Kolumnen

Heute vor fünf Jahren: 02. Oktober

Seit einem halben Jahrzehnt versorgt euch GroundandPound schon mit Nachrichten, Interviews und Kolumnen zum Thema MMA, K-1, Muay Thai und Boxen. Viel ist seitdem passiert - auf unserer Seite und in der weiten Welt des Kampfsports. Wir werfen anlässlich dieses großen Jubiläums einen Blick zurück in unser Archiv und fragen uns: Was passierte heute vor fünf Jahren?

02. Oktober 2005

Der zweite Oktober 2005 war ein Sonntag. Nun ist an Sonntagen traditionell außer Nachberichten zu Kampfabenden vom Samstag nicht all zuviel los in der Welt des Kampfsports. Außer einem Nachbericht zu Tarver vs. Jones (die wir gestern bereits abgehandelt hatten) gab es auf GroundandPound aber dennoch interessantes zu vermelden.


So ging damals bereits einige Zeit das Gerücht um, Pride Schwergewichtschampion Fedor Emelianenko hätte sich für einen Auftritt beim „Rotterdam Rumble“ angekündigt. Einer Mixed-Gala in Holland, die von PrideFC unterstützt und so mit deren Kämpfern versorgt wurde. Während Fans in Europa diese Ankündigung nur schwer glauben konnten, versicherte der Veranstalter auf seiner Webseite noch einmal: "Für die Fans stand das Mitwirken von Fedor lange Zeit in den Sternen, für die Organisatoren war es jedoch schon seit längerer Zeit ein Fakt."

Fedors Gegner sollte der holländische Bad Boy Bob Schrijber werden. Erst kurz zuvor hatte der „Letzte Kaiser“ jedoch in einem epischen Kampf seinen Titel gegen den damals noch herausragenden Mirko Cro Cop verteidigen können. Also alles nur heiße Luft?

Im Nachhinein muss man sagen: natürlich. Schrijber traf niemals auf Fedor. Der legte stattdessen, wie GroundandPound damals bereits vermutete, nach einem weiteren Fight bei der traditionellen Pride-Silvestershow eine längere Pause ein, um seine lädierte Hand behandeln zu lassen. Die Show in Rotterdam fand dennoch statt und die Pride-Stars Mark Coleman, Kevin Randleman und Fedors jüngerer Bruder Alexander fuhren allesamt Siege ein. Schrijber war nicht auf der Card und bestritt nur noch einen einzigen Kampf in seiner Karriere. Drei Jahre später verlor er gegen Barrington Patterson und beendete seine Karriere.

Fedor kämpft nach der Verletzungspause nur noch zwei weitere male für Pride, bevor die Liga von der UFC aufgekauft wurde. Er lehnte jedoch alle Vertragsangebote des neuen Branchenprimus ab und wechselte zur kleinen Promotion Bodog. Die ging kurz nach Verpflichtung des Russen aber auch pleite, weil sie dessen immense Gehaltsforderungen mit seinem Kampf gegen Mittelgewicht Matt Lindland nicht wieder einspielen konnte. Von dort ging es zu Affliction, die ebenfalls Konkurs anmeldeten, und schlussendlich zu Strikeforce wo er bis heute unter Vertrag steht und kürzlich zum ersten Mal in über zehn Jahren verlor.

Valuev vs. Donald (Foto via www.boxnews.com)

Unser Boxspezialist Robert Marien hat zudem einen kleinen und giftigen Rückblick auf den Kampf zwischen Nikolai Valuev und dem 22cm kleineren sowie und 36kg leichteren Larry Donald verfasst. Nicht nur, dass der Kampf wie eine typische David vs. Goliath-Paarung wirkte, wie sie die Japaner bei K-1 oder Dream so gerne sehen, die anschließende Urteilsverkündung der drei Punktrichter war – wie leider so oft in Deutschland – eine Farce. Der „David“ Donald schlug sich nämlich nicht schlecht gegen den russischen Riesen. Dementsprechend wertete ein Punktrichter den Kampf auch mit 114-114 unentschieden. Ein weiterer gab den Kampf 114-113 für Valuev. Der dritte jedoch wertete 117-112 für den „Goliath“, wofür unser Redakteur ihm unterstellte, dem „Appelkorn“ ein wenig zu sehr gefrönt zu haben.

Nur zwei Monate später kämpfte Valuev in Berlin um den WBA Schwergewichtstitel gegen den Amerikaner John Ruiz. Nach einem erneut sehr knappen Kampf nahm er den Gürtel mit nach Hause, wo er für für eineinhalb Jahre blieb. Erst 2007 konnte Ruslan Chagaev den Giganten entthronen. Aufgrund dessen Inaktivität wurde der Gürtel jedoch vakantiert und Valuev holte sich das Gold 2008 – erneut gegen John Ruiz – zurück. Nach einem kontroversen Punktsieg über Altstar Evander Holyfield verlor er ihn aber ein gutes Jahr später wieder an David Haye, der ihn bis heute hält.

Der WBA Gürtel ist der letzte der großen vier Titel, der sich noch nicht im Besitz der Klitschko-Brüder befindet. Weder Haye, noch Valuev waren als Champions aber bislang dazu zu bewegen, gegen einen der beiden in den Ring zu steigen. Vielleicht können wir im nächsten Rückblick dieser Art, in weitern fünf Jahren, ja anderes berichten.

 

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