Kolumnen

Nachwehen von UFC 137

UFC 137 (Poster: Zuffa LLC)

Nachdem UFC 137 bereits im Vornherein mit der großen Absagewelle für Aufregung gesorgt hatte, hat auch der Event selber für einiges an Aufsehen gesorgt, was nicht unbedingt auf die Qualität der Kämpfe zurückzuführen ist, sondern vielmehr darauf, was nach den Siegen von Nick Diaz und Roy Nelson im Octagon geschah.

Nick Diaz besiegt BJ Penn einstimmig nach Punkten

In der ersten Runde zwischen BJ Penn und Nick Diaz sah es noch so aus, als ob Penn den Kampf gewinnen könnte. Er konnte im Stand mithalten und es gelang ihm sogar, Diaz zu Boden zu bringen und seinen Rücken zu bekommen. In der zweiten Runde wendete sich jedoch das Blatt und Diaz bestimmte den Kampf im Stand, wie er es schon mit seinen letzten Gegnern gemacht hatte. Im Gegensatz zu denen, schaffte es Penn aber über die Runden. Beiden Kämpfern war es nach dem Kampf deutlich im Gesicht abzulesen, dass sie sich nichts geschenkt hatten, womit sie sich den Bonus für den Kampf des Abends auch redlich verdient hatten.

Nick Diaz

Mit diesem am Ende durchaus überzeugenden Sieg und der anschließenden Aussage, dass George St. Pierre nicht verletzt wäre und sich nur vor einem Kampf drücken wollte, hat Diaz dafür gesorgt, dass nun doch er, und nicht, wie zuvor von Dana White angekündigt, Carlos Condit den nächsten Titelkampf gegen GSP bekommt. Dann wird sich zeigen, ob er mit seinem aggressiven Kampfstil auch den Kanadier besiegen kann.

BJ Penn

Penn schockte seine Fans nach dem Kampf mit seinem Rücktritt. Eine Entscheidung, die man nach einem solchen Kampf durchaus verstehen kann, wenn man bedenkt, dass Penn jahrelang zu den Besten gehörte – ob nun im Leicht- oder Weltergewicht. Da ist es natürlich nur verständlich, dass er keine Lust hat, sich im Mittelfeld zu bewegen und Kämpfe mit dem Wissen zu bestreiten, dass es wohl nicht mehr zu einem Titel reichen wird. Dennoch weiß man, dass Penn sehr emotional ist, weswegen ein Rücktritt vom Rücktritt nicht ausgeschlossen scheint, schließlich ist er erst 32 Jahre alt und er hat auch noch eine Rechnung mit Jon Fitch offen.

Cheick Kongo besiegt Matt Mitrione einstimmig nach Punkten

Vor dem Kampf hatten alle einen actiongeladenen Standkampf erwartet, daraus wurde allerdings nichts. Cheick Kongo und Matt Mitrione tanzten zwei Runden lang umeinander herum. Mitrione marschierte dabei zwar nach vorne, allerdings konnte der Franzose mehr Treffer landen. In der letzten Runde brachte Kongo den Kampf zudem noch auf den Boden und sicherte sich damit auch diese Runde, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten.

Cheick Kongo

In dem Einspieler vor dem Kampf sagte Joe Rogan, dass in diesem Kampf der nächste Herausforderer um den Titel bestimmt werden könnte. Nach diesem Kampf wird wohl keiner von einem Titelkampf für Kongo sprechen. Stattdessen hat er seine Position als Gatekeeper wieder mal bestätigt. Sollte er über diese Rolle hinauswachsen wollen, wäre ein Kampf gegen Roy Nelson oder einen gesunden Shane Carwin sicherlich interessant.

Matt Mitrione

Nach Brendan Schaub hat auch Mitrione eine Niederlage eingesteckt, wodurch der von der UFC produzierte Hype um seine Person erst mal etwas abflachen sollte. Dadurch würde sich jetzt aber die Gelegenheit bieten, Schaub und Mitrione gegeneinander antreten zu lassen, um herauszufinden, auf wen die UFC in nächster Zeit ihre Marketinggelder setzen soll. Ein Kampf gegen Patt Berry wäre aber auch interessant.

Roy Nelson besiegt Mirko „Cro Cop“ Filipovic durch TKO

Eine Zeit lang sah es so aus, als ob Mirko „Cro Cop“ Filipovic tatsächlich mit Roy Nelson würde mithalten können. In der ersten Runde gelang es ihm, nach einem Takedown von „Big Country“ wieder auf die Beine zu kommen, ohne auf dem Boden viele Schläge zu kassieren. In der zweiten Runde gelangen ihm zudem mehrere gute Treffer, nach denen andere Kämpfer vielleicht zu Boden gegangen wären. Nelson überstand den Ansturm und brachte Filipovic schließlich zu Boden, wo er etwa eine Minute vor Ende der Runde die Kruzifix-Position bekam. „Cro Cop“ wurde schließlich von der Glocke erlöst. In der dritten Runde ging er dann aber nach mehreren harten Treffern zu Boden, wo Nelson den Kampf beendete.

Roy Nelson

Seinen nach dem Kampf geforderten Titelkampf wird er wohl nicht bekommen. Wesentlich wahrscheinlicher wäre ein Kampf gegen Cheick Kongo, aber auch ein Kampf gegen Travis Browne ist nicht vollkommen ausgeschlossen. Sollte Antonio Rodrigo Nogueira den Rückkampf gegen Frank Mir gewinnen, wäre auch ein Kampf gegen „Big Nog“ vorstellbar.

Mirko „Cro Cop“ Filipovic

Wie viele bereits vor dem Kampf erwartet hatten, gab „Cro Cop“ nach der Niederlage seinen Rücktritt bekannt. Verständlicherweise hätte er seine Karriere lieber mit einem Sieg beendet, aber aus gesundheitlichen Gründen dürfte dies durchaus die richtige Entscheidung sein.

Scott Jorgensen besiegt Jeff Curran einstimmig nach Punkten

Scott Jorgensen bestimmte den Kampf durch seine Takedowns. Immer wieder brachte er Jeff Curran zu Boden, ohne dort jedoch großen Schaden anrichten zu können. Curran war auch aus der Unterlage immer aktiv und gab Jorgensen keine Chance, gute Treffer zu laden. Die dritte Runde war ebenfalls sehr eng und fand überwiegend im Stand statt, aber auch hier konnte keiner der Beiden wirklich gute Treffer landen.

Scott Jorgensen

Für Jorgensen ist das Problem, dass er bereits in der WEC einen Titelkampf gegen Dominick Cruz hatte, den er ganz klar nach Punkten verloren hat. Da die Liste für potentielle Herausforderer für Cruz im Moment allerdings nicht sonderlich lang ist, könnte ihn ein Kampf gegen den Verlierer zwischen Brian Bowles und Urijah Faber wieder in die Nähe eines Titelkampfes bringen.

Jeff Curran

Für Curran war es eine Niederlage in seinem UFC Debüt gegen einen durchaus hochangesehenen Gegner. Ein Kampf gegen den Verlierer des bei UFC 138 Kampfes zwischen Brad Pickett und Renan Barao könnte genauer bestimmen, wo er im Bantamgewicht in der UFC steht.


Hatsu Hioki besiegt George Roop nach Punkten

In einem sehr ausgeglichenen Kampf konnte Hatsu Hioki zwei der drei Punktrichter davon überzeugen, dass er den Kampf gewonnen hat. Nachdem Hioki die zweite Runde auf dem Boden bestimmte, hatte Roop in der dritten Runde sowohl im Stand als auch auf dem Boden den Vorteil, womit die enge erste Runde den Unterschied machte. Dort hatte Roop im Stand die Vorteile, allerdings gelang es Hioki, Roop auf den Boden zu bekommen, was ihm diese Runde auf zwei Punktrichterzetteln gegeben haben dürfte.

Hatsu Hioki

Hioki hat seit 2008 nur einen Kampf verloren, allerdings konnte er in seinem UFC Debüt, wie viele andere Japaner, nicht wirklich überzeugen. GnP hat Hioki derzeit auf Platz 2 im Federgewicht. Ein Kampf gegen Erik Koch könnte zeigen, ob er da auch wirklich hingehört.

George Roop

Roop zeigte zuletzt ziemlich schwankende Leistungen, allerdings stand er auch regelmäßig gegen Topleute aus der Gewichtsklasse im Käfig, weswegen es ziemlich schwierig ist, einen Gegner im Federgewicht zu finden, gegen den Roop nicht bereits in den letzten zwei Jahren gekämpft hat. Sollte die UFC einen Rückkampf vermeiden wollen, wären Nam Phan oder Jonathan Brookins Optionen, allerdings hat Roop auch noch eine Rechnung mit Leonard Garcia offen. Ihr Kampf bei WEC 47 endete damals unentschieden.

Donald Cerrone besiegt Dennis Siver durch Submission

Donald Cerrone hatte vor dem Kampf angekündigt, dass er den Leuten zeigen wollte, was ein richtiger Kickboxer ist, und das hat er auch gemacht. Er hat Dennis Siver nie eine Chance gelassen und den Deutschen mehrfach ins Wanken und schließlich zu Boden gebracht, wo er den Kampf in der ersten Runde mit einem Rear-Naked Choke beendete.

Donald Cerrone

Seit seinem Wechsel in die UFC hat Cerrone voll überzeugt und nur gewonnen. Mit Siver hat er jetzt einen Mann besiegt, der im erweiterten Kreis der Titelherausforderer war. Sein nächster Gegner steht inzwischen auch schon fest: Bei UFC 141 wird Cerrone auf Nate Diaz treffen.

Dennis Siver

Für Siver ein schwerer Rückschlag in der stark besetzten Leichtgewichtsdivision, allerdings ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit auf den von Siver geforderten Rückkampf gegen Melvin Guillard, der nach seiner Niederlage bei UFC 136 gegen Joe Lauzon in einer ähnlichen Situation wie Siver ist.