Kolumnen

GNP1-Matchmaker: „Showtime“ für „Frankenstein“?

Was bringt das neue Jahr für Rafael dos Anjos? Möglichkeiten gibt es genug für den Champion (Foto: Florian Sädler).

Das war’s: Mit Event Nummer 41 ist das immens erfolgreiche Jahr 2015 für die UFC gelaufen. Zum Abschluss gab’s noch einmal deftige Kost – Mit Rafael dos Anjos Zerlegung von Donald Cerrone, Alistair Overeems Knockout gegen Rivale Junior dos Santos und Nate Diaz unverhofftem Comeback reißt der Gesprächsstoff auch über den Jahreswechsel nicht ein.

Rafael dos Anjos

Besser hätte es kaum laufen können für den Leichtgewichtschampion der UFC: Nicht nur hat er mit Donald Cerrone eines der besten und beliebtesten Leichtgewichte des Kaders besiegt, mit seiner nur 66 Sekunden kurzen Zerstörung hat er seinen ersten wirklichen Rivalen spektakulär zum Schweigen gebracht, der nach eigener Aussage am Wochenende gegen „Frankenstein“ ins Octagon gestiegen ist.

Was kommt als nächstes? Das Leichtgewicht ist eine der stärksten Gewichtsklassen der UFC, wirkliches Momentum aber haben an der Spitze gerade die wenigsten Kämpfer: Khabib Nurmagomedov ist verletzt, Michael Johnson und Edson Barboza haben kürzlich verloren und auch Nate Diaz, der obendrein für seine Meinungsverschiedenheiten mit der UFC-Chefetage bekannt ist, kann nur zwei Siege in seinen letzten fünf Kämpfen vorweisen.

Ob Conor McGregor aus dem Federgewicht hoch kommt, ist ebenfalls fraglich. Spekuliert man gegen den Wechsel, lässt die aktuelle Struktur der Gewichtsklasse Raum für Anthony Pettis und Eddie Alvarez offen, die am 17. Januar bei UFC Boston aufeinandertreffen werden. Zwar hat "Showtime" Pettis seit seiner Titelniederlage gegen dos Anjos im März nicht mehr gekämpft und auch Alvarez hat bisher lediglich einen Kampf in der UFC gewonnen, und das nur mit Biegen und Brechen.

Beide sind aber ehemalige Champions (Alvarez bei Bellator) und mit einem Statement in Boston würden sowohl Momentum als auch Timing für den Sieger passen.
Nächster Gegner: Anthony Pettis oder Eddie Alvarez

Alistair Overeem

Einer der Trends des Jahres scheint es zu sein, seinen UFC-Vertrag auszukämpfen und sich danach auf dem Markt umzusehen, um den eigenen Wert festzustellen und gegebenenfalls mit höheren Forderungen an den Verhandlungstisch der UFC zurückzukehren. Nach Ben Henderson und Aljamain Sterling ist nun auch Alistair Overeem dieses Risiko eingegangen, und es hat sich gelohnt: Mit seinem Knockout gegen Junior dos Santos dürfte der „Demolition Man“ seinen Marktwert noch einmal ein ordentliches Stück nach oben korrigiert haben.

Ob er bei der UFC bleibt, ist demnach noch nicht sicher, die Chancen stehen nach seinen Siegen gegen dos Santos und Roy Nelson aber recht gut. Immerhin hat sich der Niederländer damit in die Nähe eines der wenigen Titel katapultiert, den er noch nicht im Schrank stehen hat.

Ob er gleich als nächstes um den UFC-Gürtel ran darf, nachdem Cain Velasquez im Februar seine Chance auf Revanche gegen Fabricio Werdum bekommen wird, ist trotzdem fraglich: Mit Stipe Miocic, Andrei Arlovski und Ben Rothwell ist die Spitze der Gewichtsklasse momentan so dicht besiedelt wie lange nicht mehr.

Letzten Endes wird es wohl auf Overeem oder den Sieger des Kampfes zwischen Arlovski und Miocic am 2. Januar bei UFC 195 hinauslaufen. Ein Blick auf die Häufigkeit, mit der der UFC-Schwergewichtstitel dieser Tage verteidigt wird, lässt ein Duell zwischen Overeem und dem Sieger dieses Kampfes dabei noch am wahrscheinlichsten erscheinen.
Nächster Gegner: Stipe Miocic oder Andrei Arlovski

Nate Diaz

Nate Diaz ist zurück, und die Tatsache, dass wenige ihm den Sieg gegen den talentierten Michael Johnson zugetraut hätten, macht seinen ersten gewonnenen Kampf seit 2013 nur noch zufriedenstellender für den Kalifornier. Sogar ein Duell mit Conor McGregor ist jetzt im Gespräch für den Bad Boy aus Stockton.

Bekommt er den Blockbuster-Kampf gegen den Iren? Die UFC schaut bekanntlich gerne auf die Zahlen, und ein Duell zwischen den beiden leidenschaftlichsten Trashtalkern des Kaders würde sicherlich ansehnliche Zahlen einbringen. Für McGregor gibt es momentan allerdings einfach zu viele hochkarätige Möglichkeiten, als dass ein Kampf gegen Diaz allzu realistisch erscheinen würde.

Wahrscheinlicher ist ein Duell mit Tony Ferguson, der am Vorabend von McGregors Titelgewinn Edson Barboza in einem spektakulären Kampf zum Abklopfen zwang und sich mit diesem siebten Sieg in Folge auf Nummer fünf der Rangliste vorgearbeitet hat. Zwar hat „El Cucuy“ anschließend klargestellt, dass er gegen Nummer vier aufwärts kämpfen will, besonders viele Optionen gibt es für ihn dort aber momentan nicht, falls Donald Cerrone nicht zeitig nach seiner Titelniederlage wieder in den Käfig steigt - was natürlich durchaus sein kann.

Neben Cerrone ist Ferguson momentan der sinnigste Kampf für Diaz, und darüber hinaus stilistisch vielversprechend. Gewinnt Ferguson, hat man einen mehr als verdienten Titelherausforderer. Gewinnt Diaz, hat man einen Fan-Favoriten wieder so weit aufgebaut, dass man ihn in Kämpfe stecken kann, die gute Quoten versprechen.
Nächster Gegner: Tony Ferguson