Kolumnen

The Ultimate Fighter – Ein Konzept mit Zukunft?

Im September startet die bereits vierzehnte Staffel von „The Ultimate Fighter“ mit Turnieren im Feder- und Bantamgewicht. Ein Grund, einen Blick auf die Erfolge der bisherigen Sieger zu werfen.

Während es kein Geheimnis ist, dass die Reality-TV-Show für einen großen Teil der Erfolgsgeschichte der UFC verantwortlich ist, ist es ebenso wenig überraschend zu hören, dass mit fortlaufender Anzahl an Staffeln die Qualität der Kämpfer sinkt. Seit der ersten Staffel, welche im Januar 2005 über die Bühne ging, liefen bisher dreizehn Staffeln der Erfolgsserie über die Bildschirme. Dass der Pool der adäquaten Kämpfer bei entsprechend vielen Staffeln rapide sinkt, ist dabei unumgänglich. Wie sich diese Tatsache auf den Erfolg der bisherigen Sieger auswirkt, soll folgend untersucht werden.

Folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Kämpfe, die ein Staffelsieger nach dem Gewinn des Finales bestritten hat, dabei seine Siege und Niederlagen sowie die Differenz zwischen diesen (positive Differenz bedeutet mehr Siege als Niederlagen). Die letzten drei Staffeln können dabei ausgegrenzt werden, da ihre Sieger noch keine bzw. erst einen Kampf bestritten haben.

The Ultimate Fighter - Die Sieger (eigene Abbildung)
Auf den ersten Blick lässt sich anhand der Differenz schon eine fallende Tendenz erkennen. Obwohl es auch zwischen den Kämpfern der einzelnen Staffeln starke Unterschiede gibt, konnte man aus den ersten drei Staffeln zumindest einen Kämpfer mit sehr guten Resultaten hervor bringen. Interessant zu beobachten ist nebenbei, dass Nate Diaz als alleiniger Sieger der fünften Staffel, in einer relativ kurzen Zeit sehr viele Kämpfe bestritt.

In der nächsten Tabelle sind nun die Daten der Sieger je Staffel kombiniert, was einen weiteren Vergleich ermöglicht.

The Ultimate Fighter - Die Staffeln (eigene Abbildung)
Aus dieser Tabelle wurde wiederum folgendes Diagramm abgeleitet. Trotz Schwankungen zeigt sich ein klarer Abwärtstrend innerhalb der Differenzen, was durch den Mittelwert, welcher stetig fällt, verdeutlicht wird. Besonders negativ fällt die vierte Staffel auf, wobei es sich um die erste und einzige „Comeback“-Staffel handelte. Dabei bekamen ehemalige UFC-Kämpfer die Chance, sich zurück in die Organisation zu kämpfen und erhielten sogar einen Titelkampf. Dass dieses Konzept nicht weiter verfolgt wurde verdeutlicht, wie auch der Tiefpunkt in Diagramm, dass die Staffel wohl eher als Fehlschlag zu interpretieren ist. 

The Ultimate Fighter - Differenz und Mittelwert (eigene Abbildung)
Den bisher größten Erfolg weisen die Gewinner der ersten drei Staffeln auf, zumindest jeweils einer der Sieger. Forrest Griffin und Rashad Evans konnten nach ihrem „The Ultimate Fighter“-Sieg binnen drei Jahren den Titel in ihrer Gewichtsklasse erringen. Etwas, das abgesehen von Matt Serra, welcher von seinen anschließenden vier Kämpfen nur einen gewinnen konnte, keinem Staffelsieger bisher mehr gelang. Eine besonders gute Sieg-Niederlagen-Differenz kann auch der Engländer Michael Bisping, Sieger der dritten Staffel, vorweisen. Zehn Siegen stehen dabei lediglich drei Niederlagen gegenüber.

Woran liegt es also, dass man keine viel versprechenden Athleten, wie in den ersten Staffeln, mehr zu Tage fördern kann? Wie Anfangs angesprochen, ist es schwer bei einer großen Anzahl an Staffeln immer weitere Talente zu finden. Konkurrenten wie Bellator, die ebenfalls Turniere mit aufstrebenden Kämpfern veranstalten, verdünnen den Pool darüber hinaus noch weiter. Möglicherweise erfolgt aber auch einfach eine falsche Auswahl der Kämpfer. Tatsächlich wird es sich um eine Kombination der Faktoren handeln.

Ob mit der nächsten Staffel, die mit Bantam- und Federgewichten einen ganz neuen Pool an Kämpfern angreift, eine Trendwende erreicht wird, wird sich ab September zeigen. Trotz der aufgezeigten Tendenzen hat die TV-Show eine völlige Berechtigung, welche nach ihrer Erfolgsgeschichte nicht anzutasten ist. Dennoch kann man sich fragen, wie lange das Konzept in dieser Form noch tragbar ist, sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen.