Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Der nächste Champion in zwei Gewichtsklassen?

Hat einen Lauf: Rafael dos Anjos (Florian Sädler).

Die vorletzte große UFC-Show des Jahres ließ das winterkalte Winnipeg am Wochenende heiß laufen. Kaum einer der schon im Vorhinein Action versprechenden Kämpfe enttäuschte, stattdessen gab es eine ganze Reihe Knockouts und den Durchbruch für den einen oder anderen Namen, der darauf schon lange hingearbeitet hat. Das kommende Jahr jedenfalls hat am Samstag in Kanada einiges an Potential gewonnen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Rafael dos Anjos

Vor dem Wochenende waren Zweifel noch recht weit verbreitet, ob Ex-Leichtgewichtschampion Rafael dos Anjos gegen die ganz großen Namen im Weltergewicht bestehen könnte. Das kann er, wie der überzeugende Punktsieg gegen Ex-Weltmeister Robbie Lawler bewiesen hat.

Ist dos Anjos damit bereit für eine Titelchance in seiner neuen Gewichtsklasse? Ja. Nach drei Siegen gegen solide bis sehr solide Kämpfer hat „RDA“ gezeigt, dass er bis 77 Kilo nicht nur bestehen kann, sondern eine Wucht ist. Abgesehen davon gibt es aktuell zwar eine ganze Menge Namen, für die ein Titelkampf nachvollziehbar wäre, aber niemand aus dieser Gruppe, die u.a. Darren Till, Santiago Ponzinibbio, Colby Covington und Georges St. Pierre beinhaltet, sticht heraus.

Am ehesten tut das noch dos Anjos, der mit seiner Vergangenheit als Champion im Leichtgewicht außerdem eine interessante Geschichte mit in den Kampf nehmen würde. Nächster Gegner: Tyron Woodley

Josh Emmett

Schon immer galt in der UFC: Wenn du eine Chance bekommst, musst du sie nutzen, schließlich könnte es die letzte gewesen sein. Das werden sich auch Josh Emmett und José Aldo gedacht haben. Letzterer, als er seinen für UFC Winnipeg geplanten Rückkampf gegen Ricardo Lamas zugunsten eines Titelkampfes absagte und ersterer, als er dessen Platz gegen Top-Federgewicht Lamas einnahm.

Gleich in der ersten Runde knockte Emmett den Veteranen mit einem linken Haken sauber aus, das hat in der UFC nur Chad Mendes ansatzweise so geschafft. Ganz an die Spitze hat Emmett sich mit diesem Durchbruchsieg noch nicht katapultiert, aber sicherlich in die Nähe. Ähnlich geht es Brian Ortega nach seinem spektakulären Sieg gegen Cub Swanson eine Woche zuvor. Nächster Gegner: Brian Ortega

Santiago Ponzinibbio

Als er vergangenen Dezember gegen Alan Jouban nach Punkten verlor, gab Mike Perry anschließend zu Protokoll, das sei ja kein richtiger Kampf gewesen. Ziemlich genau ein Jahr und eine weitere Punktniederlage gegen Santiago Ponzinibbio später kann er das nicht mehr so einfach sagen. Der Drei-Ründer gegen den argentinischen Bomber nahm ihn derart in Anspruch, dass er sich auf dem Weg zurück zur Kabine übergeben musste.

Ponzinibbio dagegen hat nach drei überzeugenden Siegen im Jahr 2017 vor allem Grund zum Feiern. Sein Problem allerdings: Er hat sich in einem Zeitraum nach oben gearbeitet, in dem das auch andere geschafft haben.

Einer dieser Namen ist Darren Till, der überdies Anstoß an Ponzinibbios Äußerung genommen hat, er sei der beste Standkämpfer im UFC-Weltergewicht. Nachdem mit Perry und Stephen Thompson zwei potentielle Ansetzungen für Till bei UFC London durchgefallen sind, macht ein Duell zwischen ihm und „Boa Gente“ nur Sinn. Nächster Gegner: Darren Till