Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Steigt Barnett ins Titelrennen ein?

Josh Barnett kam bei UFC Japan erfolgreich aus einer zweijährigen Pause zurück (Foto: Michael Dunn/Creative Commons).

UFC Japan am vergangenen Wochenende bot den Zuschauern klassische MMA-Kost: Ein paar Knockouts, ein paar Submissions, ein paar mehr und ein paar weniger spektakuläre Punktentscheidungen. Vor diesem Hintergrund konnte eine Handvoll Kämpfer mit besonders imposanten Siegen aus der Masse herausstechen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Josh Barnett
Der „Warmaster“ ist zurück, und ein besseres Comeback hätte er sich kaum wünschen können. Beinahe zwei Jahre nach der bitteren K.o.-Niederlage gegen Travis Browne hat Josh Barnett mit seinem Punktsieg gegen Roy Nelson bewiesen, dass mit ihm immer noch zu rechnen ist.

Während Browne nach Niederlagen gegen Fabricio Werdum und Andrei Arlovski momentan weiter denn je weg ist vom Titelgeschehen, hat Barnett sich mit nur einem Sieg wieder in die Relevanz vorgearbeitet. Ob das mehr über Barnett oder über den Status der Schwergewichtsklasse aussagt, bleibt dahingestellt.

Der nächste Titelkampf der schweren Jungs könnte wohl oder übel erst im nächsten Frühjahr stattfinden und bis dahin muss die Gewichtsklasse anderweitig am Laufen gehalten werden. Stipe Miocic und Ben Rothwell werden in der Zwischenzeit aufeinandertreffen, genau wie Junior dos Santos und Alistair Overeem – mit dem Sieg gegen Nelson könnte nun auch Barnett zurück sein im Rennen um die großen Kämpfe.

Wie schnell der 37-Jährige wieder kämpfen will, ist fraglich, Sinn machen würde als nächster Gegner jedoch ein weiteres bekanntes Gesicht aus alten UFC-Tagen, das wohl kaum auf den Sieger des Rückkampfes zwischen Fabricio Werdum und Cain Velasquez warten will.
Nächster Gegner: Andrei Arlovski

Uriah Hall
Da war er wieder – der Uriah Hall, den nach der 17. „The Ultimate Fighter“-Staffel jeder im Octagon der UFC erwartet, aber nur selten bekommen hatte. Zeitweise schien „Primetime“ wie ausgewechselt, fehlender Killer-Instinkt und ein frustrierend inaktiver Kampfstil haben ihn in den letzten zweieinhalb Jahren Kämpfe verlieren lassen, die er mit einiger Sicherheit hätte gewinnen können.

Mit dem verrückten Spinning-Back-Kick-Flying-Knee-Knockout gegen Gegard Mousasi hat Hall nun den zweiten Kampf nacheinander gewonnen. Aber reicht eine einzige – zugegeben extrem beeindruckende – Kombination aus, um auch Halls Imageschaden zu bereinigen? Immerhin war Mousasi bis zum Knockout in Runde zwei unbestreitbar dabei, den Kampf zu gewinnen. Es reicht wohl kaum; der Sieg vom Wochenende war lediglich ein erster Schritt, eine spektakuläre Erinnerung daran, welch zerstörerisches Potential Hall innewohnt.

Nun kommt es für ihn darauf an, dieses Potential regelmäßig abzurufen und nicht nur punktuell alle Jahre wieder – Hall hat gerade das zum Zeitpunkt des Kampfes sechstbeste Mittelgewicht der UFC-Rangliste ausgeknockt, seine nächsten Gegner werden wohl kaum Fallobst sein. Ein potentieller Kandidat wäre beispielsweise Derek Brunson, der bereits nach diesem Kampf gefragt hat, noch nicht gebucht ist und in der Rangliste nahe Hall gelistet wird.  
Nächster Gegner: Derek Brunson

Kyoji Horiguchi
Kam der Titelkampf im April dieses Jahres zu früh für Kyoji Horiguchi? Der 24-Jährige sagt rückblickend ‚Nein‘, allerdings hat die Aufgabe-Niederlage gegen Demetrious Johnson gezeigt, dass der Japaner das Level der absoluten Weltelite noch nicht fünf Runden lang mitgehen kann – nach einem starken Start Horiguchis hatte Johnson seinem Herausforderer das Heft Stück für Stück aus der Hand genommen und den Kampfverlauf diktiert.

Der Punktsieg gegen Chico Camus bei UFC Japan war daher genau die Art von Comeback, die Horiguchi gebraucht hat: Kein schneller Knockout, sondern ein hart erkämpfter Drei-Runden-Sieg gegen einen soliden Gegner, dem Horiguchi den Kampf aktiv wegnehmen musste. Damit hat er wertvolle Erfahrung und Kampfzeit gesammelt, die ihm in einem zweiten Anlauf auf den Fliegengewichtsgürtel von Nutzen sein dürften.

So schnell wird Horiguchi allerdings keinen weiteren Kampf gegen Demetrious Johnson bekommen – ihn direkt wieder gegen Namen antreten zu lassen, die ihn auf schnellstem Wege zurück nach oben bringen könnten, macht daher eigentlich wenig Sinn. Eigentlich, denn besonders groß ist die Auswahl an der Spitze des Fliegengewichts nicht. Da in solchen Situationen die Rangliste von der UFC auch gerne mal hintenangestellt wird, könnte es passieren, dass Horiguchi als nächstes einen Schritt zurück machen muss, um danach zwei nach vorne gehen zu können.
Nächster Gegner: Paddy Holohan oder Louis Smolka (Kämpfen bei UFC Dublin am 24. Oktober)