Kolumnen

Nachwehen von UFC 146

Am vergangenen Wochenende fuhr die UFC bei UFC 146 die schweren Geschütze auf: Alle Hauptkämpfe des Events waren Schwergewichtsduelle und die großen Jungs lieferten den Fans das, was man sich von ihnen erhofft hatte. Lediglich Champion Junior dos Santos und Stipe Miočić brauchten zwei Runden, um ihren Gegner zu besiegen. Cain Velasquez, Stefan Struve und Roy Nelson schickten ihre Gegner bereits in der ersten Runde nach Hause.

Junior dos Santos besiegt Frank Mir durch TKO

Frank Mir suchte gleich zu Beginn der ersten Runde den Takedown, nachdem Junior dos Santos diesen abgewehrt hatte, hatte der Brasilianer leichtest Spiel. Mir versuchte keinen weiteren Takedown und der Champion konnte ihn im Stand vorführen. In der zweiten Runde schickte dos Santos seinen Gegner dann endgültig zu Boden und gewann schließlich durch TKO nach 3:04 Minuten.

Junior dos Santos

Eine weitere überzeugende Leistung von dos Santos lässt die ersten Fans schon überlegen, ob er der erste Kämpfer ist, der den Schwergewichtstitel über einen längeren Zeitraum halten kann. Den ersten Beweis dafür wird er in seinem nächsten Kampf liefern können, wenn er erneut gegen den an diesem Abend ebenfalls sehr überzeugenden Cain Velasquez antritt. Der Kampf steht bereits fest, allerdings wurde bisher noch kein Datum bekanntgegeben.

Frank Mir

Das dürfte die letzte Titelchance für Mir gewesen sein. Somit wird es in den nächsten Jahren darum gehen, interessante Herausforderungen für ihn zu finden, und davon gibt es im Moment im Schwergewicht einige. Antonio Silva würde vom Zeitrahmen ähnlich gut passen, wie Fabricio Werdum, der bei UFC 147 gegen Mike Russow kämpfen wird. Da Strikeforce bisher noch keinen Gegner für Josh Barnett bekanntgegeben hat, wäre es zudem eine Überlegung wert, Mir gegen Barnett zu stellen. Beide Kämpfer sind schon lange im Geschäft dabei und können einen Kampf sehr gut vermarkten, dazu haben sie ähnliche Stärken, weswegen dies ein interessantes Duell werden dürfte.

Cain Velasquez besiegt Antonio „Bigfoot“ Silva durch TKO

Cain Velasquez brauchte nur sechs Sekunden, um Antonio Silva zu Boden zu bringen. Dort bearbeitete er den Brasilianer mit hartem Ground and Pound und öffnete dabei einen Cut auf dem Nasenbein von „Bigfoot“. Diese Wunde blutete so stark, dass beide Kämpfer nach kurzer Zeit mit Blut überströmt waren. Nach einem kurzen Blick auf den Cut signalisierte der Ringarzt, dass der Kampf weitergehen konnte, was für Silva allerdings nur noch mehr Prügel bedeutete, bevor der Ringrichter den Kampf nach 3:36 Minuten dann doch abbrach.

Cain Velasquez

Es schien so, als würde Velasquez in diesem Kampf seinen ganzen Frust über die Niederlage gegen dos Santos rauslassen. Nachdem er dies getan hat, wird es nun Zeit, sich auf den Rückkampf gegen den Champion vorzubereiten und wer weiß, wie das Duell ausgeht, wenn beide Kämpfer gesund sind.

Antonio „Bigfoot“ Silva

Silva musste am Wochenende erfahren, wie Fedor Emelianenko sich gegen ihn gefühlt haben dürfte. Nach dieser Niederlage und der Niederlage in seinem vorherigen Kampf gegen Daniel Cormier dürfte allerdings klar sein, dass „Bigfoot“ in nächster Zeit nicht um den Titel kämpfen wird. In einem Kampf gegen Frank Mir könnte er jedoch beweisen, dass er immerhin noch unter die Top 10 im Schwergewicht in der UFC gehört. Sollte es nicht zu dem Kampf kommen, wäre auch er ein möglicher Gegner für Josh Barnett, in dessen letzten Kampf in Strikeforce.

Roy Nelson besiegt Dave Herman durch KO

Nachdem Roy Nelson die ersten paar Sekunden genutzt hatte, um die Distanz zu finden, schlug nach 50 Sekunden eine harte Rechte bei Herman ein und streckte diesen zu Boden, womit der Kampf auch schon zu Ende war.

Roy Nelson

Nelson ist im Moment in der schwierigen Situation, dass er gegen die guten Leute, wie Fabricio Werdum, Frank Mir und Junior dos Santos nicht gewinnen kann, Kämpfer wie Herman, Stefan Struve oder Brendan Schaub dagegen locker KO schlägt. Somit ist er der perfekte Test für Kämpfer, die in der UFC hoch hinaus wollen. Die besten Beispiele im Schwergewicht sind dafür im Moment Stipe Miočić und Travis Browne, für die Nelson ein interessanter Test wäre. Außerdem könnte er sich sicherlich einen interessanten Schlagabtausch mit Mark Hunt liefern.

Dave Herman

Herman kam mit einem Kampfrekord von 21-2 in die UFC und wurde von vielen Experten ziemlich hoch gehandelt. Nach zwei KO-Niederlagen in Folge steht er nun allerdings kurz vor seinem Rauswurf. Ein ähnliches Schicksal teilen Pat Barry und Brendan Schaub, weswegen beide prädestiniert für ein „Loser leaves UFC“-Duell gegen Herman wären.


Stipe Miočić besiegt Shane del Rosario durch TKO

Shane del Rosario bestimmte die erste Runde gegen Stipe Miočić mit seinen Kicks zum Körper. Immer wieder kamen die Kicks des Rechtsauslegers durch und mehrfach konnte man Miočić ansehen, dass die Treffer Wirkung hinterlassen hatten. Dennoch konnte auch der Kroate in der ersten Runde einige gute Schläge landen, allerdings ging die Runde klar an del Rosario. Miočić zog daraus seine Lehren und brachte del Rosario in der zweiten Runde schnell zu Boden und bearbeitete ihn dort mit Ground and Pound, bis der Ringrichter den Kampf abbrach.

Stipe Miočić

Miočić ist immer noch ungeschlagen und kann nun auch drei Siege in der UFC vorweisen, weswegen es für ihn Zeit wird, die Schwergewichtsleiter etwas höher zu klettern und gegen einen etablierten Kämpfer anzutreten. Roy Nelson wäre dabei sicherlich eine interessante Option, aber auch der Sieger des Duells zwischen Antonio Rodrigo Nogueira und Cheick Kongo wäre eine gute Standortbestimmung.

Shane del Rosario

Der erste Rückschlag in der Karriere von del Rosario könnte ihn in seinem nächsten Kampf einen durchaus bekannten Namen bescheren. So wäre z. B. Pat Barry ebenso ein interessanter Kandidat für del Rosarios nächsten Kampf wie Brendan Schaub. Beide Kämpfer waren zuletzt nicht sonderlich erfolgreich, sind bei den UFC-Fans aber dennoch hoch angesehen, weswegen del Rosario mit einem Sieg in dem Kampf schnell wieder zurück in die Spur finden könnte.


Stefan Struve besiegt Lavar Johnson durch Submission

Nachdem Lavar Johnson die Runde mit fliegenden Fäusten begann, klammerte Struve. Johnson drückte ihn gegen den Käfig, was Struve nutzte, um Johnson zu Boden und in seine Guard zu ziehen. Dort schnappte er sich sofort den Arm von Johnson und brachte diesen nach 65 Sekunden mit einem Armbar zur Aufgabe.

Stefan Struve

Eine überzeugende Leistung von Struve, der sich dieses Mal nicht auf einen Schlagabtausch eingelassen hat. Durch seine gute Technik sicherte sich der Holländer den dritten Sieg in Folge in der UFC, was ihm in seinem nächsten Kampf wieder die Chance gegeben dürfte, gegen einen bekannteren Namen anzutreten. Passend wäre hier natürlich Mark Hunt, gegen den Struve ursprünglich bei UFC 146 antreten sollte, bevor dieser den Kampf verletzungsbedingt absagen musste. Ein zweites Duell gegen Nelson wäre ebenfalls interessant und könnte zeigen, wie weit sich Struve seit ihrem ersten Kampf in 2010 verbessert hat.

Lavar Johnson

Für Johnson war es der zweite Kampf innerhalb weniger Wochen, deswegen dürfte die Niederlage ihn nach zwei Siegen in seinen ersten beiden UFC-Kämpfen zwar gebremst, aber nicht zurückgeworfen haben. Als nächste Gegner würden sich für ihn Shane del Rosario oder Dave Herman anbieten.