämpfer gegen Top 10-Kämpfer“ geworfen. Erwartungsgemäß bot hierbei die UFC als führender MMA-Veranstalter die meisten Top-Kämpfe, elf an der Zahl.

Vor allem in den Monaten Februar und Mai verschaffte sich die UFC einen Vorteil, als man jeweils drei entsprechende Kämpfe auf die Beine stellte. Im Mai setzte die Organisation ihre Halbschwergewichte in Szene. Mit dem Kampf zwischen Mauricio Rua und Lyoto Machida präsentierte man das einzige „#1 gegen #2“-Duell des ersten Halbjahres 2010. Außerdem fand im selben Monat mit dem Kampf zwischen Top10vsTop10, eigene DarstellungRashad Evans und Quinton Jackson ein Kampf zwischen der #3 und #4 im Halbschwergewicht statt.

Strikeforce, sowie die WEC veranstalteten stellten im selben Zeitraum jeweils vier solche Top-Kämpfe. Im April blieben beide Organisationen mit zwei „Top 10 vs. Top 10“-Kämpfen Kopf-an-Kopf mit der UFC. Die japanischen Organisationen Shooto und World Victory Road bzw. Sengoku sind mit jeweils einem Kampf vertreten.



Top10vsX, eigene DarstellungAuch in der Kategorie „Top 10-Kämpfer gegen Nicht-Top 10-Kämpfer hat die UFC die Nase vorne, gefolgt von ihrer Schwesterorganisation, der WEC.

Bei der Veranstaltung WEC 46 - Varner vs. Henderson fanden gleich vier Kämpfe dieser Kategorie statt, womit man die höchste Zahl des Halbjahres erreichte. Die Top-Kämpfer Urijah Faber, Mike Thomas Brown, Akitoshi Tamura und Wagnney Fabiano traten dabei gegen viel versprechende Gegner an. Tamura musste sich als #5 gegen Charlie Valencia geschlagen geben, während Faber, Brown und Fabiano erfolgreich waren.

Top10vsX, eigene DarstellungDanach folgen Strikeforce und Bellator in Amerika und die japanischen Veranstalter Shooto und DREAM mit jeweils zwei Kämpfen. Mit Sengoku präsentierte ein weiterer Veranstalter aus dem Land der aufgehenden Sonne einen Kampf dieser Kategorie. Mit einem Kampf zwischen den Federgewichten Michihiro Omigawa und Micah Miller schaffte es auch die Abschiedsveranstaltung von Hidehike Yoshida (Astra) in die Wertung, geführt unter „Andere“.



XvsX, eigene DarstellungBesonders deutlich wird die Vormachtstellung der UFC in der Kategorie der potentiellen Top-Kämpfer (z.B. Mirko Filipovic, Marius Zaromskis, Josh Barnett oder Mark Hominick). Kämpfe mit Beteiligung eines Kämpfers, der als Kandidat für die Top 10 angesehen wird, wurden von der UFC insgesamt 35 Mal im ersten Halbjahr aufgestellt.

Mit ihren Turnieren konnte Bellator den Platz zwei in dieser Kategorie erringen. Durch Siege in den Turnierrunden konnten die Kämpfer Siege sammeln und wuchsen im Laufe der Saison zu potentiellen Top-Kämpfern heran. Außerdem traten die Champions wie Joe Soto und Hector Lombard an, womit man weitere Punkte sammeln konnte.

XvsX, eigene DarstellungEine Vielzahl an Erfolgsversprechenden Kämpfern konnten sich auch bei World Extreme Cagefighting präsentieren. Dreizehn entsprechende Kämpfe gab es im vergangenen Halbjahr zu sehen, womit man einen Kampf vor Strikeforce liegt.

Die japanischen Organisationen schieden in dieser Kategorie deutlich schlechter als die amerikanischen Veranstalter ab und mussten sich alle samt hinter diesen einreihen. DREAM präsentierte acht Kämpfe, während Sengoku und DEEP lediglich drei Kämpfe in dieser Kategorie aufweisen konnten.


Top10-Kämpfe, eigene DarstellungInsgesamt weist die UFC mit 58 Duellen den größten Anteil an „Top-Kämpfen“ im ersten Halbjahr 2010 vor, womit man mehr als doppelt so viele entsprechende Kämpfe wie die WEC auf Platz zwei auf die Beine stellte. Eine Betrachtung der Anzahl der Events ermöglicht einen relativen Vergleich (Top-Kämpfe durch Anzahl an Events). Hierbei liegt die WEC mit 24 Kämpfen bei vier Events vorne, was einem Punktewert von 6,0 entspricht. Auch DREAM errang mit 5 Punkten einen sehr hohen Wert. Dies zeigt, dass die beiden Organisationen sehr viel versprechende Events mit einer großen Menge an Top-Kämpfern präsentieren. Beträchtlich bleibt aber auch die Stärke der UFC, welche trotz einer Summe von zwölf Events einen Wert von 4,83 erreichte.