Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Cyborg regiert weiter alleine

Weltmeisterin: "Cyborg" kann mittlerweile auch einen UFC-Gürtel ihr Eigen nennen (Foto: Tobias Bunnenberg).

Die letzte UFC-Show des Jahres hätte 2017 nicht besser repräsentieren können. Schwach angefangen mit einzelnen Highlights, stark beendet. Vor allem der Titelkampf im Federgewicht der Frauen zwischen Cris „Cyborg“ und Holly Holm überzeugte die 13.000 Fans in Las Vegas, zuvor zeigte Khabib Nurmagomedov einmal mehr eine dominante Leistung und demonstrierte Dan Hooker den Irrsinn allzu harter Gewichts-Cuts.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends.

Cris Cyborg

Mit ihrem spannenden Punktsieg gegen Ex-Bantamgewichts-Championess Holly Holm hat Cristiane Justino ihre namhafteste Gegnerin seit Langem bezwungen. Es sieht also auch weiterhin so aus, als sei „Cyborg“ dem Rest der weiblichen Kämpferschaft haushoch überlegen. Wer diesen Eindruck revidieren könnte, bleibt fraglich – zumal das Federgewicht faktisch noch immer lediglich aus seiner Weltmeisterin besteht.

Invicta FC könnte aushelfen – deren Federgewichts-Championess Megan Anderson hätte bereits im Juli auf „Cyborg“ treffen sollen, sagte aber ab. Nach Justinos Sieg am Wochenende meldete die Australierin sich über Twitter zurück und bekundete Interesse an dem Kampf. Auch UFC-Bantamgewichts-Titelträgerin Amanda Nunes ist im Gespräch als nächste Gegnerin, „Cyborg“ hat in der Vergangenheit aber mehrfach betont, ungern gegen Brasilianerinnen kämpfen zu wollen.

Abgesehen von diesen beiden gibt es kaum realistische bzw. sinnige Optionen für „Cyborg“. Und so lässt sich in drei kurzen Absätzen abhandeln, wie es im UFC-Federgewicht der Frauen aktuell aussieht. Bleibt zu hoffen, dass das heute in einem Jahr anders aussieht. Nächste Gegnerin: Megan Anderson oder Amanda Nunes

Khabib Nurmagomedov

Mit seinem 25. Sieg dürfte Khabib Nurmagomedov auch beim letzten Zweifler alle Skepsis ausgeräumt haben, dass er reif für einen Titelkampf ist. Sein dominanter Punktsieg gegen Edson Barboza war all das, was man vom „Eagle“ erwartet hat.

Sein Problem: Der Champion macht Pause. Ob, wann oder wie Conor McGregor in die Kampfsportwelt zurückkehren wird, ist völlig offen. Hält man sich an die mehr oder weniger kryptischen Tweets des Iren, könnte er ohne Umschweife seinen Titel verteidigen, solange er nur genug Geld dafür bekommt. Laut UFC-Präsident Dana White dagegen wird sein Leichtgewichtschampion erst im Sommer wieder in den Käfig steigen. Und auch die bestenfalls vagen Gerüchte um einen weiteren Boxkampf halten sich hartnäckig.

Bleibt McGregor dem Octagon tatsächlich noch länger fern, wäre es nicht undenkbar, dass die UFC ihm den Titel abnimmt und Interims-Champion Tony Ferguson zum alleinigen Weltmeister macht. Ansonsten hätte Nurmagomedov ein Problem, denn Ferguson dürfte die nächste echte Titelchance bekommen, sofern die UFC einen Rest an Glaubwürdigkeit behalten will, was ihre Ranglisten angeht. Für Nurmagomedov bliebe dann nur zu hoffen, dass McGregor sich Zeit lässt und er gegen Ferguson um den Titel ran darf – Interim oder nicht. Nächster Gegner: Tony Ferguson

Dan Hooker

Die Liste der Kämpfer, die einen harten Gewichts-Cut aufgeben und eine Gewichtsklasse höher Erfolg haben, ist seit dem Wochenende um einen Namen länger: Dan Hooker, ehemals im Federgewicht unterwegs, holte bei UFC 219 seinen zweiten vorzeitigen Sieg in ebenso vielen Kämpfen im UFC-Leichtgewicht.

Der Guillotine Choke gegen Briten-Bomber Marc Diakiese folgt auf einen Knockout gegen dessen Landsmann Ross Pearson im Juni. Damit hat der „Hangman“ zum ersten Mal in der UFC eine Siegesserie gestartet. Vor UFC 219 hatte er zu Protokoll geben, der Cut für das Federgewicht sei so hart gewesen, dass er gekämpft habe, als hätte er getrunken und dass nur eine Gage von einer Million Dollar ihn noch einmal so weit abkochen lassen würde.

Das wird dem Neuseeländer erspart bleiben, der nun mit jeder Menge Aufwind in seinen nächsten Kampf gehen kann. Hooker forderte einen Platz bei UFC 221 am 11. Februar in Australien. Das könnte knapp werden, auf einen zumindest ansatzweise namhaften Gegner darf Hooker aber auch später im Frühling noch hoffen. Nächster Gegner: Francisco Trinaldo