Kolumnen

Heute vor fünf Jahren: 06. Oktober

Seit einem halben Jahrzehnt versorgt euch GroundandPound schon mit Nachrichten, Interviews und Kolumnen zum Thema MMA, K-1, Muay Thai und Boxen. Viel ist seitdem passiert - auf unserer Seite und in der weiten Welt des Kampfsports. Wir werfen anlässlich dieses großen Jubiläums einen Blick zurück in unser Archiv und fragen uns: Was passierte heute vor fünf Jahren?

Hier die bisherigen Rückblicke:

01. Oktober 2005
02. Oktober 2005
03. Oktober 2005
04. Oktober 2005
05. Oktober 2005

06. Oktober 2005

Eines der aktuell heiß diskutierten Themen in der MMA-Welt ist die Doping- und Steroidproblematik. Vor allem durch Chael Sonnens positiven Dopingtest gerieten die sogenannten „Leistungssteigernden Substanzen“ wieder vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit. Dass dieses Thema auch vor fünf Jahren schon im MMA-Sport von Bedeutung war, zeigt unsere Meldung vom 06. Oktober 2005.

So berichteten wir, dass "Ultimate Fighter 2"-Teilnehmer Josh Burkman während der Dreharbeiten zu der erfolgreichen Realtity-Show gedopt war. Wenig überraschend bereute er dies öffentlich, nachdem das Ergebnis des Dopingtests bekannt wurde. Die Zeiten von „Anabolika, wilden Parties und Schlägereien“ seien nach eigener Aussage fortan vorbei. Er hätte sein Leben von Grund auf geändert und hoffte nun „auf eine zweite Chance“.  

Die wurde ihm tatsächlich gewährt, denn schon in der Finalshow zu besagter TUF-Staffel trat Burkman wieder an. Eine Geldstrafe oder gar Sperra wie im Fall Sonnen oder Sean Sherk gab es nicht. Im Gegenteil: Er kämpfte weiterhin regelmäßig in der UFC, bis er 2008 nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen schließlich entlassen wurde. Gute Aussichten also für Chael Sonnen.



Eine lustige Meldung gab es Japan. So berichtete GroundandPound, dass PrideFC den Sohn der 80er Jahre Vale Tudo-Legende „König“ Zulu verpflichten konnte. Der ist zwei Meter groß, 165 Kilo schwer und hört auf den Namen „Zuluzinho“ (der kleine Zulu). Wagner da Conceição Martins, so Zuluzinhos bürgerlicher Name, war zuvor in 14 Kämpfen ungeschlagen. Die Erwartungen an die brasilianische Bestie waren groß, konnte er sein Pride Debüt gegen den bekannten amerikanischen Sumoringer „Sentoryu“ doch erfolgreich gestalten.

Seine nächsten Gegner waren jedoch Fedor Emelienanko (der nicht einmal eine halbe Minute brauchte, um den Riesen mit Schlägen zur Aufgabe zu bringen), Antonio Rodrigo Nogueira (gegen den er nach gut zwei Minuten aufgab) und Eric „Butterbean“ Esch. Als sogar letzterer Zuluzinho submitten konnte, bekam der Brasilianer bei Pride seine Papiere.



Auch vor fünf Jahren waren unsere Vorberichte und Kampfanalysen zu den großen Kampfabenden von UFC und Co. bei den Lesern besonders beliebt. Am 08. Oktober fand UFC 55: Fury statt, so dass GroundandPound am 06. Oktober einen dementsprechenden Vorbericht verfasste. Im Fokus der Show standen vor allem die Kämpfe zwischen Chael Sonnen und Renato „Babalu“ Sobral, Forrest Griffin und Elvis Sinosic und natürlich der Main Event Andrei Arlovski vs. Paul Buentello.

Sonnen verlor gegen Sobral via Triangle Choke. Wie weit er es seitdem trotzdem gebracht hat, muss hier nicht erwähnt werden. Fünf Jahre später hatte er sich endlich einen Titelkampf gegen Anderson Silva erarbeitet und war näher als jeder andere vor ihm dran, die „Spinne“ zu besiegen. Diese Leistung wurde jedoch getrübt als herauskam, dass Sonnen im Vorfeld des Kampfes gedopt hatte. „Babalu“ Sobral wurde knapp zwei Jahre später aus der UFC entlassen. Jedoch nicht wegen schlechter Leistungen, sondern weil er sich weigerte, einen Rear-Naked Choke gegen David Heath zu lösen, nachdem er getappt und der Referee den Kampf beendet hatte. Bei Strikeforce konnte der Brasilianer schließlich in seinem Debütkampf den Halbschwergewichtstitel gewinnen, verlor ihn aber schon bei der ersten Verteidigung gegen Gegard Mousasi. Nach einem Sieg über „Ruthless“ Robbie Lawler im Juni, wird „Babalu“ nun im Dezember auf Dan Henderson treffen.

Forrest Griffin war vor fünf Jahren gerade DER aufstrebende Star in der UFC. Nachdem er sich im Finale der ersten „The Ultimate Fighter“-Staffel gegen Stephan Bonnar durchsetzen konnte (und beide einen UFC-Vertrag bekamen) begann der Aufstieg des neuen UFC-Aushängeschilds. Der charismatische Ex-Cop war bei den Fans unfassbar beliebt und ein absoluter Trainingsfanatiker. Er schlug Sinosic problemlos via Erstrunden-TKO. Es folgte eine enorm umstrittene Punktniederlage gegen Tito Ortiz, die ihm zu vollen Durchbruch verhalf und auch beim letzten Fan den Funken überspringen ließ. Höhepunkte seiner Karriere waren der überraschende Sieg gegen den debütierenden Mauricio „Shogun“ Rua und sein Titelgewinn gegen Quinton „Rampage“ Jackson. Im Mai sollte er gegen Rogerio Nogueira antreten, sagte aber aufgrund einer Schulterverletzung ab. Er stand seit fast einem Jahr nicht mehr im Käfig.

Paul Buentello verdiente sich den Titelkampf in der damals noch recht schwach besetzten UFC-Schwergewichtsszene nach einem erfolgreichen Run bei King of the Cage und zwei UFC-Siegen gegen Justin Eilers und Kevin Jordan. Arlovski war zum damaligen Zeitpunkt einer der gefürchtetsten Kämpfer im MMA-Sport – ein Monster, dem jeder Gegner aus dem Weg zu gehen versuchte. Wahrscheinlich war auch diese Tatsache ein Grund für die Titelchance Buentellos, denn Weltmeisterniveau besaß der Texaner beim besten Willen nicht. Arlovski schlug ihn nach nur 15 Sekunden bewusstlos.

Buentello konnte danach einige kleinere Siege bei Strikeforce und Affliction einfahren, scheiterte jedoch jedesmal an den großen Fights. Ein Comebackversuch in die UFC scheiterte nach Niederlagen gegen Stefan Struve und Cheick Kongo kläglich. Mittlerweile dümpelt er in kleineren Shows umher, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Auch Arlovskis Karriere nahm im Anschluss an UFC 55 eine Abwärtskurve. Nach zwei Niederlagen gegen Tim Sylvia war der Mythos des Weißrussen verflogen. Als sein Vertrag 2008 auslief, verließ er die UFC und versuchte sich bei den Konkurrenten EliteXC, Affliction und – nach deren Pleite – bei Strikeforce. Er verlor seine letzten drei Kämpfe gegen Fedor Emelianenko, Brett Rogers und Antonio Silva. Wohin es mit Arlovski geht ist derzeit also mehr als ungewiss.

 

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