Kolumnen

Nachwehen von UFC 135: Jones vs. Rampage

UFC 135: Jones vs. Rampage (Poster via Zuffa LLC)

Samstagnacht fand UFC 135 in Denver, Colorado statt. Der ganze Event stand unter dem Schatten der ersten Titelverteidigung von Jon Jones. Und wie in fast jedem anderen Hauptkampf konnte auch im Mainevent der Favorit den Sieg einfahren.

Jon Jones besiegt Quinton Jackson durch Rear-Naked Choke

Der Kampf verlief so, wie es viele im Vorfeld prophezeit hatten. Jon Jones dominierte den Kampf aus der Distanz heraus und Quinton „Rampage“ Jackson versuchte immer wieder mit wilden Schwingern durchzukommen. Dies gelang ihm aber nicht mal ansatzweise. Den einzigen Erfolg, den „Rampage“ für sich verbuchen konnte, war, dass seine Takedownverteidigung die ersten Runden über sehr gut funktioniert hat. Erst in der vierten Runde gelang Jones der Takedown, daraus sicherte er sich dann aber auch sofort den Rear-Naked Choke, und „Rampage“ musste aufgeben.

Jon Jones

Wenn nichts dazwischen kommt, dann steht Rashad Evans als nächstes auf Jones' Liste. Auch in dem Kampf wäre Jones wieder der hohe Favorit, aber gegen wen wäre er das im Moment nicht?

Quinton Jackson

„Rampage“ möchte unbedingt seinen Rückkampf gegen Forrest Griffin, dies wäre nun die Möglichkeit für die UFC, diesen auf die Beine zu stellen. Sollte es nicht dazu kommen, wäre auch noch der Verlierer vom Kampf zwischen Mauricio „Shogun“ Rua und Dan Henderson bei UFC 139 eine interessante Alternative.


Josh Koscheck besiegt Matt Hughes durch KO

Auch dieser Kampf verlief so, wie es viele Fans erwartet hatten. Matt Hughes hatte zu Beginn zwar etwas Erfolg im Stand, ohne jedoch Wirkungstreffer landen zu können. Es gelang ihm auch, einen Takedownversuch von Koscheck abzuwehren, schlussendlich waren die Schläge von Koscheck dann aber doch zu hart. Nachdem er Hughes in der ersten Runde ein paar Mal ins Wanken gebracht hatte, woraufhin dieser einen Takedown versuchte, beendete Koscheck den Kampf mit Ground and Pound.

Josh Koscheck

Koscheck hat gegen Hughes gezeigt, dass er immer noch zu den besten Kämpfern im Weltergewicht gehört. So lange Georges St-Pierre Weltergewichtschampion ist, wird es für ihn jedoch schwer werden, wieder einen Titelkampf zu bekommen. Da er auch nicht gegen seinen Teamkollegen Jon Fitch kämpfen wird, wäre es möglich, dass die UFC ihm den Sieger zwischen Anthony Johnson und Charlie Brenneman gibt. Sollte BJ Penn gegen Nick Diaz gewinnen, wäre auch ein Kampf gegen Penn möglich und natürlich wartet auch Jake Ellenberger auf einen Gegner.

Matt Hughes

Auch wenn Hughes nach dem Kampf nicht offiziell zurücktreten wollte, spricht doch einiges dafür, dass dies sein letzter Kampf in der UFC war. Angesichts seiner letzten beiden Niederlagen gegen Koscheck und Penn wäre das wahrscheinlich auch die richtige Entscheidung, da sich Hughes sicherlich nicht mit mittelmäßigen Gegnern abgeben möchte, und mit der Spitze der Gewichtsklasse kann er inzwischen nicht mehr mithalten.


Mark Hunt besiegt Ben Rothwell einstimmig nach Punkten

Wohl kaum einer hätte vor dem Kampf gedacht, dass dieser über die volle Kampfdistanz geht und erst recht nicht, nachdem Ben Rothwell nach der zweiten Runde von seinen Trainern fast in die eigene Ecke getragen werden musste. Rothwell hielt sich zwar in der ersten Runde an die von vielen empfohlene Taktik, Mark Hunt zu Boden zu bringen. Nachdem dieser jedoch mehrfach den Takedown abgewehrt hatte und sich in der ersten Runde auch noch aus dem Full Mount befreien konnte, war die Luft bei Rothwell raus. Hunt traf anschließend immer wieder gut und brachte Rothwell mehrfach zu Boden. Zum Ende der zweiten Runde setzte Hunt sogar zu einer Armbar an, allerdings wurde Rothwell von der Ringglocke gerettet. In der dritten Runde war dann aber auch Hunt ziemlich erschöpft, was der einzige Grund sein dürfte, dass Rothwell den Kampf überstanden hat.

Mark Hunt

Mit seinen Takedowns und der Beinahe-Armbar hat Hunt sicherlich einige Fans überrascht. Ob ihm das auch gegen einen Gegner gelingt, der konditionell etwas besser eingestellt ist, wird sich wohl in seinem nächsten Kampf zeigen. Mögliche Gegner wären der Sieger aus Pat Barry gegen Stefan Struve oder der Sieger aus Matt Mitrione gegen Cheick Kongo.

Ben Rothwell

Nach seiner schwachen Leistung gegen Frank Mir, musste Roy Nelson bei Dana White strammstehen. Etwas Ähnliches dürfte auch Ben Rothwell blühen. Nach dem Kampf meldete Rothwell sich auf Facebook und sagte, dass er selber nicht wüsste, warum er so eine schlechte Leistung abgeliefert habe, weil er sehr hart trainiert hätte. In wie weit das der Wahrheit entspricht, kann nur er selber beantworten, dennoch sollte sicher sein, dass er sich nicht noch so eine Leistung im Octagon leisten darf. Sollte Roy Nelson bei UFC 137 gegen Mirko „Cro Cop“ Filipovic verlieren, wäre er ein möglicher Gegner für Rothwell oder "Big" Ben steigt gegen Rob Broughton in den Käfig.


Travis Browne besiegt Rob Broughton einstimmig nach Punkten

In einem Kampf, der nicht gerade mit Highlights gefüllt war, bestimmte Travis Browne seinen Gegner sowohl im Stand, als auch am Boden. Gute Legkicks und vereinzelte Treffer im Stand gemischt mit zeitlich gut platzierten Takedowns ließen nie einen Zweifel am Ausgang dieses Kampfes. 

Travis Browne

Ein Pflichtsieg für Browne, der dadurch aber kaum neue Fans gewonnen haben dürfte. Ein Kampf gegen Mark Hunt würde sich zeitlich anbieten. Wenn die UFC ihm einen in UFC Kreisen bekannteren Namen vorsetzen möchte, wäre der Gewinner von dem Kampf zwischen Cheick Kongo und Matt Mitrione bei UFC 137 eine Möglichkeit.

Rob Broughton

Broughton konnte an diesem Abend gar nichts zeigen. Er wurde immer wieder leicht zu Boden gebracht, und auch im Stand sah er nicht gut aus. Da es seine erste Niederlage im Octagon war, sollte er dennoch eine weitere Chance bekommen. Eine Möglichkeit wäre ein Kampf gegen Ben Rothwell oder gegen den Verlierer zwischen Pat Barry und Stefan Struve.


Nate Diaz besiegt Takanori Gomi durch Armbar

Nate Diaz sah in diesem Kampf seinem Bruder Nick sehr ähnlich. Er hat Gomi mit seinen Schlägen auf Distanz gehalten und ihm zwischendurch provozierend das Kinn entgegengestreckt. Gomi schien Diaz zu keiner Zeit des Kampfes das Wasser reichen zu können. Im Stand kam er nicht an Diaz ran und wurde nach etwas über 30 Sekunden sogar von einer Rechten ins Wanken gebracht. Selbst als Gomi den Kampf auf den Boden brachte, konnte er nichts gegen Diaz ausrichten und musste schließlich in einer Armbar aufgeben.

Nate Diaz

Nach seinen zwei Niederlagen im Weltergewicht und diesem überzeugenden Sieg gegen Gomi, hat die UFC viele Möglichkeiten für Diaz. Die UFC könnte sicherlich einen Kampf gegen den Gewinner zwischen Melvin Guillard und Joa Lauzon verkaufen, besonders, wenn Guillard gewinnen sollte, da Diaz ihm seine letzte Niederlage zugefügt hat. Sollte die UFC Diaz noch nicht so hoch ansetzen wollen, dann wäre auch ein Kampf gegen Evan Dunham möglich. Eine weitere Option wäre ein Kampf gegen den an diesem Abend ebenfalls erfolgreichen TUF 13 Sieger Tony Ferguson. Die letzten beiden Möglichkeiten dürften wahrscheinlicher sein, da die UFC im Moment keinen neuen Namen im Titelrennen im Leichtgewicht braucht.

Takanori Gomi

Für Gomi sieht es dagegen nicht so rosig aus. Nach drei Niederlagen in seinen vier Kämpfen in der UFC, dürfte ihn wohl nur sein Name vor einem Rauswurf bewahren. Das Problem von Gomi ist, dass er sich, wie viele ehemals sehr erfolgreiche Kämpfer, nicht weiterentwickelt hat, weswegen er sehr berechenbar ist. Gute Kickboxer gehen seinen Schwingern aus dem Weg und wenn er den Takedown nicht verteidigen kann, hat er auch am Boden schnell Probleme. Ein möglicher Gegner wäre der zuletzt ebenfalls tief gefallene Charles Oliveira, der auch dringend einen Sieg braucht. Oder er könnte gegen den Verlierer vom bei UFC 136 stattfindenden Kampf zwischen Anthony Pettis und Jeremy Stephens antreten.