Kolumnen

GNP1-Prognosen für UFC 196

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 196 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu fünf Hauptkämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben Chefredakteur Elias Stefanescu sowie die Redakteure Alexander-Petzel Gligorea, Florian Sädler, Fabian Habel und Kai Ruhle ihre Prognosen ab:

Conor McGregor vs. Nate Diaz

 

Elias: Der Kampf kommt viel zu früh für Diaz. Es wäre wesentlich spannender gewesen, wenn beide topfit in einer tieferen Gewichtsklasse aufeinandergetroffen wären, doch durch den Ausfall von Rafael dos Anjos hat es sich eben so ergeben. Genau darum denke ich, dass Diaz weder konditionell noch mental auf diese Begegnung vorbereitet sein wird. Die kurze Trainingsphase und der Wunsch im Weltergewicht anzutreten, bezeugen, dass der US-Amerikaner körperlich nicht fit ist für eine mögliche Schlacht über fünf Runden. Auch mental, was sich eher verbal zeigte, wurde Diaz von McGregor über die letzten Tage immer wieder vorgeführt. Frustration zeigte sich durch Fäkalwörter von Diaz, der sich nicht anders zu wehren wusste. Der Schubser auf der Pressekonferenz und der erneute Staredown beim Wiegen dürften die Lage verschlechtert haben. Ich glaube nicht, dass Diaz mit der Geschwindigkeit und den variablen Angriffen von McGregor mithalten kann. Der Ire wird ihn konditionell überfordern und ihn auskontern. Im Gegensatz zu McGregor hat Diaz keine K.o.-Power und kann ihm, meiner Meinung nach, nur auf dem Boden gefährlich werden. Ob er McGregor, falls er ihn überhaupt auf den Boden bekommt, auch unten halten kann? Ich bezweifle es. Trotz Vorteilen in Punkto Größe, Reichweite und Gewicht, sehe ich Diaz nicht gewinnen. Conor McGregor durch T.K.o. in Runde 2

Alexander: Leider wird es eine eindeutige Sache werden. McGregor ist top-vorbereitet, wenn auch auf einen anderen Gegner. Allerdings kommt ihm der Wechsel auch stilistisch zu gute. Ja, Diaz ist ein so genannter „Swarmer“, der seine Gegner unter Druck setzt und wie ein Schwarm aus allen möglichen Richtungen attackiert. Er hat aber nie verstanden, das Tempo anzupassen, wenn es sein muss. Und die Sache mit dem BJJ ist die: dos Anjos hätte Takedowns gegen McGregor durchgebracht, Diaz hat seinen letzten Takedown vor fünf Jahren versucht. Auf der großen Bühne auf Sicherheit zu gehen ist einfach nicht sein Stil. Wie sagte er es gestern beim Wiegen bereits: „Kill or be killed“. Und McGregor wird alleine schon durch seine Leg Kicks die Distanz und damit den Standkampf bestimmen können. So gerne ich es auch sehen würde, wie Nate Diaz die UFC und ihre Gewichtsklassen ins Chaos stürzt, es käme einer Sensation gleich. Conor McGregor durch T.K.o. in Runde 2

Florian: Ich glaube nicht, dass der McGregor-Trubel heute ein Ende finden wird. Nach einem Jahr wie dem, das "Mystic Mac" 2015 erlebt hat, schwirrt im Hinterkopf meist die Befürchtung herum, dass Leichtsinnigkeit dem Spaß irgendwann einen fetten Strich durch die Rechnung machen könnte. McGregor hat aber oft genug bewiesen, dass ihm die große Bühne mit all ihrem Druck nichts ausmacht. Alleine diesen Erfahrungsvorteil angesichts des massiven Hypes um jeden neuen Kampf sollte man nicht unterschätzen, ganz zu schweigen davon, dass Diaz trotz Triathlon-Trainings eben keine Zeit hatte, um sich vernünftig auf jemanden wie McGregor vorzubereiten. Ich könnte mir vorstellen, dass McGregor sich ein paar Minuten lang an den ungewohnt großen Gegner gewöhnen müssen wird, früher oder später aber richtig durchkommt. Conor McGregor durch T.K.o. in Runde 2

Fabian: Bereits ein Kampf im Leichtgewicht wäre ein neuer Schritt in der UFC-Karriere des Conor McGregor gewesen. Mit dem verletzungsbedingten Ausfall des Leichtgewichtskönigs Rafael DosAnjos steht dem charismatischen Iren nun Nate Diaz gegenüber, dieses Duell sogar im Weltergewicht. Bereits in den vergangenen Wochen zeigte "The Notorious" mit Fressorgien, dass er sich zumindest kulinarisch in den höheren Gewichtsklassen durchaus wohl fühlt. Nun muss er auch mit Leistung überzeugen. Mit Diaz wird McGregor erstmals mit einem Kontrahenten konfrontiert, der ihm in Sachen Reichweite ebenwürdig ist und ihn größentechnisch sogar überragt. Diese Vorteile könnte der "Stockton Badboy" nutzen, um den Federgewichtschampion mit strategisch eingesetzten Jabs auf Distanz zu halten und nach fünf Runden einen Punktsieg davon zu tragen. Im Weg stehen wird Diaz jedoch sein Temperament. Den verbalen Schlagabtausch wird er auch im Octagon fortsetzen und sich in einen wilden Brawl verwickeln lassen. Hier liegen klar die Stärken von McGregor. Ein gut platzierter Schlag wird reichen, um in Diaz den Wunsch nach einem Duell auf dem Boden aufkommen zu lassen. Die ringerischen Defizite des jüngeren Diaz-Bruders werden dies jedoch verhindern und Möglichkeiten für McGregor eröffnen. "The Notorious" hat somit fünf Runden Zeit, um seine gefürchtete linke Gerade ins Ziel zu bringen und nach Josh Thompson der zweite Mann zu werden, der Nate Diaz durch Knock-out bezwingt. Conor McGregor durch K.o. in Runde 3

Kai: Conor McGregor wird auch hier wieder seinen Worten Taten folgen lassen. Diaz ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Der Kampf gegen Dos Anjos wäre spannend geworden, aber hier kann es nur einen klaren Sieger geben: McGregor. Konditionell ist er Nate Diaz überlegen. Beide sind für ihre harten Schläge bekannt, allerdings sehe ich auch da den Iren vorne. Falls Diaz den Kampf irgendwie auf die Matte verlagern kann, schlägt wahrscheinlich seine Stunde. Wir kennen McGregors Bodenkampf-Fähigkeiten in der UFC nicht. Bisher konnte er sich immer verteidigen. Diaz darf nur nicht den Fehler machen und blind den Takedown versuchen. Was dann passiert, hat man bei den letzten McGregor Kämpfen gesehen. Conor McGregor via T.K.o. in Rd. 3

Holly Holm vs. Miesha Tate

 

Elias: Im Stehen sehe ich Tate als absolute Außenseiterin. Je länger die Begegnung auf den Beinen gehalten wird, umso eher steigt die Gefahr, dass „Cupcake“ schwere Treffer kassieren wird. Sie muss den Kampf zu einem wilden Gerangel machen, in die Nahdistanz kommen und mit Clinches und Takedowns die Begegnung kontrollieren. Sollte ihr das nicht gelingen, wird sie im besten Fall nach Punkten verlieren – ich denke eher vorzeitig K.o. gehen. Holm hingegen muss ihren Gameplan genauso souverän wie in ihren letzten beiden UFC-Auftritten ausspielen und so nicht nur ihre Kontrahentin frustrieren, sondern auch zu Fehlern zwingen. Ich denke, dass ihr das gelingen wird und damit auch die erste Titelverteidigung. Holly Holm nach Punkten

Alexander: Ein Duell, das auf dem Papier Spannung verspricht. Allerdings hängt es im Kampf davon ab, welche Holly Holm man zu Gesicht bekommt. Die Holm aus dem Rousey-Kampf sollte mit einer defensivschwachen Tate wenig Probleme haben und vor allem durch Schlaghärte zum Erfolg kommen. Die Holm aus den Duellen zuvor könnte jedoch Schwierigkeiten mit den Takedowns und der Oberlage Tates bekommen. Ich hoffe auf die letzte Holm-Version, das Update, dass man gegen Rousey gesehen hat, ist ihre beste Version. Und die sollte die eklatanten Lücken in Tates Standup problemlos ausnutzen können. Holly Holm durch T.K.o. in Runde 3

Florian: Ich würde mich nicht wundern, wenn Miesha Tate einen im direkten Vergleich besseren Kampf gegen Holly Holm hinlegen wird als Ronda Rousey. Trotzdem gehe ich davon aus, dass Tates UFC-Titelträume heute in Vegas ihr endgültiges Ende finden werden. Holm, sofern ihr neues Leben ihr nicht in irgendeiner Form zu Kopf gestiegen ist, sollte Tate systematisch im Stand außeinandernehmen und die schwierigen Situationen im Clinch vermeiden können. Tate hat nur dann eine Chance, wenn sie voll auf der Höhe ist und schlauer kämpft als im zweiten Duell gegen Rousey. Wahrscheinlicher ist es, dass Holm dank Präzision, Volumen und Kampf-IQ von Minute zu Minute weiter auf den Punktrichterzetteln in Führung geht - ich bin mir nicht sicher, ob sie die zähe Tate vorzeitig aus dem Rennen nehmen kann, zumindest für einen recht deutlichen Punktsieg sollte es aber reichen. Holly Holm nach Punkten 

Fabian: Am Samstag beginnt sie also, die Ära nach Ronda Rousey als Championesse. Mit ihrem krachenden Knock-out und dem damit einhergehenden Titelgewinn hat Holly Holm die Blicke der Fans weltweit auf sich gezogen. Nun gilt es, diese Leistung zu bestätigen, denn jeder weiß, dass erst eine Titelverteidigung einen wahren Champion auszeichnet. Mit Miesha Tate bekommt sie eine Kontrahentin gegenübergestellt, die sich ebenfalls bereits in dieser Situation befand. "Cupcake" konnte zwar bisher nicht den UFC-Titel ihr Eigen nennen, war jedoch Strikeforce-Championesse in der Zeit vor dem von Ronda Rousey ausgelösten Boom des Frauen-MMA. Stilistisch wird den Zuschauern ein interessantes Matchup geboten. Während Tate in allen Aspekten der gemischten Kampfkünste bewandert ist, war von Holm bisher nur der Standkampf zu beobachten. Dort wird sie das Duell auch halten wollen. Sowohl ihr Jab, als auch ihre Tritte, sind denen Tates deutlich überlegen, die eher wilde Schlagabtäusche bevorzugt. Sollte Tate es dennoch schaffen, die Reichweite ihrer Kontrahentin zu überbrücken, kann der Kampf eine starke Wendung nehmen. Sowohl das Ringen als auch das BJJ der "Preachers Daughter" sind weitestgehend unerforscht, am Boden kann also alles passieren. Entscheiden sich die beiden Top-Bantamgewichte für ein reines Duell im Stand, hat Holm alle Karten in der Hand und wird einen ungefährdeten Sieg davontragen. Holly Holm nach Punkten

Kai: Diese Ansetzung zeigt, dass die Gewichtsklasse auch ohne Rousey Spannung verspricht. Am Boden hat Tate die klar besseren Chancen. Allerdings geht sie wieder nur als Außenseiterin in den Kampf gegen die erfahrene Kampfsportlerin Holm. Holms Boxen ist gefährlich und das zeigte nicht nur ihr Titelgewinn gegen Rousey. Auch ihre Leg Kicks dürfen nicht unterschätzt werden als ehemalige Kickboxerin. Sie können Tate die Luft nehmen, wenn dieser Kampf über die volle Distanz geht.  Durch den Reichweitenvorteil kann Holm den Kampf kontrollieren und verhindern, dass Tate mit einem Takedown durch kommt und so den Sack zu machen. Holy Holm via T.K.o in Rd. 4

Ilir Latifi vs. Gian Villante 

 

Elias: Die Begegnung könnte rasch enden, sollte Villante einen harten Treffer ins Ziel bringen. Latifi ist nicht bekannt für das beste Kinn, allerdings ist er ein begnadeter Ringer und Bodenkämpfer. Ich sehe ihn klar im Vorteil, sollte er den Kampf auf die Matte bringen. Im Stehen wird Villante seine Chance suchen, um seine Fäuste fliegen zu lassen, Latifi wird dies verhindern. Ilir Latifi durch Submission in Runde 2

Alexander: Die einzige Schwäche eines McGregor-PPVs ist vielleicht, dass der Rest des Programms mit schwachen Namen besetzt wird. So auch hier. Ilir Latifi und Gian Villante, die je nach Laune des Panels mal in- und mal außerhalb der Top 15 stehen, bilden wichtigsten Nicht-Titelkampf im Programm. Hier hängt alles vom Gameplan und der Umsetzung bei Villante ab. Der 30-Jährige müsste nur lang kämpfen und Latifi mit Kicks und Jabs auf Distanz halten, um die Konterstärke und Explosivität des Schweden zu negieren. Allerdings war das noch nie Villantes Stärke. Auch wenn er zuletzt routinierter zu Werke ging, der Brawler in ihm will doch immer durchbrechen und sobald das passiert, schlägt Latifis große Stunde. Zumal der „Sledgehammer“ eine deutlich bessere Kondition vorweisen kann als Villante. Latifi wird eine Unachtsamkeit in der dritten Runde zu einem Niederschlag nutzen und dort den Sack zu machen. Ilir Latifi durch Submission in Runde 3

Florian: Keine Top-Namen, die hier recht hoch auf dem PPV-Programm stehen, auf Villante gegen Latifi freue ich mich trotzdem. Villante ist ein taffer Kerl, der in der Hitze des Gefechts allerdings nicht immer die besten Entscheidungen trifft und technisch vor allem in der Defensive noch Lücken hat. Latifi hat die Schlagkraft und den aggressiven Kampfstil, um solche Lücken gnadenlos ausnutzen zu können - ich denke, dass er die Distanz eher früher als später und bei Bedarf auch mehrmals überbrücken und sich gegen Villante den wichtigsten Sieg seiner Karriere holen wird. Ilir Latifi via T.K.o. in Runde 2

Fabian: Dieses Aufeinandertreffen im Halbschwergewicht könnte auch für ein Schwergewichtsduell gehalten werden. Sowohl Villante als auch Latifi sind für diese Gewichtsklasse enorm massig und bekannt für ihre krachenden Knockouts. Beide Athleten erleben derzeit die stärkste Phase ihrer Karriere. Während Villante drei seiner letzten vier Kämpfe für sich entscheiden konnte, wurde Latifis Arm sogar bei vier seiner letzten fünf Auftritte in die Höhe gestreckt. Alles andere als ein K.o. in dieser Paarung wäre eine faustdicke Überraschung. Sollte keiner der beiden frühzeitig schlafen geschickt werden, könnte die Ausdauer ein entscheidender Faktor werden und den Kampf stark verlangsamen. In diesem Szenario ist auch ein knapper Punktsieg von Gian Villante denkbar, soweit wird es der "Sledgehammer" jedoch nicht kommen lassen und bereits in Runde Eins den Sack zumachen. Ilir Latifi durch K.o. in Runde 1

Kai: Beide Kämpfer sind bekannt dafür, dass sie das schnelle Ende suchen. Bei Latifi endeten die letzten fünf Kämpfe in der ersten Runde. Fast genauso war es bei den letzten drei Kämpfen von Villante. Deshalb wird es kein langweiliges Duell, wo beide nur nach vorne gehen, um mal eine Aktion zu zeigen und dann zurück gehen. Ich sag Latifi wird sich durchsetzen. Ilir Latifi via T.K.o. in Rd 1

Corey Anderson vs. Tom Lawlor 

 

Elias: Ein Duell, das in beide Richtungen gehen kann. TUF-Gewinner Anderson wird versuchen Lawloer niederzuringen und einen Punktsieg einzuheimsen, während Lawlor gerne Risiken auf sich nimmt. Je nachdem wie Lawlor seinen Gegner überraschen kann, könnte ihm ein Erfolg gelingen – falls nicht, wird Anderson den Punktsieg einfahren. Corey Anderson nach Punkten

Alexander: Tom Lawlor hat das gestrige Wiegen gewonnen, damit wird es das für dieses Wochenende allerdings gewesen sein. „Filthy“ ist immer noch der unterhaltsame Clown mit Dampf in den Fäusten, aber ich bezweifle, dass er Anderson konstant auf Distanz halten kann, zumal das seinem eigenen Stil zuwider läuft. Lawlor hat das bessere Boxen, ist aber sonst weder ringerisch noch athletisch auf dem Niveau von „Beastin-25/8“. Ich denke, Lawlor wird sich drei Runden lang auf dem Rücken wiederfinden. Corey Anderson nach Punkten

Florian: Lawlor wird meiner Meinung nach ein wenig unterschätzt, weil er hin und wieder einen schlechten Tat im Octagon erwischt hat, gerne den Clown spielt und vor allem gefühlt ein Mal im Jahr im Käfig steht. Gegen Anderson geht er nach zwei Siegen in Folge mit ein wenig Momentum in den Käfig, wo ihn aber ein harter Test erwarten wird. Anderson ist beiweitem kein Jon Jones, aber eines der besseren Talente in der dünn besetzten Halbschwergewichtsklasse. Wenn er sich nicht von Lawlor überrumpeln lässt oder irgendwann fahrlässig wird, sollte er einen Sieg über die Distanz nach Hause holen können. Corey Anderson nach Punkten  

Fabian: Mit Lawlor und Anderson paart Joe Silva zwei Athleten zusammen, die sich im Mittelfeld der Gewichtsklasse befinden. In ihren letzten Kämpfen überzeugten jedoch beide. Vor allem Lawlor beeindruckte bei seinem letzten Auftritt mit einem krachenden Knock-out gegen Gian Villante. Zuvor musste er jedoch mächtige Schläge und Tritte einstecken, die für eine längere Auszeit sorgten. Nun feiert er bei UFC 196 sein Comeback. Bereits im besagten Duell mit Villante waren deutliche physische Defizite zu erkennen, die Lawlor auch gegen Anderson vor große Herausforderungen stellen werden. Die Kraft von Anderson wird letztendlich auch den Ausschlag geben. Mit einem erneuten Comeback-Sieg von Lawlor rechne ich nicht, dafür wird sich Anderson zu klug präsentieren. Corey Anderson nach Punkten

Kai: Lawlor, der durch seine TUF-Schlacht mit Ryan Bader die UFC-Chance bekam, trifft auf einen TUF-Sieger. Anderson konnte die 19. Staffel gewinnen. Seine einzige Niederlage in der UFC kam durch Gian Villante. Allerdings darf man hier einen eher taktisch geprägten Kampf erwarten. Beide gehen gerne über die volle Distanz und sorgen so für einen Leckerbissen bei Taktik-Fans. Corey Anderson nach Punkten

Amanda Nunes vs. Valentina Shevchenko

 

Elias: Ein Fight mit zwei hochwertigen Strikerinnen, doch spielen beide in verschiedenen Ligen. Nunes konnte den Großteil ihrer Begegnungen durch T.K.o. für sich entscheiden, wird jedoch im reinen Standkampf nicht gegen Shevchenko ankommen können. Die Kirgisin schlug u.a. Kaliber wie Joanna Jędrzejczyk oder Caley Reece. Sollte sie Nunes hart erwischen, wird diese K.o. gehen. Shevchenko hingegen hat ein starkes Kinn, ist allerdings von ihrem Rücken aus weniger gefährlich. Sollte Nunes hier Takedowns und Kontrolle am Boden gelingen, ist meiner Meinung nach sogar ein Erfolg durch T.K.o. drin. Sollte der Kampf jedoch zunehmend im Stehen stattfinden, wird Shevchenko nicht nur das Tempo angeben, sondern auch die härteren Treffer landen. Aus der Oberlage ist die Russin ebenfalls stark und hat einige Submissions auf Lager. Valentina Shevchenko nach Punkten

Alexander: Das Damen-Duell wird in mehreren Kapiteln ablaufen. Shevchenko, der jüngst mit nur acht Tagen Vorbereitung gegen Sarah Kaufman die Überraschung gelang, muss vor allem die gewaltige Anfangsoffensive Nunes‘ überstehen. Je länger der Kampf geht, desto höher stehen die Chancen der Kämpferin aus Kirgisistan. Nunes hat noch nie einen Kampf gewonnen, wenn es in die dritte Runde ging und Shevchenko hat mir ihrer Kombination aus Kickboxen und vor allem gutem Clinchen die passenden Werkzeuge, um trotz Reichweitennachteil den schweren Händen der Brasilianerin zu entgehen und den Kampf in die Länge zu ziehen. Valentina Shevchenko nach Punkten

Florian: Nunes ist eine der wenigen Frauen der Bantamgewichtsklasse, die dank einer Mischung aus Power, Technik und Aggressivität eine echte Bedrohung für sämtliche Gegnerinnen darstellt. Mit ein wenig mehr Ausdauer hätte sie ihren Titelkampf schon vor längerem in der Tasche haben können, so aber muss sie gegen die noch recht unbekannte Valentina Shevchenko heute noch einmal zittern. Ich würde es Shevchenko durchaus zutrauen, das brasilianische Biest zu zähmen und den Kampf in für sie vorteilhaftere Situationen lenken zu können, trotzdem lehne ich mich aus dem Fenster und behaupte, dass Nunes früh das Heft in die Hand nimmt und nicht mehr abgibt. Amanda Nunes durch T.K.o. in Runde 2

Fabian: Während am späteren Abend der Bantamgewichtstitel der Frauen auf dem Spiel steht, könnte nach diesem Kampf bereits die nächste Herausforderin der Championess feststehen. Amanda Nunes zog in ihren fünf Auftritten im Octagon eine Schneise der Verwüstung durch die UFC, musste sich lediglich Cat Zingano nach einer starken Anfangsphase geschlagen geben. Die Brasilianerin gilt als eines der größten Talente des Frauen-MMA, auf ihr lastet bei UFC 196 der ganze Druck. Frei aufkämpfen hingegen kann ihre Gegnerin Valentina Shevchenko. Die Kirgisin kann erst einen UFC-Kampf vorweisen, den sie knapp nach Punkten gewann. Nun wird sie als Aufbaukampf für Nunes dienen. Sollte Ronda Rousey ihre Rückkehr weiter nach hinten verschieben, hat die UFC in Nunes eine legitime Herausforderin auf den Gürtel. Dieser Verantwortung ist sich das Kraftpaket bewusst und wird nicht lange fackeln. Amanda Nunes durch K.o. in Runde 1

Kai: Wie im Titelkampf, erwarte ich hier ein spannendes Duell. Die Siegerin darf sich wahrscheinlich Herausforderin Nummer 1 nennen, falls Rousey eine längere Pause einlegt. Es stehen sich zwei erfahrene Kämpferinnen gegenüber. Shevchenko verlor ihren einzigen Kampf vor fast sechs Jahren gegen Liz Carmouche und ist seitdem ungeschlagen. Amanda Nunes hat zwar keinen ganz so langen Lauf. Dennoch scheint sie aus ihrer Niederlage gegen Zingano gelernt zu haben. Ich halte die Russin für stärker im Stand, schafft es Nunes in der Oberlage oder sollte es auf den Boden gehen, ist die Brasilianerin auf Grund ihrer BJJ-Erfahrung solider und könnte so einen Punktsieg erarbeiten. Amanda Nunes nach Punkten