Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Massaranduba feiert Geburtstag

Parabéns, Massaranduba (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de).

Ungewöhnlich entschleunigt geht es momentan im Octagon zu – vor und nach UFC Saskatoon am Sonntag liegt je ein Wochenende, an dem der Marktführer Pause macht. Nach den letzten Monaten eine gefühlte Ewigkeit. Gewinnen die Ereignisse aus Kanada damit an Bedeutung? Nicht wirklich, was unter anderem an Kampfankündigungen wie dieser und dieser hier liegt. Aber auch daran, dass der erste Trip der UFC nach Saskatchewan kaum Durchbrüche neuer Namen, sondern vor allem Comebacks bekannter Gesichter hervorgebracht hat.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Neil Magny
Am Wochenende in der kanadischen Prärie stand jede Menge auf dem Spiel für Neil Magny: Mit sieben aufeinanderfolgenden Siegen hatte sich das Weltergewicht seit Anfang 2013 einen immer größer werdenden Namen gemacht, bis eine Aufgabe-Niederlage gegen Demian Maia das Momentum im August abrupt zerstörte.

Als ein verletzter Rick Story in Saskatoon nicht zu seinem Kampf gegen Erick Silva antreten konnte, witterte Magny seine Chance und sprang gegen den explosiven Brasilianer ein. Eine zweite Niederlage hätte Magny weit zurückgeworfen, letztlich hat sich das Risiko aber ausgezahlt. Zwar lautet das offizielle Ergebnis „Geteilter Punktentscheid“,  tatsächlich aber war sein Sieg weitaus deutlicher als so mancher einstimmige Punktsieg.

Kritiker mögen anführen, dass Silva in Kanada so schlecht aussah wie wohl noch nie, trotzdem war ein Sieg im prestigeträchtigen Co-Hauptkampf genau das, was Magny gebraucht hat. Hat er das Potential, um demnächst in die Top Ten einzusteigen? Bei solchen Fragen wird auch weiterhin der Maia-Kampf im Hinterkopf bleiben und im Haifischbecken der Weltergewichtsspitze haben es vergleichsweise unauffällige Allrounder meist ohnehin schwer.

Seine Chance auf den Durchbruch in die Top Ten könnte der Mann aus Colorado dennoch bald bekommen, als Nummer vierzehn auf der Rangliste jedenfalls ist er schon nah dran an bekannten Gesichtern wie Jake Ellenberger, Rick Story und Gunnar Nelson – und letzterer sucht übrigens noch einen Gegner für UFC Dublin im Oktober.
Nächster Gegner: Gunnar Nelson

Patrick Coté

Kaum zu glauben, aber Patrick Cotés UFC-Debüt fand bei UFC 50 im Halbschwergewicht statt, dessen Titel er an jenem Abend keinem anderen als Tito Ortiz abnehmen wollte. Zwar hatte der Frankokanadier damit keinen Erfolg und musste auch in den nachfolgenden Jahren noch so manchen Rückschlag einstecken, trotzdem ist der mittlerweile 35-Jährige im Laufe der Zeit zu so etwas wie lieb gewonnenem UFC-Inventar geworden.

Mit seinem Knockout gegen Josh Burkman ist der „Predator“ vergangenen Höhen sicherlich nicht großartig nähergekommen, Titelkämpfe und ähnliches sollten für den Veteranen an diesem Punkt aber ohnehin nicht mehr an erster Stelle stehen – auch, wenn er nach unzähligen Stand-Schlachten seit einiger Zeit endlich daran zu arbeiten scheint, alle Disziplinen des Sports in seinen Kämpfen anzuwenden.

Cotés größter Nutzen aus diesem Sieg ist zum einen der 50.000-Dollar-Scheck für den besten Kampf des Abends und zum anderen der dadurch erkaufte Spielraum, der auch in Zukunft die eine oder andere Niederlage verkraften würde.

Champion wird der zweifache Titelherausforderer wohl nicht mehr, seinen Status bei den (kanadischen) Fans und seinen Namen kann die UFC aber immer noch nutzen, entweder als Test für jüngere Kämpfer oder in „fun fights“ gegen Leute in ähnlichen Positionen wie er selbst.
Nächster Gegner: Yoshihiro Akiyama

Francisco Trinaldo

Die meiste Beachtung schien Francisco Trinaldo am Wochenende nicht für seinen Erstrunden-Sieg gegen Chad Laprise zu bekommen, sondern dafür, dass seine Kindheit ohne jegliche Geburtstagspartys auskommen musste.

Der ehemals bettelarme Junge aus Brasilien ist mittlerweile zu einem erfolgreichen MMA-Kämpfer herangewachsen – tatsächlich ist er als Auf-die-Vierzig-Zugeher wohl auch aus diesem Alter schon fast wieder raus – und nutzte das Interview nach seinem Kampf dazu, Kinder in ähnlichen Situationen zu motivieren. Immerhin könne er sich er sich Geburtstagsfeiern jetzt leisten.

Dabei hatte sich „Massaranduba“ das größte Geschenk mit dem Sieg gegen Laprise und die eindeutigen Wettquoten am Vorabend seines 37. Jubiläums gerade erst selbst gemacht – in dessen Heimatland und durch Knockout in der ersten Runde. Für Trinaldo ist das der vierte Sieg in Folge und nach einem sehr knappen Punktsieg gegen Norman Parke ein dringend benötigtes Statement.

Wie Coté, scheint auch für den alternden Trinaldo ein Anlauf auf den Titel höchst unwahrscheinlich, vor allem in einer hart umkämpften Gewichtsklasse wie dem Leichtgewicht. Mit seiner Siegesserie hat Trinaldo sich damit außerdem in eine etwas verzwickte Situation gebracht – zum Top-Ten-Kandidaten aufbauen will ihn die UFC sicher nicht, was bleibt sind also weitere Kämpfe wie der gegen Laprise: In denen Trinaldo als Test für seine jüngeren Kollegen fungiert.
Nächster Gegner: James Krause