Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Qual der Wahl für Stipe Miocic

Wird Stipe Miocic an seinem neuen Gürtel festhalten können? (Foto: Tobias Bunnenberg).

Das hat nicht lange gehalten: Fabricio Werdum wurde am Samstag zu einem weiteren Eintrag in der langen Liste derer, die den UFC-Schwergewichtsgürtel nicht öfter als zwei Mal verteidigen konnte. Tatsächlich ist der Brasilianer gleich beim ersten Versuch an Stipe Miocic gescheitert – könnte sein Nachfolger derjenige sein, der ein wenig Kontinuität in die 120-Kilo-Klasse bringt? Eine leichte Aufgabe wird das jedenfalls nicht, denn die nächsten Herausforderer stehen schon in den Startlöchern.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Stipe Miocic

Nach 52 Jahren hat Stipe Miocic am Samstag den Sport-Fluch Clevelands beendet. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang sind die Teams seiner Heimatstadt an sämtlichen großen Gürteln und Trophäen vorbeigeschlittert, bevor Miocic sich in Brasilien das UFC-Gold sicherte.

Jetzt steht ‚der Neue‘ gleich dem nächsten Fluch gegenüber, nämlich dem, der zu besagen scheint, dass der Schwergewichtstitel pro Weltmeister höchstens zwei Mal verteidigt werden darf. Unwahrscheinlich ist es tatsächlich nicht, dass der Gürtel in näherer Zukunft erneut den Besitzer wechselt – vor allem, wenn man Alistair Overeem fragt, der sich Anfang des Monats mit einem K.o. gegen Andrei Arlovski den vierten Sieg in Folge geholt und nicht erst seitdem immer wieder klargestellt hat, dass er seine Chance auf den Titel will.

Die Aussichten des Niederländers sind tatsächlich gut – der einzige, der Overeem noch in die Suppe spucken könnte, wäre wohl Cain Velasquez, falls er im Juli bei UFC 200 Travis Browne besiegt. Im Hintergrund schleicht sich nach dem bitteren K.o. gegen Overeem außerdem Junior dos Santos wieder an die Spitze heran, der Miocic Ende 2014 seine letzte Niederlage beigebracht hat und im April Ben Rothwell schlagen konnte.

Angesichts der relativ aktuellen Niederlagen von Velasquez und dos Santos ist es letztendlich aber wohl doch am wahrscheinlichsten, dass wir „The Reem“ als nächstes um den Gürtel sehen werden. Trotzdem: Eigentlich ist es gar nicht so verkehrt, dass es im Schwergewicht mal mehr als einen auch nur ansatzweise interessanten Herausforderer auf den Titel gibt. Nächster Gegner: Alistair Overeem

Bryan Barberena

Vielleicht sollte man damit aufhören, Bryan Barberena zu unterschätzen. Zum zweiten Mal in Folge ist „Bam Bam“ in Curitíba gegen Warlley Alves als haushoher Underdog in einen Kampf gegangen, und zum zweiten Mal in Folge nach seinem Sieg gegen Sage Northcutt im Januar hat Barberena den Käfig als Sieger verlassen. Der hart erkämpfte Punktsieg gegen Alves wird Barberena wohl noch keinen Gegner aus den Top 15 verschaffen, UFC 198 war für den Mann aus Arizona aber ein großer Schritt in diese Richtung.

Nach den beiden Überraschungssiegen – zwei Mal auf dem Hauptprogramm – kennt man jetzt Barberenas Namen, vielleicht geht er damit das nächste Mal ja zur Abwechslung als Favorit in ein Duell. Zum Beispiel gegen den Sieger des Kampfes zwischen Alan Jouban und Nordine Taleb, die sich am 7. Juli in Las Vegas gegenüberstehen werden. Nächster Gegner: Alan Jouban oder Nordine Taleb

Antonio Rogério Nogueira

Miocic und Barberena haben bei UFC 198 ihren Aufwärtstrend fortgeführt, im Fight Pass-Hauptkampf des Abends dagegen konnte Antonio Rogério Nogueira einen jahrelangen Abwärtstrend stoppen, und das überaus imposant.

Der Erstrunden-Knockout gegen Patrick Cummins war Nogueiras erster Sieg seit Februar 2013, als er Ex-Champion Rashad Evans auspunkten konnte. In der Zwischenzeit hatte der mittlerweile 39-Jährige gegen Anthony Johnson und „Shogun“ Rua verloren und damit Rücktrittsforderungen Vorschub geleistet.

Dieser Sieg, wenn er „Little Nog“ auch nicht wieder im Titelgeschehen platziert hat, gibt ihm bis auf weiteres genug Munition in die Hand, um die Kritiker mundtot zu machen. Was die UFC als nächstes mit ihm vorhat, ist nach einem Sieg in seinen letzten drei Kämpfen trotzdem schwer zu sagen.

Eine mögliche Option könnte allerdings besonders für deutsche Fans interessant sein, denn in einer ähnlich unübersichtlichen Lage steckt nach nur einem Sieg in drei Kämpfen der Schwede Alexander Gustafsson. Und da Hamburg nicht allzu weit von Schweden entfernt ist, könnte der „Mauler“ doch eigentlich gegen einen populären Veteranen seine Berlin-Absage aus dem letzten Jahr wettmachen. Nächster Gegner: Alexander Gustafsson