Kolumnen

Road to SFL 2 - Teil 1

Die Super Fight League feierte ihr Debüt am 11. März (Foto: Benji Radach)

Mit der Super Fight League begann am 11. März in Mubai das Unternehmen Mixed Martial Arts in Indien. Elite XC, Strikeforce und UFC-Veteran Benji Radach war mit Dennis Hallman im Land der Gegensätze unterwegs, um mit den härtesten Kämpfern Indiens zu trainieren. Bei GroundandPound berichtet er exklusiv über den Stand des MMA in Indien, die gesellschaftlichen Verhältnisse in dem Land und das Training mit den besten Kämpfern Indiens.

Im ersten Teil unserer Reihe „Road to SFL 2" spricht Radach über die Schwierigkeiten, mit denen MMA in Indien zu kämpfen hat, das Gefälle zwischen Arm und Reich und warum er dennoch Hoffnung für Mixed Martial Arts in Indien sieht:

"Mit ihrer Firma Super Fight Promotion Pvt. Ltd haben Raj Kundra und Sanjay Dutt die erste professionelle Mixed Martial Arts-Liga Indiens ins Leben gerufen: Super Fight League 'SFL'. MMA ist der am schnellsten wachsende Sport der Welt und eine Multimilliarden-Dollar-Industrie im Westen. Kampfsport wurde in Indien erfunden und dieses tödliche Duo will die besten Kämpfer der Welt finden und in den Käfig bringen."

SFL Käfig
SFL Käfig

"Aber bevor sie richtige Top-Events in ihr Land bringen können, haben sie noch einiges an Arbeit vor sich. Ihr dürft nicht vergessen, dass MMA hier jetzt erst anfängt und damit meine ich, dass wir hier wirklich noch ganz am Anfang sind. Hier weiß kaum einer, was eine Guard, Sidecontrol, Sidemount oder ein Armbar ist und wenn man Rear-Naked Choke sagt, wird man ganz merkwürdig angesehen."

SFL 1 Dance Show

Radach, der seinen ersten MMA-Kampf 2001 bestritten hat und aktuell einen MMA-Rekord von 21-6-1 aufweisen kann, sieht zwar Parallelen zur Entwicklung des MMA in den USA, allerdings bereiten ihm besonders die lokalen Gegebenheiten Bedenken, besonders die sozialen Bedingungen könnten der Entwicklung des Sports im Wege stehen:

"Im Moment ist es hier in etwa so, wie es 1990 in den USA war. In den USA war allerdings Ringen sehr weit verbreitet und man hatte andere Dinge, auf denen man aufbauen konnte. Und wenn man sich dazu Indiens Kultur und den Körperbau der Leute ansieht, dann sehen die meisten Menschen hier nicht so aus, als ob sie besonders viel Testosteron hätten. Aber das kann auch durch Unterernährung verursacht werden, da der Großteil der Bevölkerung hier in Armut lebt. Und wenn ich Armut sage, dann spreche ich nicht davon, dass sie nicht viel besitzen. Ich spreche über ein Leben in Holzbaracken, ohne Hemden und ohne Schuhe. Die Art von Armut, die man sich nicht gerne ansieht."

Armut in Indien
Armut in Indien

"Es gibt keine Mittelschicht, nur Arm und Reich. Ich rede von stinkendem Abwasser auf der Straße und armen kleinen Kindern. Doch Indien hat mehr Milliardäre als jedes andere Land der Welt. Das ist krank und dazu gibt es hier viele den Westen hassende Al Quaida-Gruppen."

Reichtum in Indien

"Nach den ersten paar Tagen in Mumbai, Indien wusste ich viele der kleinen Dinge, die ich zuhause in den USA habe, viel mehr zu schätzen. Ich kann das gar nicht alles begreifen, was ich hier sehe. Dagegen ist Tijuana, Mexiko das reinste Paradies."

Armut in Indien

Dennoch sieht Radach durchaus einen Hoffnungsschimmer für MMA in Indien und besonders die weitere Entwicklung der Kämpfer:

"Die meisten Männer sehen hier nicht unbedingt wie Gewichtheber aus, aber es sind harte Jungs. Der Inder Sushil Kumar hat die olympische Goldmedaille im Ringen gewonnen. Sie haben also die Möglichkeit, die Leute auf dieses Level zu bringen und sie haben eine viel größere Bevölkerung, deswegen bin ich mir sicher, dass es da draußen sehr viele versteckte Talente gibt."

Im nächsten Teil unserer Reihe „Road to SFL 2" berichtet Radach von der ersten Veranstaltung der Organisation SFL, dem Abschneiden seiner Kämpfer und welchen Einfluss Blut auf den Ausgang eines der Kämpfe hatte.

Dank geht an Peter Schmidthuisen und Benji Radach für das zuarbeiten der Informationen, für das Interview und die Fotos.