Kolumnen

Heute vor fünf Jahren: 03. Oktober

Seit einem halben Jahrzehnt versorgt euch GroundandPound schon mit Nachrichten, Interviews und Kolumnen zum Thema MMA, K-1, Muay Thai und Boxen. Viel ist seitdem passiert - auf unserer Seite und in der weiten Welt des Kampfsports. Wir werfen anlässlich dieses großen Jubiläums einen Blick zurück in unser Archiv und fragen uns: Was passierte heute vor fünf Jahren?

Hier die bisher erschienen Rückblicke:

01. Oktober 2005
02. Oktober 2005

03. Oktober 2005

Eines der wohl schillerndsten, aber auch polarisierendsten Gesichter der MMA-Welt ist „Huntington Beach Bad Boy“ Tito Ortiz. Das war auch schon vor fünf Jahren so. Am 03. Oktober berichtete GroundandPound über ein Vertragsangebot von PrideFC, dass dem ehemaligen UFC Champion nach eigener Aussage vorliege. Die japanische Pride-Liga befand sich zum damaligen Zeitpunkt auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Existenz und beschäftigte die besten Kämpfer der Welt. Ortiz war zu diesem Zeitpunkt bereits über ein halbes Jahr nicht mehr in der UFC und damit ohne festen Arbeitgeber. Dennoch zog er es vor, „weiterhin in den USA zu kämpfen“ und zeigte daher keinerlei Interesse an dem Angebot. Die mit Ricardo Arona, Dan Henderson, Kazushi Sakuraba, Antonio Rogerio Nogueira, Igor Vovchanchyn, Alistair Overeem, Quinton „Rampage“ Jackson, Mauricio „Shogun“ Rua und dem damals scheinbar unschlagbaren „Axtmörder“ Wanderlei Silva hochkarätig besetzte Mittelgewichtsdivision Prides hatte mit der Entscheidung sicher nichts zu tun. Statt den lukrativen Vertrag bei Pride zu unterschreiben, plane er bei K-1 Heros anzutreten oder gar mit Don King seine eigene Liga zu gründen.

Wie so oft bei Ortiz steckte hinter all dem Gewäsch aber eine gehörige Portion heiße Luft. Weder bei K-1, noch bei der von Don King finanzierten World Fighting Alliance bestritt der großmäulige Veteran einen Kampf. Stattdessen unterschrieb er bei Wrestlingliga Total Nonstop Action einen Vertrag für ein paar Auftritte als Ringrichter und Special Guest. Nur einen Monat später kündigte UFC Präsident Dana White seinen liebsten Feind überraschenderweise als neuen Coach der Erfolgsserie „The Ultimate Fighter“ an. Sein Gegenspieler: Erzrivale Ken Shamrock.

Wie erwartet spielte die Neuauflage dieser damals vier Jahre alten Fehde Unmengen Geld in die Kassen von Shamrock, Ortiz und der UFC. Der Showdown endete kontrovers, der Kampf wurde ztu gestoppt, so dass es einen weiteren, dritten Kampf der beiden gab. Am Ende dieser Trilogie des Hasses stand es 3-0 für Ortiz und Shamrock wurde nie wieder in der UFC gesehen. Der „Huntington Beach Bad Boy“ bestritt seitdem vier weitere Kämpfe, gewann allerdings keinen einzigen. Stattdessen macht er außerhalb des Käfigs auf sich aufmerksam, heiratete Pornosternchen Jenna Jameson, zeugte Zwillinge mit ihr und wurde im April dieses Jahres beschuldigt, sie verprügelt zu haben. Das Verfahren wurde fallengelassenen, doch die Schlagzeilen bleiben in Erinnerung.

Am 23. Oktober wird er zum ersten Mal seit fast einem Jahr wieder in den Käfig steigen. Als Gegner steht ihm sein ehemaliger TUF-Schüler Matt Hamill gegenüber.

Ein weiterer begnadeter US-Ringer ist Dan Henderson. Der war vor fünf Jahren im Pride-Ring aktiv und bereitete sich auf seine zweite Begegnung mit Brazilian Top Team-Fighter Murilo Bustamante vor. Beide sollten im Finale des Weltergewichts Grand Prix bei der großen Pride-Silvestershow Shockwave aufeinandertreffen. Zwei Jahre zuvor konnte Hendo den Brasilianer nach nicht einmal einer Minute via TKO besiegen. Im GroundandPound-Artikel fordert er nach eigener Aussage schwerer Gegner, wollte sich Ricardo Arona, Wanderlei Silva vorknöpfen, gegen die er in der Vergangenheit verloren hatte. Auf Arona traf er zwar bislang nie wieder, dafür konnte der Silva knapp 1,5 Jahre später spektakulär KO schlagen und sich so den Mittelgewichtstitel der Liga sichern.

Es war der letzte Kampf unter dem Pride-Banner. Nach deren Ausverkauf wechselte Henderson in die UFC. Dort verlor er zuerst einen Titelvereinigungskampf gegen Quinton Jackson (der UFC Halbschwergewichts- und der Pride Mittelgewichtstitel standen dabei auf dem Spiel) und danach einen weiteren gegen Anderson Silva (wobei es um den UFC Mittelgewichts- und den Pride Weltergewichtstitel ging). Nach drei anschließenden Siegen trennte sich „Hollywood“ Henderson jedoch aufgrund von Vertragsstreitigkeiten und differierender Gehaltsvorstellungen vom Branchenprimus und heuerte bei Strikeforce an. Dort sollte er dem Mittelgewichtschampion Jake Shields in seinem Debüt den Titel abnehmen, da bereits bekannt war, dass der nach diesem Kampf zur UFC wechseln würde. Shields dominierte Henderson jedoch fünf Runden lang und trat ungeschlagen ab.

Seinen nächsten Fight bestreitet Henderson im Dezember gegen Renato „Babalu“ Sobral.

 

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