Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Ein Gürtel, zwei Sieger

Haben Lawler und Condit schon am 2. Januar den Kampf des Jahres hingelegt? (Foto: Zuffa LLC).

Das fängt ja gut an – zwei Tage nach Silvester steht bereits ein starker Kandidat auf den Kampf des Jahres in den Büchern sowie eine Menge spektakulärer Schlachten, Submissions und Knockouts. Robbie Lawlers hauchdünne, hochspektakuläre Titelverteidigung gegen Carlos Condit bei UFC 195 am vergangenen Wochenende wurde bereits mit dem letzten Rundengong zum Klassiker – wie geht es weiter für die Stars des Abends?

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen von UFC 195:

Robbie Lawler

Mit der laut UFC-Präsident „besten fünften Runde aller Zeiten“ hat Robbie Lawler seinen Titel am Samstag gerade noch so vor Carlos Condit gerettet. Wie auch immer man die fünf Runden zwischen den beiden Top-Weltergewichten insgesamt gewertet hat, in den Erinnerungen der meisten Fans sind beide als Sieger aus dem Kampf hervorgegangen.

Während Condit nach UFC 195 scheinbar recht kurz davor steht, die Handschuhe an den Nagel zu hängen, sind für Lawler nach diesem Sieg mehrere Routen offen. Zum einen wäre da ein Rückkampf gegen Condit, der zwar jetzt zwei seiner letzten drei und fünf seiner letzten sieben Kämpfe verloren hat, dem aber nach vergangenem Samstag kaum jemand einen Rückkampf absprechen würde.

Versprochen wurde die nächste Chance auf das Gold dagegen im Oktober schon Tyron Woodley, der momentan vier Siege aus seinen letzten fünf Kämpfen ins Feld führen kann. Unabhängig davon, welcher von beiden es letztendlich wird: Lawlers Kämpfe sollte man genießen, denn wenn der Champion weiter mit einer solchen Frequenz derartige Schlachten schlägt, könnte damit früher Schluss sein, als es einem als Fan lieb ist. Nächster Gegner: Tyron Woodley

Stipe Miocic

So aufgebracht hat man Stipe Miocic noch nie gesehen: Mit einem Puls von nicht unter 180 stürmte er nach seinem 54-Sekunden-Knockout gegen Ex-Champion Andrei Arlovski auf UFC-Präsident Dana White zu und forderte seine überfällige Chance auf den Schwergewichtstitel. White sagte später scherzhaft auf der Pressekonferenz, er würde sie ihm zugestehen, weil er Angst hätte, es nicht zu tun.

Ob die Zusage ebenso scherzhaft gemeint war? Trotz fünf Siegen in seinen letzten sechs Kämpfen besteht immer noch die Chance, dass Miocic nicht als nächstes gegen den Sieger des Titelkampfes zwischen Fabricio Werdum und Cain Velasquez antritt: Verletzt sich der Sieger, endet der Kampf kontrovers oder ändert die UFC schlicht ihre Meinung zugunsten Alistair Overeems, können sich Miocics rosige Zukunftsaussichten ganz schnell wieder in Luft auflösen.

Trotz der bekannten Risiken sieht es momentan wohl gut aus für Miocic: Der Mann aus Ohio ist bei den Fans beliebt, kann gut zulangen und bietet aktuell eben auch eines der ansehnlichsten Resümees unter den schweren Jungs. Nach UFC 196 nächsten Monat sollten wir wissen, wie es weitergeht… Nächster Gegner: Fabricio Werdum oder Cain Velasquez

Dustin Poirier

Dustin Poirier erntete vor allem Mitleid, als die UFC vor einigen Monaten den Kampf gegen Joseph Duffy als Hauptattraktion für UFC Dublin ankündigte – gerade hatte er sich von der brutalen Niederlage gegen Conor McGregor erholt, da wurde er schon dem nächsten irischen Senkrechtstarter vorgeworfen.

Jemand hatte wohl vergessen, Poirier seine Rolle zu erklären. Nach der kurzfristigen Absage in Dublin lieferte Poirier sich mit Duffy am Wochenende eine hammerharte Materialschlacht über drei Runden, die Poirier letzten Endes durch etwas zu leicht zu bekommende Takedowns und Kontrolle am Boden gewann. Der Preis war u.a. eine zweifach gebrochene Nase und ein auch sonst recht entstelltes Gesicht, dafür hat Poirier sich nach einer zuletzt nicht immer erfolgreichen Zeit im Federgewicht mit drei imposanten Siegen im Leichtgewicht etabliert.

Wie geht es weiter? Momentan ist Poirier die offizielle Nummer 12 bis 70 Kilo – zu seinem Leidwesen ist die Leichtgewichtsklasse in der UFC extrem dicht bevölkert, sodass es aller Voraussicht nach auch als nächstes keinen Top-Gegner geben wird. Wahrscheinlicher ist jemand, der ebenfalls unter die ersten Zehn kommen will und Momentum mitbringt – jemand wie Michael Chiesa beispielsweise, der im Dezember Jim Miller zur Aufgabe zwingen konnte und als zäher, aggressiver Grappler ein interessantes stilistisches Problem für Poirier bieten könnte. Nächster Gegner: Michael Chiesa