Kolumnen

Heute vor fünf Jahren: 05. Oktober

Seit einem halben Jahrzehnt versorgt euch GroundandPound schon mit Nachrichten, Interviews und Kolumnen zum Thema MMA, K-1, Muay Thai und Boxen. Viel ist seitdem passiert - auf unserer Seite und in der weiten Welt des Kampfsports. Wir werfen anlässlich dieses großen Jubiläums einen Blick zurück in unser Archiv und fragen uns: Was passierte heute vor fünf Jahren?

Hier die bisherigen Rückblicke:

01. Oktober 2005
02. Oktober 2005
03. Oktober 2005
04. Oktober 2005
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05. Oktober 2005

Am 05. Oktober vermeldete GroundandPound, dass die japanische Pride-Liga plane, eine Subsparte im Bereich Standkampf zu gründen. Dream Stage Enterteinment (DSE), die Muttergesellschaft von Pride, spielte offenbar bereits länger mit dem Gedanken, ihrem Nr. 1-Konkurrenten in Japan, K-1, mit einer Kickboxliga die Stirn zu bieten. Mit K-1-Fightern wie Mark Hunt und Mirko Cro Cop, sowieso damals noch gefährlichen Standartisten wie Wanderlei Silva, Sergei Kharitonov und anderen wäre genug Potential vorhanden gewesen.

Bevor es jedoch zur Umsetzung dieses Vorhabens kommen konnte, ging PrideFC pleite und wurde von der UFC aufgekauft. Der großteil der damaligen „Standspezialisten“ befindet sich mittlerweile in der UFC – mit mäßigem Erfolg. Hunt verlor im September sein UFC-Debüt. Cro Cops Karriere beim nordamerikanischen Branchenprimus verlief bislang mehr als holprig, der Gipfel war eine KO-Niederlage gegen Frank Mir, vor wenigen Wochen. Und Wanderlei? Der konnte nach seiner Pride-Karriere von bislang fünf UFC-Kämpfen lediglich zwei gewinnnen. Kein gutes Resümee für die früheren „Standstars“ von Pride.



Die bereite etablierte UFC Fight Night flimmerte im Oktober 2005 erst zum zweiten Mal über die Schirme. GroundandPound berichtete natürlich wie immer von der Veranstaltung. Die Hauptkämpfe bestritten:

Josh Koscheck vs. Drew Fickett
Fabiano Scherner vs. Brandon Vera
Chris Leben gegen Edwin Dewees
Evan Tanner vs. David Loiseau

Die Karrieren dieser acht Kämpfer hätten dabei unterschiedlicher – und nach den obigen Kampfausgängen – nicht überraschender verlaufen können. Während TUF 1-Teilnehmer Josh Koscheck seinen Kampf gegen den erfahrenen Drew Fickett damals via Rear-Naked Choke verlor, ist der Blondschopf fünf Jahre später der Herausforderer auf Georges St. Pierres Weltergewichtstitel und einer der dominantesten Stars in der UFC. Fickett hingegen musste die UFC 2007 verlassen und tingelt seitdem von Show zu Show. Nachdem er zwischen 2008 und 2009 von zehn Kämpfen nur zwei gewinnen konnte, ist er im kompletten Jahr 2010 in vier Fights ungeschlagen – von der Klasse eines Koscheck aber weit entfernt.

BJJ-Spezialist Fabiano Scherner unterlag Brandon Vera via TKO. Es war der erste und bereits auch vorletzte UFC-Fight für den Deutsch-Brasilianer. Für Vera hingegen war dieses UFC-Debüt der Startschuss für eine lange Karriere in der Championsleague des MMA-Sports. Die ganz großen Kämpfe gewann er jedoch nie. Vera verkündete im Anschluss an den Sieg gegen Scherner, er wolle den Schwergewichtstitel gewinnen, um danach abzukochen und den Halbschwergewichtsgürtel auch noch abzustauben. Einen Titelkampf bekam er allerdings in keiner Gewichtsklasse. Zuletzt verlor er zweimal in Folge gegen Randy Couture (eine umstrittene Punktniederlage) und gegen Jon Jones (via TKO).

Ebenfalls ein Veteran aus der ersten Staffel von „The Ultimate Fighter“ ist Chris Leben. Er traf auf Edwin Dewees und besiegte ihn überraschenderweise via Armbar. Auch heute ist der „Crippler“ Leben noch für die eine oder andere Überraschung gut. Nachdem seine UFC-Karriere einige Jahre lang eher durchwachsen verlief, scheint er nun zurück zu sein und besiegte innerhalb von nur zwei Wochen Aaron Simpson und den klaren Favoriten Yoshihiro Akiyama vorzeitig und sicherte sich so einmal den Bonus für den besten KO und einmal den Bonus für den Kampf des Abends.

Im Main Event standen sich Even Tanner und David Loiseau gegenüber. Die „Krähe“ Loiseau war zum damaligen Zeitpunkt eine absolute Maschine und zerstörte den Veteran Tanner mit brutalen Ellenbogen in der zweiten Runde. Dieser Sieg markierte jedoch das Ende der dominanten Serie Loiseaus. Nach Niederlagen gegen Rich Franklin und Mike Swick musste er die UFC verlassen, versuchte im April vergangenen und im Juni diesen Jahres noch zweimal ein Comeback in die große Show, verlor jedoch beide Male.

Das schlimmste Schicksal ereilte jedoch UFC-Veteran Evan Tanner. Der passionierte Wanderer und Kletterer verstarb Anfang September 2008 in der Wüste Nevadas, nachdem er vollkommen allein zu einem Abenteuertrip aufgebrochen war. Rettungskräfte fanden den Kämpfer tot und völlig dehydriert, die offizielle Todesursache war Hitzschlag.

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