Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Titelträger auf Rekordkurs

Auf Rekordkurs: Stipe Miocic könnte bald Geschichte schreiben (Foto: Tobias Bunnenberg).

Es war die beste UFC-Show des bisherigen Jahres – zumindest auf dem Papier. Auch in der Praxis stellte sich UFC 211 aus Dallas, Texas aber als Kracher heraus, bei dem zwei Titel verteidigt, Hype-Züge ausgebremst und spektakuläre Kämpfe durch Regel-Missverständnisse vorzeitigt beendet wurden. Alles in allem ein spaßiger Abend, der sich auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung gleich mehrerer Gewichtsklassen auswirken wird.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Stipe Miocic

Zwei Mal kann der UFC-Schwergewichtstitel verteidigt werden, spätestens im dritten Versuch wechselt der Gürtel den Besitzer. Diese Regel hat sich seit Anbeginn der UFC gehalten – Stipe Miocic scheint auf bestem Wege zu sein, den Rekord von zwei aufeinanderfolgenden Titelverteidigungen zu brechen. Mit seinem Erstrunden-Knockout gegen Junior dos Santos ist er zumindest schon einmal gleichgezogen.

Einen Rekordbruch verhindern könnte als nächstes ausgerechnet der Mann, dem es selbst nicht gelungen ist, den Gürtel drei Mal in Folge zu verteidigen. Cain Velasquez mag zuletzt vor allem mit seinem eigenen Körper gekämpft haben – ist er gesund, bleibt er trotzdem eines der besten Schwergewichte aller Zeiten.

Dieses Attribut wird von so manchem bereits Miocic zugeschrieben, der mit vier Erstrunden-Knockouts in Folge auf einer riesigen Momentum-Welle reitet. Mit Alistair Overeem, Fabricio Werdum und nun dos Santos hat der gelernte Boxer überdies die Elite der Gewichtsklasse bereits besiegt – einziger fehlender Top-Gegner auf seinem Resümee: Cain Velasquez.

Falls es der UFC – verständlicherweise – zu riskant ist, den notorisch verletzungsanfälligen Ex-Champion gegen Miocic anzusetzen, böten sich in Form von Derrick Lewis und Francis Ngannou schlagstarke Alternativen, denen im Idealfall aber noch ein oder zwei weitere Siege vor einer Titelchance zu gönnen wären. Will man seine aufstrebenden Stars nicht verheizen, ist das Risiko Velasquez die einzige echte Wahl für die UFC. Nächster Gegner: Cain Velasquez

Joanna Jedrzejczyk

Zwei Jahre, nachdem sie den UFC-Strohgewichtstitel mit einem klaren Sieg gegen Carla Esparza holte, ist Joanna Jedrzejczyk am Wochenende ins American Airlines Center von Dallas zurückgekehrt und hat sich in ihrem Punktsieg gegen Jéssica Andrade genauso dominant gezeigt wie beim letzten Besuch.

Mit fünf Titelverteidigungen in Folge gehen der polnischen Thaiboxerin, die seit letztem Jahr in Florida lebt und trainiert langsam aber sicher die Herausforderinnen aus. Claudia Gadelha, die Nummer eins der Gewichtsklasse nach „Joanna Champion“, hat bereits zwei Mal gegen diese verloren. Karolina Kowalkiewicz und Jessica Andrade, die Nummern zwei und drei jeweils ein Mal.

Das am höchsten gelistete frische Gesicht ist Rose Namajunas – und obwohl „Thug Rose“ aktuell keine Siegesserie vorweisen kann, dürfte sie mit drei Siegen aus ihren letzten vier Kämpfen die logischste Wahl für die nächste Titelchance sein. Nächste Gegnerin: Rose Namajunas

Frankie Edgar

Das Duell 'Alte Garde' gegen 'Junge Wilde' ging am Samstag überdeutlich zugunsten der älteren Generation aus. Yair Rodriguez mag ein kreativer, fokussierter und immens talentierter Kämpfer sein – Ex-Champion Frankie Edgar entpuppte sich in Dallas als zwei Level zu viel für den aufstrebenden Jungspund.

Mit dem T.K.o.-Sieg gegen das junge Talent hat Edgar einmal mehr seine Position an der Spitze der Federgewichtsklasse zementiert. Sein Problem: Schon zwei Mal hat er gegen Champion José Aldo verloren, muss also hoffen, dass dieser nächsten Monat bei UFC 212 seinen Gürtel an Max Holloway abgibt.

In diesem Fall könnte Edgar sich als beste Option auf einen Titelkampf verkaufen, ansonsten heißt es für ihn bis auf weiteres, weiter schwierige Aufgaben irgendwo in der Top 5 – 10 zu lösen – oder runter ins Bantamgewicht zu wechseln. Nächster Gegner: Max Holloway

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