Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Kann sich Michael Bisping seinen Lebenstraum erfüllen?

Wer hätte vor ein paar Jahren geglaubt, dass Bisping gegen Silva gewinnen würde? (Foto: Dorian Szücs).

Neun von 13 Kämpfen gingen bei UFC London über die Runden, trotzdem sorgte die 84. UFC Fight Night für eine ganze Reihe erinnerungswürdiger Momente. Für die Briten war es dabei ein guter Abend: Bis auf einen blieben die Kämpfer von der Insel vor heimischem Publikum ungeschlagen, angeführt von Michael Bispings historischem Sieg gegen Anderson Silva.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends.

Michael Bisping

Er hat es tatsächlich geschafft: Über Jahre hat Michael Bisping seine Chance gegen Anderson Silva gejagt und sie am Wochenende genutzt, als er der Legende schlussendlich doch noch im Octagon gegenüberstand. Es war knapp, wild, verwirrend und bisweilen kontrovers, aber das Ergebnis steht. Bitter für Bisping: Um jetzt seinen langersehnten Titelkampf zu bekommen, wird er neben dem größten Sieg seiner Karriere noch ein wenig Glück brauchen.

Im Hintergrund schwirrt nämlich immer noch der Kampf zwischen „Jacare“ Souza und Vitor Belfort herum. Souza hat zwar im Dezember erst verloren, das aber nur haarscharf nach Punkten und gegen Yoel Romero, der seitdem positiv auf Doping getestet wurde. Belfort dagegen ist dank seines Namens nie weit von der Spitze entfernt und hat darüber hinaus eine Vergangenheit mit Bisping – der Brite könnte daher unter Umständen noch gegen den Sieger dieses Kampfes ran müssen, wenn das Duell nicht gerade kontrovers oder hochgradig unspektakulär ausfällt. Nächster Gegner: Sieger Rockhold vs. Weidman oder Sieger Belfort vs. Souza

Gegard Mousasi

Das unterhaltsamste an Gegard Mousasis einstimmigem Punktsieg gegen Thales Leites war sein ungewohnt offenherziger Auftritt auf der Pressekonferenz, trotzdem muss man dem „Dreamcatcher“ Ehre zugestehen, wo sie gebührt. In den letzten Jahren hat niemand Leites so deutlich besiegt wie er – zuletzt hat es nur Michael Bisping haarscharf geschafft, den Brasilianer nach Punkten zu bezwingen.

Nach den bitteren Rückschlägen gegen „Jacare“ Souza und Uriah Hall hat Mousasi mit diesem Sieg einmal mehr seinen Status als Top-Mittelgewicht neu zementiert. Jetzt kommt es für ihn darauf an, eine Siegesserie aufzubauen, um wieder ins Gespräch um einen Titelkampf zu kommen. Anbieten würde sich für den Niederländer ein Auftritt am 8. Mai bei UFC Rotterdam, allerdings sind die Top-Gegner allesamt bereits verplant.

Falls Mousasi tatsächlich in den Niederlanden ran soll, müsste er sich wohl mit einem etwas unbekannteren Gegner zufrieden geben. Die beste Option aus dieser Kategorie wäre Derek Brunson, der zuletzt drei Knockouts hintereinander eingefahren hat und aus seinem Zweieinhalb-Minuten-Sieg gegen Roan Carneiro Mitte dieses Monats keinen Schaden mitgenommen hat. Nächster Gegner: Derek Brunson

Brad Pickett

Nach drei unterhaltsamen Runden gegen Francisco Rivera hing Brad Picketts MMA-Karriere bei UFC London am seidenen Faden. Hätte der dritte Punktrichter sein Kreuz bei Rivera gemacht, wäre Picketts Laufbahn nach eigener Aussage wohl zu Ende gewesen. Hat er aber nicht, und so war es Rivera, der vor Frustration die Tränen nicht zurückhalten konnte, während Pickett vor Freude und Erleichterung weinte.

Bleibt die Frage, wie es weitergeht. Mit einer eigenen MMA-Liga und einem kleinen Sohn im Hintergrund sieht die sportliche Zukunft für den 37-Jährigen nicht unbedingt nach Gold aus, ein paar unterhaltsame Kämpfe sollten aber noch drin sein. Pickett schlug auf der Pressekonferenz, aus welchem Grund auch immer, seinen ursprünglichen, verletzten London-Gegner Henry Briones als nächste Herausforderung vor. Mehr Sinn als der unbekannte Briones würde Jimmie Rivera machen, der zwar ebenfalls keinen großen Namen hat, aber für einen guten Kampf sorgen würde und nach seinem Sieg gegen Iuri Alcantara bei UFC on FOX 18 einen bekannten Gegner verdient. Nächster Gegner: Jimmie Rivera