Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Whittaker bleibt Champion - natürlich

Champion: Robert Whittaker wäre selbst mit einer Niederlage gegen Yoel Romero Weltmeister geblieben (Foto: UFC).

Mit UFC 225 ist der zweite echte Groß-Event des Jahres geschafft. So hochspektakulär, wie das Programm versprochen hatte, war der Kampfabend aus Chicago dann nicht, dafür dürfte er sehr relevante Auswirkungen auf die nahe Zukunft mehrerer Gewichtsklassen haben.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Robert Whittaker

Ein hartes Stück Arbeit, aber Robert Whittaker hat es geschafft: Yoel Romero dürfte bis auf weiteres aus seinem Blickfeld verschwunden sein. Seinen Titel indes hat der Australier, der den kubanischen Olympia-Ringer am Wochenende zum zweiten Mal bezwang, noch immer nicht verteidigt. Zumindest nicht offiziell, denn Romero verpasste haarscharf das Gewichtslimit für den Mittelgewichtskampf.

Daher hätten die Punktrichter den sehr knappen Kampf auch an Romero geben können, Whittaker wäre Champion geblieben. Trotz leichter Kontroversen um die Punktentscheidung kann Whittaker sich nun erst einmal zurücklehnen, seine gebrochene Hand heilen lassen und abwarten, was passiert.

Viele klare Herausforderer gibt es nicht. Kelvin Gastelum sah zuletzt bestechend gut aus, hat aber vor weniger als einem Jahr erst gegen Chris Weidman verloren. Der ex-Champion selbst ist allerdings verletzt, was zurück zu Gastelum führt´. Nächster Gegner: Kelvin Gastelum

Colby Covington

Eine Menge Fans und Kämpfer dürften wenig von dieser Tatsache halten, aber Colby Covington ist UFC-Champion. Interims-Champion, zumindest. Und als solcher dürfte ihm demnächst eine Menge lohnender Karrierechancen bevorstehen, allem voran ein Kampf um den echten Gürtel gegen Champion Tyron Woodley.

Der jedenfalls hat bereits zu Protokoll gegeben, Covingtons Karriere mit einer höchst einseitigen Klatsche beenden zu wollen. Im Sommer will „The Chosen One“ wieder fit sein, Covington würde nach eigener Angabe schon nächstes Wochenende gegen Woodley in den Käfig steigen. Interims-Titel sind keine Garantie dafür, den nächsten Titelkampf zu bekommen – man frage Tony Ferguson –, angesichts der Intensität, mit der viele Fans Covington anscheinend hassen, würde es kaum Sinn machen, jemand anderem die Chance auf Gold im Weltergewicht zu geben. Nächster Gegner: Tyron Woodley

Holly Holm

In Chicago bestritt Ex-Championess Holly Holm einen gefährlichen Kampf. Megan Anderson ist gefährlich, aber unbekannt. Holm indes hat zuletzt drei von vier Kämpfen verloren, eine weitere Niederlage hätte ihre Titelträume wohl auf lange Sicht zerstört.

Holm allerdings brachte bei UFC 225 eine Leistung, die in der amerikanischen Presse mehrfach als „Meisterklasse“ gewürdigt wurde. Ihr klarer Sieg gegen den Invicta-Import im ersten Damen-Federgewichtskampf der UFC, in dem es nicht um einen Gürtel ging, hält Holm weiter an der Spitze. Zwangsläufig, denn das Federgewicht besteht effektiv nur aus seiner Weltmeisterin.

Gegen Cris Cyborg hat Holm erst im Dezember verloren, der Kampf allerdings war knapp und unterhaltsam. Ob ein Sieg für die nächste Chance reicht? Amanda Nunes will schon länger gegen Cyborg ran, falls das auch weiterhin nichts wird, sollte man sich angesichts fehlender Alternativen nicht wundern, Holm bald schon wieder im Käfig mit einer Titelträgerin zu sehen. Nächste Gegnerin: Cris Cyborg