Kolumnen

Im kalten Regen stehen gelassen

Trotz Erfolg gegen Joe Riggs bei Strikeforce "Miami" ist es anscheinend nicht klar, ob der ehemalige IFL Champion Jay Hieron der nächste Herausforderer für den neuen Strikeforce Champion Nick Diaz sein wird. Da sich sowohl Diaz als auch Hieron bei "Miami" durchsetzen konnten, schien es auf der Hand zu liegen, dass Hieron als nächster Gegner von Diaz angekündigt wird. Der Strikeforce Geschäftsführer Scott Coker ist sich jedoch nicht sicher, ob Hieron einen Titelkampf verdient hat und Nick Diaz würde lieber gegen Kämpfer mit "großen Namen" antreten und nicht gegen "Vorprogrammkämpfer" wie Hieron.

Wirklich nachzuvollziehen ist jedoch keine der beiden Aussagen. Denn ursprünglich sollte ein Titelkampf zwischen Hieron und Diaz bereits im August stattfinden, musste jedoch gestrichen werden, da Diaz nicht zum Dopingtest vor dem Kampf erschien. Hieron trat stattdessen gegen den "The Ultimate Fighter 7"-Finalisten Jesse Taylor an und besiegte diesen. Im November war der Kampf erneut im Gespräch für die Veranstaltung auf CBS, kam aber erneut nicht zu Stande. Weshalb wurde der Kampf also nicht für "Miami" angesetzt?

Ungeachtet dessen war es dem Veranstalter aber nicht einmal Wert, Hieron in einer der Veranstaltungen auf dem Hauptprogramm antreten zu lassen. So wurde sein Kampf im August ins Vorprogramm verlegt und auch sein Duell mit Joe Riggs am vergangenen Wochenende wurde nicht im TV ausgestrahlt, womit dem "Xtreme Couture"- Kämpfer beide Male viel Sponsorgeld entging. Es lässt sich gehörig an Respekt gegenüber Hieron vermissen, der den Vertrag mit Strikeforce in Aussicht auf einen Titelkampf gegen Diaz unterschrieb.

Unbedacht wie gewöhnt streut Nick Diaz auch noch Salz in die offenen Wunden und erklärt, er wolle nicht gegen "Vorprogrammkämpfer" wie Hieron antreten. Steigt jedoch am selben Abend gegen Marius Zaromskis in den Käfig, der sich zwar in Japan profilieren konnte, in Amerika jedoch mit Sicherheit nicht dem Bekanntheitsgrad von Jay Hieron entspricht, der als früherer IFL Champion schon einige TV-Zeit genießen konnte.

Anbetracht dieser Ungerechtigkeit ist es wohl kaum Überraschend, dass sich Hieron hierbei im kalten Regen stehengelassen fühlt und ernsthaft darüber nachdenkt, den Vertrag mit Strikeforce nicht zu verlängern. Etwas Fairness sollte man vom Veranstalter erwarten können…