Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Die Rückkehr des Königs?

Wieder dort, wo er nie weg wollte: Dominick Cruz hat seinen UFC-Gürtel wieder (Foto: Florian Sädler).

Die Rückkehr des Königs? Es war knapp, aber ja: Dominick Cruz steht nach einem Kampf in den letzten viereinhalb Jahren wieder dort, wo er eigentlich nie weggegangen ist, an der Spitze des UFC-Bantamgewichts. Wie geht es weiter für den neuen, alten Champion?

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Dominick Cruz

Trotz des knappen Ergebnisses hätte es am Wochenende in Boston nicht besser laufen können für Ex-Champion Dominick Cruz, der die ungeliebte Silbe jetzt wieder vor seinem Titel wegstreichen kann. Ausdauernd, zäh, technisch und mental voll auf der Höhe hat sich der „Dominator“ gegen T.J. Dillashaw gezeigt, lediglich von Ringrost war keine Spur zu sehen. Ob das am Ende für den Sieg hätte reichen sollen, ist sicherlich diskutabel, zwei der drei Zuschauer, auf die es ankam, haben ihn aber als Sieger gesehen. Eine klassische Fehlentscheidung, wie hier und da zu hören ist, war das sicher nicht. 

Als nächstes könnte es im Bantamgewicht – wer hätte das noch vor einem Jahr gedacht – zwischen Cruz und Urijah Faber um den Titel gehen. Ex-Phänomen Barao ist bis auf weiteres außen vor, nachdem Dillashaw zwei Mal mit ihm die Matte gewischt hat, der jetzige Ex-Champion hat zumindest noch die Option eines Rückkampfes.

Thomas Almeida, Aljamain Sterling und Michael McDonald sind junge Talente mit jeder Menge Potential, allerdings noch ein oder zwei große Namen von einer gut getimten Titelchance entfernt. Des Weiteren könnte die Zeit bald abgelaufen sein, in der die seit Jahren brodelnde Rivalität zwischen Cruz und Faber noch zu Ende gebracht werden kann. Nächster Gegner: Urijah Faber

Francisco Trinaldo

Beeindruckender Sieg für Francisco Trinaldo – zwar konnte er einen immer noch sehr zähen Ross Pearson in Boston nicht vorzeitig aus dem Kampf nehmen und ließ gegen Ende der drei Runden merklich Federn, trotzdem steht „Massaranduba“ mit 37 Jahren gerade so gut da wie noch nie.

Pearson mag nicht in den Ranglisten gestanden haben, ist aber ein respektabler Veteran und der Sieg gegen ihn der fünfte in Folge für den alten Hasen Trinaldo. Und in seinem Alter liegt sein Problem: Die UFC wird ihn nicht einfach so in die großen Kämpfe stecken – entweder, Trinaldo muss auf dem Weg dorthin als Test für ein junges Talent an einem starken Newcomer vorbei, oder er muss noch ein paar andere Veteranen schlagen, bis man ihm die wichtigen Kämpfe nicht mehr verwehren kann.

Meine Vermutung ist letztere Route, und ein guter Start wäre Evan Dunham, der ein paar Jahre jünger, sonst aber in einer gerade in einer ähnlichen Situation ist wie Trinaldo. Nächster Gegner: Evan Dunham

Patrick Coté

Eigentlich sollte er schon lange nicht mehr in irgendwelchen Bestenlisten stehen: Als Patrick Coté 2010 zum zweiten Mal von der UFC entlassen wurde, schien die Karriere des einstigen Titelherausforderers vorbei zu sein. Mehr als fünf Jahre später kann der „Predator“ auf drei Siege in Folge zurückblicken, zwei davon solide Knockouts gegen Josh Burkman und Ben Saunders. 

Mit zehn Siegen und neun Niederlagen in der UFC wird Coté nicht mehr um den Titel kämpfen, und das weiß er selbst. Jetzt machen für den Frankokanadier die größten Namen Sinn, die er kriegen und mit denen er sein Konto und seine Bilanz aufstocken kann. Coté forderte nach seinem Sieg Nick Diaz heraus – aus diesem Duell wird wohl nichts werden, der „Predator“ hat an diesem Punkt seiner Karriere das gleiche Problem wie Francisco Trinaldo.

Am wahrscheinlichsten für ihn ist ein Gegner vom Kaliber eines Mike Pyle oder Sean Spencer, die am 6. Februar bei UFC 196 aufeinandertreffen werden. Nächster Gegner: Mike Pyle oder Sean Spencer