Kolumnen

Strafen für Dopingsünder

Foto via WADA

Inzwischen wurde hinlänglich darüber berichtet, dass Chael Sonnen mit viel zu hohen Testosteronwerten erwischt wurde. Nach längerem Schweigen hat er nun beschlossen, das Ergebnis anzufechten. In welcher Weise er das möchte, steht noch nicht fest. Dazu dürfte es schwierig werden zu erklären, warum er bereits vor dem Kampf zum Verantwortlichen der sportlichen Regulierungsbehörde gesagt hatte, dass er Steroide genommen hatte und vermutlich positiv testen würde, aber keinen Grund angab, weswegen er diese genommen hatte. Die normale Strafe in einem solchen Fall wäre ein Jahr Sperre und eine Geldstrafe, aber ist dies wirklich genug?

Glaubt man UFC-Präsident Dana White, dann ist das genug. Jedenfalls behauptete er in einem Interview, dass es nichts gäbe, was er noch machen könnte. Solle er eine noch höhere Geldstrafe verhängen? Die Kämpfer können schon während der Sperre kein Geld verdienen, was brächte da eine weitere Geldstrafe? So sieht White die Situation. Abgesehen von einer Geldstrafe hätte er aber noch eine weitere Option, positiv getestete Kämpfer zu bestrafen: Er könnte sie entlassen. Da es das Ziel eines jeden MMA-Kämpfers ist, für die UFC zu kämpfen, sollte diese Strafe wesentlich höher wiegen als eine weitere Geldstrafe. Dabei sollte auch nicht das Argument gelten, dass die Kämpfer dann in anderen Organisationen unterkommen würden, schließlich hat die UFC einen ganz anderen Status als z.B. Strikeforce oder DREAM.

Wie will man einen Sport vom Doping säubern, wenn erwischt zu werden kaum Konsequenzen hat? Tim Sylvia und Sean Sherk kämpften, in ihren Kämpfen nach ihrer Dopingsperre, gleich wieder um den Titel, weswegen es auch nicht verwunderlich wäre, wenn Sonnen in seinem nächsten Kampf, ebenfalls um den Titel kämpfen würde. Dabei bestünde jetzt die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen. Es gäbe bestimmt viele Kämpfer, die es sich zweimal überlegen würden, nach verbotenen Substanzen zu greifen, wenn sie gleich nach dem ersten Verstoß aus der UFC geschmissen würden.

Warum wirft man also Todd Duffee raus, der sich negativ über sein Gehalt geäußert hat, aber Kämpfer, die erwiesenermaßen betrogen haben, kommen mit einer Sperre davon? Stimmt da das Verhältnis noch oder ist man sich darüber im Klaren, dass viele der Kämpfer in der UFC dopen und es damit auch die Zuschauermagneten treffen könnte - und wer will schon einen Kämpfer verlieren, der bei jedem seiner Kämpfe die Halle füllt? Welche Absichten genau hinter der Nichtbestrafung durch die UFC liegen, wird man wohl kaum erfahren, aber sollte White wirklich Interesse daran haben, den Sport von Dopingsündern zu säubern, dann wäre es sinnvoll, auch mal konsequent zu sein und diese erwiesenen Betrüger zu bestrafen.