Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Mark Hunt zurück an der Spitze

Neil Magny hat in Australien wieder einmal überzeugt (Foto: Tobias Bunnenberg).

Zum ersten Mal, seit 56.000 Fans im November das Etihad Stadion in Melbourne gefüllt haben, war die UFC am Wochenende wieder in Australien zu Gast. Obwohl das Programm nicht unbedingt von großen Namen bestückt war, boten die 24 Kämpfer in Brisbane eine Menge solider Action und ein paar handfeste Überraschungen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Mark Hunt

Mark Hunt hat sich gegen Frank Mir einmal mehr als König der Walkoff-Knockouts bewiesen, und trotzdem hat er ein Problem: Die Spitze des Schwergewichts, an die ihn der Erstrunden-K.o. gegen den Ex-Champion zurückkatapultiert hat, ist momentan vollständig verplant. Dos Santos gegen Rothwell, Velasquez gegen Browne, Overeem gegen Arlovski und Werdum gegen Miocic: Da bleibt nicht viel für Hunt, sofern niemand verletzt ausfällt.

Alternativ kann Hunt warten, und da beispielsweise Junior dos Santos‘ Hauptkampf bei UFC Zagreb am 10. April gegen Ben Rothwell nicht mehr allzu weit weg ist, dürfte das die sinnigste Alternative sein. Abgesehen vom Timing würde der Sieger eines Rückkampfs zwischen Hunt und dos Santos oder Hunt und Rothwell einen der drei wieder in die relative Nähe eines Titelkampfes befördern, wo nach all den Schwergewichtskämpfen der nächsten Monate wieder ein paar spannende neue Ansetzungen möglich wären. Nächster Gegner: Junior dos Santos oder Ben Rothwell

Neil Magny

In knapp elf Minuten hat Neil Magny in Brisbane alles bewiesen, was einen Top-Kämpfer ausmacht: Herz, Ausdauer, Nehmerfähigkeiten, Besonnenheit, Aggression und Technik. Ein halbes Jahr, nachdem Demian Maia seinem unwahrscheinlichen Erfolgslauf ein jähes Ende gesetzt hat, kann Magny mit den drei größten Siegen seiner Karriere im Rückspiegel auf ein mehr als gelungenes Comeback zurückblicken.

Wie geht es weiter? Schon vor diesem Wochenende stand Magny auf Platz 9 der offiziellen Rangliste, der beeindruckende T.K.o.-Sieg gegen Ex-Bellator-Champion Hector Lombard hat ihn auf die 7 vorrücken lassen und damit endgültig in der Top Ten etabliert. Ab hier geht das Niveau noch einmal stark nach oben, über Magny stehen nun ausschließlich Ex-Titelherausforderer und Ex-Champions – der am wenigsten dekorierte Gegner wäre noch Tyron Woodley, und dieser Kampf könnte durchaus sein nächster sein, sofern „The Chosen One“ doch nicht für den nächsten Titelkampf auserwählt sein sollte.

Woodley hat seit einem knappen Sieg gegen einen halbtoten Kelvin Gastelum im Januar 2015 nicht mehr gekämpft und dürfte daher in der Schlange der Herausforderer mittlerweile gleich von mehreren Kandidaten überholt worden sein. Ein Kampf gegen Magny wäre für Woodley eine gute Möglichkeit, um sich zurückzumelden, während Magny die Chance auf einen weiteren Sprung in Richtung Spitze bekäme. Nächster Gegner: Tyron Woodley

Steve Bossé

Große Chancen hatte Steve Bossé kaum jemand gegeben. James Te-Huna hatte zwar eine zweijährige Pause hinter sich, in der er aber Verletzungen rehabilitiert und Motivation getankt hatte. Bessere Nehmerfähigkeiten und nicht zu unterschätzende K.o.-Power sollten einen spektakulären Sieg vor (fast) heimischer Kulisse für den Neuseeländer sicherstellen, letztlich kam es natürlich genau andersherum.

Statt den zweiten Renteneintritt seiner Karriere zu besiegeln, knipste Bossé seinem Gegner in Brisbane ähnlich brutal die Lichter aus, wie Thiago Santos das im letzten Sommer mit ihm getan hatte. Gutes Karma scheint der ehemalige Hockey-Goon zu haben, dem jetzt doch noch ein zweiter Sommer in der UFC bevorsteht. Bossé wird wohl kaum jemals ins Titelrennen einsteigen, ein paar spaßige Hauereien dürfte der im frankophonen Teil Kanadas recht bekannte „Boss“ aber noch in sich haben.

Jemand, der ähnlich gerne draufhaut, ist Scott Askham, der bisher ebenfalls nur die Hälfte seiner UFC-Kämpfe gewinnen konnte und Bossé im Juni zu UFC Ottawa in Kanada besuchen könnte. Nächster Gegner: Scott Askham