Kolumnen

Lieber MMA-Weihnachtsmann...

Morgen Kinder, wird's was geben, morgen werden wir uns freu'n. Das Jahr 2015 ist fast geschafft, Weihnachten steht vor der Tür. Und auch wenn der Wunsch vieler nach einem weißen Weihnachtsfest wohl unerfüllt bleibt, ist das kein Grund, den Glauben an den Nikolaus zu verlieren. Auch die MMA-Redaktion hat einen Wunschzettel an den MMA-Weihnachtsmann geschrieben. Hoffentlich waren sie alle auch brav genug, damit morgen etwas unter dem Baum liegt.

Elias Stefanescu: Ich wünsche mir deutsche MMA-Veranstaltungen im Fernsehen.

Lieber MMA-Weihnachtsmann, an Weihnachten wünsche ich mir, dass das deutsche MMA es endlich ins Fernsehen schafft.

Der Sport kann nicht schnell genug wachsen, wenn er nicht auf großer Bühne präsentiert wird. Das würde nicht nur interessierte und zahlende Zuschauer sowie Sponsoren mit an Bord bringen, sondern auch Interesse bei jungen Sportlern wecken, in die Fußstapfen ihrer TV-Helden zu steigen. Vielleicht wäre so die Zukunft gesichert und auch die Qualität gesteigert, so dass wir vielleicht einmal einen UFC-Champion aus Deutschland feiern können? (Man darf ja noch träumen, besonders jetzt zur Weihnachtszeit.)

Gesegnete Feiertage, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Dorian Szücs: Lieber MMA-Weihnachtsmann, bitte bring uns die UFC im nächsten Jahr wieder nach Deutschland.

Zum zweiten Mal hat die UFC in diesem Jahr in Berlin Halt gemacht und auch diesmal bekamen über 8.000 Zuschauer in der O2 World eine tolle Show mit hochklassigen Kämpfen geboten. Doch auch in diesem Jahr lief der Ticketverkauf sehr schleppend, viele Tickets wurden zu niedrigeren Preisen verkauft, verlost oder sogar verschenkt, um die Arena halbwegs füllen zu können.

Der deutsche Markt scheint für die UFC nicht sonderlich lukrativ zu sein, weshalb man sich direkt nach der letzten Berlin-Veranstaltung von offizieller Seite nicht dazu äußern wollte, ob es auch 2016 einen Event in der Bundesrepublik geben wird. Es muss ja nicht unbedingt Berlin sein. In Köln und Oberhausen hat es in der Vergangenheit auch geklappt, und da sich der Großteil der deutschen MMA-Szene eh im Ruhrpott abspielt, kann man dort nach einigen Jahren UFC-Pause vielleicht wieder etwas reißen.

Es gibt hierzulande viele tolle Eventreihen, die immer größer und professioneller werden. Die UFC ist und bleibt aber das Nonplusultra – die Champions League des MMA-Sports. Ich will nicht ins Ausland reisen müssen, um auch mal live in der Halle mit deutschen Spitzenkämpfern wie Dennis Siver, Nick Hein oder Peter Sobotta mitfiebern zu können. Daher hoffe ich, dass man uns auch im nächsten Jahr eine große UFC-Party in Deutschland bietet. Egal ob in Berlin, Köln, Frankfurt oder Buxtehude.

Florian Sädler: Ich wünsche mir mehr Events wie UFC 194 im nächsten Jahr!

 2015 gab es 41 Shows, da kann man kaum herausstechen. Wenn es um ganze Veranstaltungen geht, werden aus diesem Jahr nur UFC 189 und UFC 194 in Erinnerung bleiben, und das liegt nicht nur an Conor McGregor. Das liegt daran, dass die beiden Shows so gut waren, dass man nicht umhin kam, sich dafür zu interessieren.

An diesen beiden Abenden sind die besten Kämpfer der Welt in den Käfig gestiegen, und das ist der Anspruch, den die UFC häufiger an sich selbst haben sollte. Bei 500 Kämpfern und wenigen Stars ist das nicht jedes Wochenende möglich, etwas weniger Quantität und ein bisschen konstantere Qualität aber würden schon ausreichen. Oder gibt es wirklich jemanden, der sich auf TUF Brasilien Nummer XY freut?

Alexander Petzel-Gligorea: Ich will einen deutschen Conor McGregor!

Lieber MMA-Weihnachtsmann, wie gerne hätte ich eine deutsche Version von Conor McGregor. Und nein, damit meine ich nicht die arrogante und großmäulige TV-Persönlichkeit, sondern den Kämpfer dahinter, der es geschafft hat, einen MMA-Boom ungeahnten Ausmaßes in seiner Heimat auszulösen. Der dafür sorgt, dass Iren in Scharen nach Las Vegas fliegen, um seine Kämpfe live und vor Ort zu erleben. Wir haben tolle Kämpfer hierzulande, starke Athleten und gute Charaktere, die bei der UFC, Bellator, M-1, KSW, BAMMA oder anderen internationalen Veranstaltungen ihren Mann stehen und unsere Szene mehr als ordentlich vertreten. Aber um den Sprung in die Mainstream-Medien zu schaffen, fehlt einfach das gewisse Etwas, wie wir spätestens bei UFC Berlin gemerkt haben.

Wer mich im GNP Radio gehört oder meine Prognosen vor seinen Kämpfen gelesen hat, weiß, dass ich absolut kein Freund von McGregor bin. Aber er, genau wie Ronda Rousey, sorgt dafür, dass man sich für ihn und somit für MMA interessiert. Der Grundsatz „Es gibt keine schlechte Presse” hat zwar schon etwas ausgedient, aber schlimmer als negative Reaktionen sind gar keine Reaktionen auf das eigene Handeln. Denn dann ist der- oder diejenige zu unwichtig, zu egal, um mehr als ein Schulterzucken zu ernten. Und solange das deutsche MMA in den Medien und der Öffentlichkeit nur maximal ein Schulterzucken hervorruft, wird der Sport hierzulande nicht aus seiner Nische herauskommen.

Daher wünsche ich mir einen charismatischen und polarisierenden Top-Kämpfer a la Conor McGregor unter dem Weihnachtsbaum unserer MMA-Szene.

Mark Bergmann: Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass deutsche MMA-Fans öfter ihr Hirn einschalten, bevor sie posten.

So viel vorweg: MMA-Deutschland hat ganz tolle, passionierte und wirklich leidensfähige Fans, die in den vergangenen Jahren viele Tiefschläge einstecken mussten und ihrem Sport trotzdem nach wie vor die Stange halten. Das nötigt mir eine Menge Respekt ab. Aber Deutschland hat – insbesondere in den sozialen Netzwerken – auch Fans, die öfter mal drauflostippen, ohne vorher das Hirn einzuschalten. Das macht es uns, die sich seit inzwischen zehn Jahren für den MMA-Sport in Deutschland einsetzen, manchmal schwer, die Ruhe zu bewahren.

1. GNP1 sei parteiisch, GNP1 betreibe Politik, GNP1 ähnele immer mehr der Bild, GNP1 betreibe Click-Baiting. Ich kann es nicht mehr hören! Ich möchte daher die eine oder andere Sache einmal klarstellen:GNP1 ist nicht parteiisch. Wie berichten im Rahmen unserer Möglichkeiten über alles und jeden. Über Kämpfer der internationalen Top-Ligen, wie Daniel Weichel, Peter Sobotta oder Stephan Pütz, natürlich öfter, als über das 17-jährige Nachwuchstalent aus Wolfenbüttel. Aber wir versuchen stets, der gesamten deutschen Szene eine Bühne zu bieten – im Gegensatz zu anderen selbsternannt-unparteiischen Seiten. Selbst Kämpfern und Veranstaltern, die ein weniger gutes Verhältnis zu unserer Redaktion pflegen. Und übrigens: Gibt es einmal keine Ergebnisse von einem bestimmten Event, liegt das in der Regel am Versäumnis des Veranstalters, uns diese pünktlich oder überhaupt zukommen zu lassen, als an unserer „Politik“.

2. Wenn euch die Überschriften und Themen unserer Beiträge nicht passen, kritisiert nicht uns, sondern euch selbst. Wie bei allen anderen Online-Medien auch, bestimmen bei GNP1 die Klickzahlen, über was berichtet wird. Wir machen bereits sehr viele Ausnahmen von dieser Regel und schreiben z. B. über internationale Boxveranstaltungen oder kleinere Newcomer-Events, statt die Seite ausschließlich mit Conor McGregor und Ronda Rousey zu füllen. Trotzdem brauchen auch wir unsere Klicks – denn GNP1 muss bezahlt werden. Oder was glaubt ihr, wer dafür aufkommt, dass unsere Redakteure aus ganz Deutschland und der Welt berichten? Und was geklickt wird, bestimmt ihr. Wir würden unsere Überschriften nicht so gestalten, wie wir sie gestalten, wenn eure Klicks dadurch nicht mehr werden würden.

3. Thema Geld: Kein Mitarbeiter bei GNP1 verdient sich eine goldene Nase. Im Gegenteil: JEDER Mitarbeiter bei GNP1 verdient sein Geld mit einem richtigen Job und stemmt diese Seite NEBENBEI. Habt also bitte ein bisschen Verständnis und vor allem ein bisschen RESPEKT. Ohne GNP1 würde es in der deutschen Szene heute noch ganz anders aussehen, das könnt ihr mir glauben.

Nachdem das gesagt wurde, wünsche ich allen treuen deutschen Kampfsport-Fans ein besinnliches Fest im Kreis ihrer Liebsten und hoffe auf ein tolles gemeinsames Kampfsportjahr 2016.