Kolumnen

Lieber MMA-Weihnachstsmann...

Das Jahr 2016 ist fast geschafft, Weihnachten steht vor der Tür. Auch die GNP1-Redakteure haben wieder ihren Wunschzettel ausgefüllt und wer weiß, vielleicht geht ja der ein oder andere Wunsch auch in Erfüllung. Hoffentlich waren sie alle auch brav genug, damit etwas unter dem Baum liegt.

Fabian Habel: Ich wünsche mir mehr Sport und weniger Show.

Lieber MMA-Weihnachtsmann, bitte lass den Sport nicht zur Freak-Show verkommen. In diesem Jahr wurde die UFC für unglaubliche vier Milliarden Dollar an den Höchstbietenden, die Künstleragentur WME-IMG, verhökert. Diese Investition soll sich für die neuen Besitzer natürlich lohnen. Einem solchen Giganten wie WME-IMG dürfte es dabei herzlich egal sein, was der harte Kern der MMA-Gemeinde sehen will, Hauptsache die breite Masse schaltet ein. Da kommen bekannte Namen wie CM Punk natürlich grade Recht, auch wenn sie nicht das nötige Niveau haben.

Obwohl ich fest damit rechne, dass die UFC sich mehr und mehr weg vom Sport und hin zur reinen Unterhaltung entwickeln wird, wünsche ich mir genau das Gegenteil. Das heißt es sollen nur die Besten in der UFC kämpfen und die Ranglisten sollen an Bedeutung gewinnen. Auch ich würde mir einen dritten Kampf zwischen Conor McGregor und Nate Diaz ansehen, aber wie will man die gemischten Kampfkünste als Sport vermarkten, wenn sich nicht die Top-Athleten untereinander messen?

In welche Richtung sich MMA in der Zukunft entwickeln wird, bestimmt maßgeblich die UFC. Unter der Herrschaft eines Hollywood-Giganten scheint ein weiter Schritt Richtung in Richtung Wrestling leider unvermeidbar. Ich wünsche mir jedoch, dass ich mich irre und MMA auch in Zukunft ein ernstzunehmender Sport bleibt.

In diesem Sinne frohe Weihnachten an alle GNP1-Leser.

Florian Sädler: Ich wünsche mir ein glückliches Händchen der WME-IMG

Ich wünsche mir ein glückliches Händchen der neuen Eigentümer, was die Führung der UFC angeht. Die ersten Entscheidungen lassen sich, wenig überraschend, mit einem Wort zusammenfassen: Rationalisierung. Klar, irgendwie müssen die über vier Milliarden Dollar Kaufpreis ja wieder reinkommen. Trotzdem wünsche ich mir, dass die jetzigen Eigentümer ihr neues Spielzeug nicht kaputtsparen und am Ende womöglich noch ausgewrungen fallen lassen:

Ich wünsche mir gehaltvolle Veranstaltungen, auch jenseits der US-Grenzen, ich wünsche mir eine angemessene Behandlung der Sportler und ganz generell echte Begeisterung für den Sport. An den großen Tischen, hinter denen es darauf ankommt. Und eigentlich auch überall sonst.

Mark Bergmann: Ich wünsche mir eine starke deutsche MMA-Liga

Die ProSiebenSat.1-Gruppe arbeitet aktuell mit der führenden deutschen MMA-Organisation GMC zusammen, mit dem Ziel, eine einheimische Liga für ein breiteres Publikum aufzubauen – ganz nach dem Vorbild von KSW in Polen oder M-1 Global in Russland. Ganze sechs Events soll es im kommenden Jahr geben. Ich finde den Gedanken gut und denke, das kann der deutschen Szene und ihren Kämpfern nur nützen, hoffe aber auch auf die Unterstützung der Fans, die hoffentlich Eintrittskarten und Pay-per-Views kaufen, statt die Evens illegal zu streamen. Damit schadet man nämlich nur den eigenen Kämpfern. Nur mit einer starken innerdeutschen Plattform können möglichst viele einheimische Athleten von ihrem Sport leben und so langfristig auch international mithalten.

Dorian Szücs: Ich wünsche mir die UFC zurück im Fernsehen

Lieber MMA-Weihnachtsmann, bitte bring uns die UFC zurück ins Fernsehen. Seit Jahren wird immer und immer wieder davon gesprochen, die UFC zurück auf die TV-Bildschirme der deutschen Haushalte bringen zu wollen. Viel passiert ist diesbezüglich seit dem TV-Verbot im Jahr 2010 aber nicht. Zwar konnte das Verbot im vergangenen Jahr gekippt werden und die UFC ist eine wichtige Partnerschaft mit ProSiebenSat1 eingegangen, ein richtiger TV-Deal blieb bisher aber aus.

Viel mehr beschränkt sich die Übertragung der UFC-Veranstaltungen weiterhin auf den Online-Bereich. Aktuell laufen die meisten Events auf ran FIGHTING, leider nicht immer ohne gravierende technische Aussetzer. Neben ran FIGHTING ist auch der UFC Fight Pass unabdingbar, wenn man in Deutschland alle UFC-Events und -Vorkämpfe sehen möchte. Noch immer herrscht oft Unklarheit darüber, welche Kämpfe jetzt genau wo zu sehen sein werden. Es ist einfach eine unbefriedigende Situation für die UFC-Fans in Deutschland und neue Fans lassen sich damit sowieso nicht erreichen.

Darum, lieber MMA-Weihnachtsmann, sorge bitte dafür, dass wieder regelmäßig MMA im Fernsehen zu sehen ist. In diesem Jahr ist mit der Übertragung der UFC Fight Night in Hamburg auf ProSieben MAXX schon ein erster Test gelungen. Gebt uns bitte mehr davon.

Tobias Gerold: Ich wünsche mir ein Comeback von Glory im Jahr 2017

Das Jahr 2016 ist Geschichte bzw. befindet sich auf der Zielgeraden. Weihnachten steht vor der Tür und wie überall auf der Welt äußern die Leute ihre Wünsche und ja, auch ich habe an dieser Stelle einen. Als Verantwortlicher für den Bereich Thai- und Kickboxen kann es ja eigentlich nur ein Thema geben. Ein Comeback von Glory in Deutschland für das Jahr 2017. Schon oft gab es in der Vergangenheit das Gerücht das K-1 oder It‘s Showtime nach Deutschland kommen würde. Was daraus wurde bzw. dass es nicht mehr als lauwarme Worte waren, ist ja hinlänglich bekannt.

Wer am 10. Dezember in der Arena von Oberhausen trotz der nicht gerade niedrigen Preise mit dabei gewesen ist, der wurde Zeuge von einer energiegeladenen Veranstaltung die man so in Deutschland noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Auch wenn der überwiegende Teil natürlich auf das Duell Rico Verhoeven vs. Badr Hari schaute, so hatte die Veranstaltung in Oberhausen doch noch so viel mehr zu bieten. Ich möchte da nur an das Duell zwischen Danyo Ilunga und Michael Duut erinnern, welches für mich schon jetzt den Titel "Kampf des Jahres" verdient hat. Oder die überraschende Niederlage von Nieky Holzken der sich Cedric Doumbè geschlagen geben musste. Die erste weibliche Titelträgerin mit Tiffany van Soest wurde gekürt und und und. Kurzum, ein ausverkauftes Haus mit knapp 14.000 Zuschauern was noch nicht einmal der UFC bei ihren beiden ersten Auftritten in Deutschland gelungen war. Daher, ein Comeback von Glory in 2017 mit einer ähnlich spektakulären Card wäre genau das, was ich mir wünsche da sich Oberhausen als der perfekte Standort gezeigt hat.